In Beckeln ist der älteste Schützenverein innerhalb des Kirchspiels Harpstedt beheimatet / 125-Jahr-Feier wirft ihre Schatten voraus

Schon seit 1925 wird auch ein Kinderkönig ausgeschossen

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Als erster Schützenverein im Kirchspiel Harpstedt ein Jahrzehnt vor 1900 gegründet: der Schützenverein Beckeln.

Beckeln - Ein besonderes Schützenfest feiert der Schützenverein Beckeln am 4. und 5. Juli: Der erste Festtag steht im Zeichen seines 125-jährigen Bestehens. Der Vorsitzende Manfred Kück rechnet mit gut 1000 Gästen aus 30 Vereinen. Das Festzelt wird auf der Weide von Hartmut Hülsemeyer aufgestellt. Dort steht nach Ansprachen und Grußworten ein gemütliches Beisammensein mit den Gästen auf dem Programm, das am Abend in einen Ball mit der Band „Joy“ bei freiem Eintritt übergeht. Zum Jubiläum erscheint auch eine Festschrift (Chronik).

Der älteste Schützenverein innerhalb des Kirchspiels Harpstedt ist in Beckeln beheimatet. Die Gründungsversammlung im Benekingschen Gasthaus datiert vom 8. Juni 1890. Dem ersten Vorstand gehörten Heinrich Behrens, Hinrich Ordemann, Wilhelm Meyerholz und Hinrich Freers an. Der genaue Zeitpunkt des Abtretens dieser Führungsriege liegt im Dunkeln. Einzig Wilhelm Meyerholz gehörte auch dem nachfolgenden Vorstand an, der bis zum Ersten Weltkrieg unter dem Vorsitz des neuen Vereinschefs Albrecht Wehrenberg wirkte.

Während des Krieges gab es keinerlei Vereinsaktivitäten. Vor der „Reanimierung“ waren abermals personelle Weichen zu stellen. In die Fußstapfen des im Januar 1920 zurückgetretenen Hauptmanns Albrecht Wehrenberg trat als neuer Vorsitzender Wilhelm Deckau. Der blieb bis 1953 an der Spitze. Seine Verdienste erfuhren mit seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden eine Würdigung.

Im Zweiten Weltkrieg, von 1940 an, kam das Vereinsleben abermals zum Erliegen. 1945, nach der Übernahme der Regierungsgewalt durch die Alliierten, galt der Verein als aufgelöst. Die Wiedergründung folgte am 21. April 1949. Mehr als drei Jahrzehnte lang währte die Ära von Otto Windeler. Der führte das „Vereinsschiff“ von 1953 bis 1985 als Vorsitzender sicher durch alle „Gewässer“. Bei seinem Abtritt erfolgte in Anerkennung seines Engagements die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und -mitglied. Die gleiche Ehrerbietung erfuhr Erich Asendorf, als er die 1985 übernommene Vereinsführung nach 13 Jahren abgab. Seit 1998 hält nun Manfred Kück das redensartliche Ruder in der Hand.

Die Schützenfesttradition reicht in Beckeln bis zur Gründung des Schützvereins zurück. Bis 1963 feierten die Grünröcke jeweils sonntags und montags und danach einige Jahre am Sonnabend und Sonntag vor Pfingsten. Seit 1967 fällt das Fest stets auf den ersten Sonnabend und Sonntag im Juli.

Die erste Vereinsfahne kam 1945 durch Plünderung abhanden; eine neue weihte der Verein 1955 anlässlich seines 65-jährigen Bestehens. Während die Feierlichkeiten immer im Benekingschen Saal über die Bühne gingen, wechselten die Schießplätze mehrfach. Bis 1928 lief der Schießbetrieb auf provisorischen Schießplätzen auf dem Ackersweg (Richtung Meyerhof) und dem Forstgrundstück neben der Molkerei. Ein fester Schießstand entstand um 1928 im Thölen Holze an der Twistringer Straße in Kooperation mit dem Kriegerverein. Da das Areal einen Kilometer vom Festsaal entfernt lag, begleitete ein Pendelverkehr die Festlichkeiten, wobei zunächst ein Pferdegespann von Heinrich Asendorf und später ein Auto von Heinrich Schulenberg als Beförderungsmittel diente.

1955 entstand ein moderner Kleinkaliberstand auf dem Grundstück von Willi Wehrenberg. Die erste Automatikzielscheibe schaffte der Verein zum Schützenfest 1958 an.

1963 erging der Beschluss zum Bau einer Schießhalle (vor dem vorhandenen Schießstand), die im Jahr darauf fertiggestellt war. Am 9. Juli 1988 legte der damalige Vorsitzende Erich Asendorf den Grundstein für einen Erweiterungsbau. Am 11. Juni 1989 weihte der Verein die neue Schützenhalle mit zusätzlichem Luftgewehrstand feierlich im Beisein zahlreicher Gäste ein. Das bis heute letzte „Bau-Kapitel“ in der Schützenvereinshistorie endete im Mai 2012 mit der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses – nach Umbau und Erweiterung der vorherigen Schießhalle.

Zwei weitere wichtige Eckdaten: Seit 1925 wird in Beckeln auch ein Kinderkönig ausgeschossen. Und seit Mai 1978 existiert eine Damenriege.

eb/boh

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