„Herbstserenade“ der Musikschule des Landkreises Oldenburg steht im Zeichen von Corona

Begeisterndes von Bach bis Beethoven

Recht klein gehalten werden musste pandemiebedingt der Kreis der aktiv Teilnehmenden.
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Recht klein gehalten werden musste pandemiebedingt der Kreis der aktiv Teilnehmenden.

Harpstedt – Sie gehören mittlerweile zu den „Stammgästen“ in der Christuskirche: Solisten und Ensembles der Musikschule des Landkreises Oldenburg. Einmal mehr haben sie am Sonntag in dem Harpstedter Gotteshaus ihr Können bewiesen – im Rahmen einer „Herbstserenade“.

Das Vorabendkonzert gewährte einen Einblick in das Repertoire des musikalischen Nachwuchses. Allerdings gab es diesmal eine bislang nie gekannte Besonderheit: Wegen der Coronapandemie mussten alle Beteiligten, auch die Zuhörer, behördliche Vorgaben einhalten. Dazu gehörte in der Kirche das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auf den Laufwegen, die allerdings beim Sitzen wieder abgenommen werden durfte.

Rafael Jung, seit 32 Jahren Leiter der Musikschule, verhehlte nicht, dass er im Vorfeld des Events sehr nervös gewesen sei. „Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht, ob alles so funktioniert wie geplant. Es ist jetzt schön zu sehen, dass jeder so gut mitmacht und sich an die Vorgaben hält. Aufgrund der Bestimmungen dürfen heute nur insgesamt etwa 100 Personen im Gotteshaus sein. Ein Viertel davon darf spielen. Das bedeutet für uns, dass rund 25 Aktive das Publikum mit ihren Darbietungen verzaubern können.“

Die Bläser durften allerdings nicht auftreten. Der nötige Mindestabstand von zwei Metern wegen der Infektionsgefahr über Aerosole hätte sich aus Platzgründen nicht einhalten lassen.

Den Anfang machten Ralf Grössler (Orgel) und seine Tochter Ylva (Gesang), die von Simone Frerichs unterrichtet wird, mit „Die gold"ne Sonne voll Freud und Wonne“ von Johann Sebastian Bach (1685–1750).

Weiter im Melodienreigen ging es unter der Leitung von Jutta Heumann mit „Ne me quitte pas“ von Jacques Brel (1929–1978) nach einem Arrangement von Claude Crousier. An der Klarinette glänzten Pia Kaling, Julia Stoermer, Gaby Walter und Piet-Ole Wulf. An der Gitarre unter der Leitung von Ulrich Meyer gaben Louisa Bahrs, Janne Schriever, Jesse Swyter und Hannes Möllmann drei Titel von Joep Wanders zum Besten: „Slowaakse Dans“, „Hongaarse Dans“ und „España“. Sodann schlug die Stunde des Ensembles „Bunt“ von Ute Klitte. Dominik Erbe, Celina Preiß und Klea Schröder gaben mit der Leiterin an der Violine „Rigaudon“ von Henry Purcell (1659–1695) und „A poor bird“ (Kanon) zum Besten. „Wir mussten die Gruppen aufgrund der Beschränkungen teilen. Diese jungen Künstler hatten heute ihren ersten Auftritt allein, also nicht zusammen mit den älteren. Das ist natürlich schwieriger, aber dafür haben es alle gut gemeistert“, urteilte Klitte. Mit dem schwungvollen „Und as der Rebbe“, arrangiert von Przystaniak, begeisterte Piet-Ole Wulf gemeinsam mit seiner Lehrerin Jutta Heumann an der Klarinette.

Christopher Schütte interpretierte auf der Violine aus dem Konzert G-Dur opus 3/3 den ersten Satz (Allegro) von Antonio Vivaldi (1680–1743), begleitet von Rafael Jung am Klavier. Das Gitarren-Quintett aus Kim Eilers, Lara Nordbrock, Jannis-Ole Stärk und Eric Matthiesen servierte unter der Leitung von Ulrich Meyer drei Stücke von Joep Wanders: „Strikvraag“, „A Little Rhapsody“ und „Mayas Amigos“. Unter den Augen und Ohren von Jutta Heumann spielte indes das Klarinetten-Quartett aus Pia Kaling, Julia Stoermer, Gaby Walter und Piet-Ole Wulf „Pièce en forme de Habañera“ von Maurice Ravel (1875-1937), arrangiert nach Richard Müller-Dombois.

Mit Violinenmusik der besonderen Art verzauberte Clara Meyer-Nicolaus das Publikum. Sie brachte gemeinsam mit Rafael Jung am Klavier „Meditation from Thais for Violin and Piano“ von Jules Massenet (1842–1912) zu Gehör.

Ein Trio für drei Flöten in G-Dur (Allegro – Andante – Ronde: Allegretto) von Ludwig van Beethoven (1770–1827) krönte das Musikschulkonzert. Die Interpretinnen Elissa-Christin Jäschke, Marisa-Chiara Grimm und Celine Niester von Lehrer Andreas Evers verzückten dabei an der Querflöte. „Beethoven hätte im Dezember seinen 250. Geburtstag gehabt. Dieses Stück ist vor 1790 entstanden. Da war der Komponist noch keine 20 Jahre alt“, erläuterte Evers.

Sehr zufrieden zeigte sich Rafael Jung nach Konzertende: „Alle haben das Beste daraus gemacht. Es war eine sehr gelungene Aufführung trotz der auferlegten Einschränkungen, durch die alles etwas umständlicher war als sonst. Wir sind froh darüber, dass wieder was geht“, resümierte er.

Von Anja Rottmann

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