Lage entspannt sich zum Wochenstart etwas

Harpstedter Bauhof im Dauereinsatz

Man kommt schlitternd durch, mehr aber auch nicht: Ein Blick auf die verschneite Schulstraße in Harpstedt.
+
Man kommt schlitternd durch, mehr aber auch nicht: Ein Blick auf die verschneite Schulstraße in Harpstedt.

Harpstedt – Ob Bauhof, Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr oder Anlieger – wirklich beherrschen konnte niemand die Schneemassen der vergangenen Tage. So manche Autofahrt mutierte nach dem harten Wintereinbruch auch in der Samtgemeinde Harpstedt zur Schlitterpartie.

Auf vielen Siedlungsstraßen kam und kommt es im Begegnungsverkehr zu brenzligen Situationen, weil die „weiße Pracht“ an Straßenrändern die Fahrbahnen teils gefährlich verengt und sich Bordsteine gar nicht mehr erkennen lassen.

Gefühlt sei der Bauhof „rund um die Uhr im Einsatz“, so der Eindruck von Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. „Um 4 Uhr früh sind die Kollegen meines Wissens vergangene Nacht schon wieder rausgefahren, um zu räumen“, berichtete Bauamtsleiter Jens Hüfner am Montagmorgen.

Zum Wochenbeginn war das Schlimmste erst einmal überstanden. Zwar fiel weiterhin Neuschnee, aber der scharfe Wind ebbte merklich ab. Das minderte die Gefahr von Schneeverwehungen. Da der Präsenzunterricht ausfiel, musste der Bauhof das Hauptaugenmerk nicht auf die Räumung der Schulbusstrecken legen; zuständig ist er auch für die Gemeindeverbindungsstraßen.

Probleme im Bereich L 341/K 5

„Die Schulwege für Fußgänger und Radfahrer sehen in Harpstedt schon ganz okay aus. Es gibt zudem Stellen, an denen Autofahrer selbst bei witterungsangepasster Fahrweise ihre Fahrzeuge nicht mehr beherrschen können. An solchen neuralgischen Punkten, beispielsweise in Harpstedt im Bereich der Einmündung der Hannoverschen Straße in die Schulstraße, muss der Bauhof ebenfalls räumen“, erläuterte Hüfner. Gleichwohl sei nur ein eingeschränkter Winterdienst möglich. Das gehe gar nicht anders. Schließlich bräuchten auch die Bauhofmitarbeiter ihre Ruhephasen. Priorität genieße das Beseitigen von Schneeverwehungen. Sehr frühzeitig sei mit dem Räumen begonnen worden. „Ein detaillierter Sachstandsbericht liegt mir aber noch nicht vor, weil die Kollegen immer noch draußen sind. Ich habe nur gerade kurz mit dem Bauhofleiter gesprochen und mich für die gute Arbeit des Bauhofs bedankt“, so Hüfner zu Beginn der neuen Woche.

Der Winterdienst auf Kreis- und Landesstraßen werde abgestuft nach Bedeutung der Strecken bewerkstelligt; hier sei die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr offenbar „mehr im Hintertreffen“ gewesen. Das hat sich nach Kenntnis Hüfners etwa im Bereich Schlüter (L 341/K 5) in Harpstedt gezeigt, wo der Verkehr zeitweise nur einspurig habe fließen können.

Kein Engpass bei Streusalz absehbar

Kämen die Anlieger ihrer Räumpflicht nach, sei das natürlich zu begrüßen. Aber es sei andererseits „kontraproduktiv, wenn die Leute zwar den Gehweg räumen, den Schnee aber auf die Fahrbahn schieben“ (an manchen Stellen gibt es dazu allerdings kaum Alternativen). Hüfner: „Da kann der Bauhof einfach nicht gegen ankommen.“

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse ging am Montag zu Fuß zur Arbeit – allerdings nicht wegen der Verkehrsverhältnisse: „Das hätte auch mit dem Wagen geklappt. Ich wollte nur nicht unnötig Auto fahren.“

Es ist kontraproduktiv, wenn die Leute zwar den Gehweg räumen, den Schnee aber auf die Fahrbahn schieben.“

Bauamtsleiter Jens Hüfner

Samtgemeindeweit einheitlich geregelt ist der Winterdienst nach Wöbses Worten nicht: Der Flecken Harpstedt nehme die Dienste des Bauhofs in Anspruch. Andere Mitgliedsgemeinden bewerkstelligten das Räumen in Eigenverantwortung. Oder aber sie betrauten den Bauhof in Teilbereichen damit.

Manches Problem als Folge des Wintereinbruchs blieb dem Amtshof-Chef nicht verborgen. So hätten die Mitarbeiter der Klosterseelter Altenpension wegen neu entstandener Schneewehen zunächst nicht zu ihrem Arbeitsplatz kommen können. Im Übrigen seien ja nicht nur die Autofahrer betroffen. Dazu fiel Herwig Wöbse ein älterer Herr ein, dem er am Sonntag „Anschubhilfe“ leistete, weil der Senior mit seinem Elektro-Scooter in einer Schneekuppe feststeckte.

Dass der Bauhof – wie in der Vergangenheit schon mal passiert – mit dem bevorrateten Streusalz nicht auskommt, steht nach Einschätzung des Verwaltungschefs nach derzeitiger Lage der Dinge nicht zu befürchten: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir kaum etwas verbraucht. Anfang dieses Winters war das Lager sogar übervoll“, erinnerte sich Wöbse. Im Moment gehe es ja auch primär darum, die Straßen befahrbar zu halten. Da helfe Streusalz kaum. Und bei hartem Frost, wie ihn die Meteorologen vorhergesagt haben, käme die Wirkung des Salzes „an Grenzen“.

Von Jürgen Bohlken

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt
85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt
Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz
Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Kommentare