Begeistertes Publikum erlebt eine wahrhaft farbenfrohe Musical-Aufführung

„Marienkäfer“ machen die Colnrader Kirche kunterbunt

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Um die Eigensinnigkeit der Farben, die stellvertretend für den Egoismus den Menschen stehen könnte, ging es in der Aufführung. Das Musical transportierte vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik eine durchaus aktuelle Botschaft.

Colnrade - Von Anja Rottmann. Die auf Stoff gebannten Farben des Regenbogens und die farbenfrohen Kostüme der Akteure ließen ein kunterbuntes Bühnengeschehen schon erahnen. Und diese Ahnung sollte sich dann auch bestätigen.

Die „Marienkäfer“ verzückten ihr Publikum am Sonntagnachmittag und -abend in der Colnrader Kirche mit dem Musical „Kunterbunt“. Die Aufführung erntete großen Zuspruch – der verdiente Lohn für viel Arbeit, die Kinderchorleiterin Katharina Breckweg und ihre Schützlinge in das Projekt investiert hatten. 15 mitwirkende Kinder zwischen vier und zehn Jahren aus der Kirchengemeinde konnten den Tag der Aufführung kaum erwarten. „Sie und auch ich sind seit gestern mächtig aufgeregt. Wir möchten nun, dass es endlich losgeht“, sagte Breckweg, die den Chor seit zwölf Jahren leitet. Etliche Stunden waren seit Ende der Sommerferien in die Proben geflossen.

Das einstudierte Stück handelt von dem Land „Kunterbunt“, aus dem die Regenbögen kommen. Rot steht für Leidenschaft, Wut und Liebe, Blau für Friedliches wie Luft und Wasser und das selbstverliebte Gelb für das gelbliche Strahlen von Sonne, Mond und Sternen. Weil jede Farbe nur noch sich selbst sieht und keinen Blick mehr für die anderen hat, verschwindet der Regenbogen. Alles wird grau – und jede einzelne Farbe zu Stein. Der König erwacht nicht mehr. Dann hört er eine Stimme, die ihn weckt. Der Herrscher sieht, was in seinem Land geschieht, und fängt an zu weinen. Als er ein Solo singt, regnet es Luftballons, und die Farben beginnen, sich zu bewegen. „Ich habe mich mit den Kindern über das Stück unterhalten. Es knüpft auch ein wenig an die ganze Flüchtlingssituation an“, erläuterte Katharina Breckweg. Tatsächlich könnte die Eigensinnigkeit und Selbstverliebtheit der Farben mit etwas Phantasie als Parabel auf den Egoismus der Menschen gedeutet werden – und auf einen damit einhergehenden Verlust von Mitgefühl gegenüber denen, die Hilfe brauchen.

Die Chorleiterin zeigte sich stolz auf ihre „Marienkäfer“. Ein Lob hatten sich auch die älteren – 16- bis 20-jährigen – Mitstreiter verdient. Sie übernahmen den kompletten musikalischen Part.

Besonders den jungen Zuschauern stand die Begeisterung über das Stück ins Gesicht geschrieben. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Die Darsteller zogen das Publikum mit Gesang und Tanz in ihren Bann – eine mehr als gelungene Vorstellung.

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