Tennet stellt Projekt beim Landkreis Oldenburg vor

Baustart für 380-kV-Leitung für Ende 2018 geplant

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Die Grafik zeigt den geplanten Verlauf der Leitung durch die Samtgemeinde Harpstedt.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Netzbetreiber Tennet will Ende dieses Jahres mit den Bauarbeiten für die 380-Kilovolt-Leitung in der Samtgemeinde Harpstedt beginnen. Eine Vertreterin des Unternehmens stellte die Pläne am Dienstag im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises Oldenburg im Kreishaus in Wildeshausen vor.

Tennet plant, auf einer Länge von 15 Kilometern 52 Masten aufzustellen, die jeweils etwa 60 Meter hoch und mehrere Dutzend Tonnen schwer sind. Vom Verlauf der Strecke sind die Gemeinden Prinzhöfte, Winkelsett und Colnrade betroffen. Für jeden Mast braucht die Firma vom ersten Betreten des Ackers bis zum Aufräumen der Baustelle rund drei bis vier Monate. Das eigentliche Aufstellen und Montieren nimmt dabei vier bis sechs Wochen in Anspruch. Wie lange die Gesamtarbeiten dauern, ist noch nicht klar. Die Maßnahme müsse erst ausgeschrieben werden, bevor es an detaillierte Terminplanungen geht, so Tennet. Ursprünglich sollte es schon im vergangenen Jahr losgehen.

Für Inga Wilken, Referentin für Bürgerbeteiligung bei dem Netzbetreiber, war es nicht die erste Dienstreise in den Landkreis. Sie stand schon im Hotel „Zur Wasserburg“ in Harpstedt Rede und Antwort. Und auch im Ausschuss stellte sie sich den Fragen der Politik. Dabei ging es auch um offene Streitpunkte. So verlangt das Landvolk eine wiederkehrende Entschädigung und keine Einmalzahlung für Flächen, die Tennet nutzt. In diesem Zusammenhang herrscht nach wie vor kein Einverständnis.

Bis 2021 soll die Leitung fertiggestellt sein

Dass der Netzbetreiber überhaupt bauen darf, war lange Jahre alles andere als klar. Die Gegner der Leitung, unter anderem der Nabu, hatten ihre juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Stromtrasse zu verhindern. Die Gerichte hatten aber letztendlich anders entschieden.

Bis 2021 sollte die Leitung, die von Ganderkesee über die Samtgemeinde Harpstedt in den Landkreis Diepholz führt, eigentlich fertiggestellt sein. Inzwischen ist auch schon 2022 im Gespräch. Das Projekt ist in fünf Abschnitte eingeteilt, die teilweise Erdverkabelung beinhalten. Für die „Freileitung Nord“, also Prinzhöfte, Winkelsett und Colnrade, gilt dies jedoch nicht.

Wie berichtet, startete das Unternehmen im Dezember die ersten Arbeiten im Landkreis Diepholz – zwischen Barnstorf und Dickel. Zahlreiche Bürger hatten der Firma kein Betretungsrecht für ihr Grundstück eingeräumt, was die Mitarbeiter jedoch brauchen, um den Baugrund zu untersuchen. Tennet könnte dieses Recht möglicherweise einklagen – doch viel lieber würde der Netzbetreiber „einvernehmliche Lösungen“ finden.

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