„Ranke Bau“ hat mehrere Eisen im Feuer 

Barrierefreies Wohnen am Steinbachweg 

Jung und Alt unter einem Dach – auf dieses Konzept bauen Rolf Ranke (l.) und Sven Keller (r.), so auch „Im Bookhopsfeld“, wo ein Sechsfamilienhaus realisiert worden ist.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Mehrere „Eisen“ hat aktuell „Ranke Bau“ im „Feuer“: Nachdem ein Haus „Im Bookhopsfeld“ mit sechs bereits verkauften Eigentumswohnungen nun fertiggestellt ist, soll ein weiteres Gebäude mit acht Wohneinheiten im Harpstedter Neubaugebiet „Am Großen Wege III“ entstehen – und mittelfristig zudem „in zentraler Lage“ ein Wohn- und Geschäftshaus. Obendrein nimmt das einst von Heinz Wittgräfe angeschobene barrierefreie Wohnprojekt zwischen Steinbach und Steinbachweg konkret Gestalt an: Bei hinreichender Nachfrage könnten die ersten Bungalows schon 2018 errichtet werden.

Der Bereich ist seit Jahren mit einem vorhabenbezogenen B-Plan belegt. Die Bauleitplanung war seinerzeit auf Antrag von Wittgräfe auf den Weg gebracht worden. Der Antragsteller verkaufte die Fläche dann; der neue Eigentümer aber konnte das barrierefreie Wohnprojekt aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisieren.

Nach einem weiteren Eigentümerwechsel geht nun die von der Ranke Bau GmbH & Co. KG und der Eduard Ranke GmbH aus der Taufe gehobene RDK (Ranke-Diekhaus-Keller) Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft das Projekt an. Der Vorhabenträger hat also gewechselt. „Wir werden das Areal mit unseren beiden Firmen bebauen“, erläutert Rolf Ranke.

Zielgruppe sind nicht mehr nur Senioren

Geplant seien zehn Wohneinheiten in neun Bungalows, darunter ein Doppelhaus. Verkehrsmäßig erschlossen werden soll das Gebiet über eine vom Steinbachweg abzweigende Stichstraße. Zu den erforderlichen Erschließungsmaßnahmen gehört ebenso der Bau eines Regenrückhaltebeckens – südlich angrenzend an den Steinbach. „Im September dürfen wir aus Gründen des Amphibienschutzes nicht buddeln. Daher wird es wohl Oktober werden, bis wir loslegen“, sagt Rolf Ranke.

Verkehrsmäßig erschlossen wird der Bereich zwischen Steinbach und Steinbachweg mit einer Stichstraße. Erforderlich ist auch der Bau eines Regenrückhaltebeckens. - Foto: Bohlken

Die Details des Projekts legt ein Durchführungsvertrag mit dem Flecken fest. Es bleibt bei dem barrierefreien Konzept, das der vorhabenbezogene B-Plan vorsieht. Die Zielgruppe sind nun allerdings nicht mehr ausschließlich Senioren. Vielmehr streben die beiden eng kooperierenden Firmen von Sven Keller und Rolf Ranke, die sich nach außen unter der Dachmarke „Ranke Bau“ präsentieren, ein Miteinander der Generationen an. Das ist indes „Im Bookhopsfeld“ demnächst bereits Realität: Die Eigentumswohnungen im dort hochgezogenen Sechsfamilienhaus haben jeweils etwa zur Hälfte jüngere und ältere Interessenten erworben. „Wir haben nicht nur einen Fahrstuhl eingebaut. Wir erfüllen auch den höchsten Standard für Schallschutz – mit 42  dB-Türen, doppelschaligen Wänden und Dämmung dazwischen. Wir stellen so sicher, dass Jung und Alt problemlos nebeneinander wohnen können. In Ganderkesee werden derzeit ohne Ende Mehrfamilienhäuser gebaut. Gleichwohl gibt es bei uns in Harpstedt auch junge Menschen, die Wohneigentum anstreben, aber nicht wegziehen möchten. Älteren ist hingegen das Haus zu groß und der Garten zu arbeitsintensiv geworden. So mancher wünscht sich, dass die Kinder oder Enkel sein Eigenheim übernehmen, während er selbst in eine kleinere Wohnung will“, weiß Sven Keller.

Solchen Bedürfnissen trage das Sechsfamilienhaus mit Eigentumswohnungen, die teils rund 70 und teils etwa 80 Quadratmeter Wohnfläche haben, Rechnung. Und für das nächste Großprojekt, ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten im Gebiet „Am Großen Wege III“ auf einem 1136 Quadratmeter großen Grundstück, liegt schon die Baugenehmigung vor. Sieben der acht Eigentumswohnungen seien verkauft, verrät Sven Keller. Einziehen werde wiederum altersmäßig „gemischtes Publikum“. Zwei der Eigentümer sähen in den Wohnungen Anlagevermögen. „Sie vermieten“, so Keller. Sobald die Firma Scheele Zeit habe, begännen sofort die Erdarbeiten. Mit einer Ausnahme kämen die Käufer aller Wohnungen im Sechs- und im Achtfamilienhaus aus der Samtgemeinde Harpstedt.

„Das steckt noch in den Kinderschuhen“

Zu dem im Flecken geplanten Wohn- und Geschäftshaus lässt Keller noch nicht viel durchblicken. Wohl aber, dass erste Gespräche mit den aktuellen Grundstückseigentümern geführt worden seien. Das Projekt stecke derzeit in den Kinderschuhen. „Uns schweben unten im Gebäude drei Ladengeschäfte und oben Single-Wohnungen vor.“ Ob „Ranke Bau“ gern auch verstärkt Mietwohnungen realisieren würde? „Durchaus, aber uns sind da etwas die Hände gebunden wegen der geringen Anzahl verfügbarer Grundstücke in Harpstedt“, bedauert Keller.

Die beiden „Ranke Bau“-Unternehmen seien keineswegs nur Projektierer, betont Rolf Ranke. „Wir arbeiten auch weiterhin im Auftrag von Bauherren als Bauunternehmen. So erledigen wir etwa für ein Vierfamilienhaus an der oberen Freistraße die Rohbauarbeiten.“ Keller nickt zustimmend: „Wir machen weiterhin alles, was mit Bau zu tun hat – ob eine Fliese ausgetauscht, eine Fensterbank angebracht, eine Wand durchbrochen, ein Badezimmer saniert oder ein ganzes Einfamilien- oder Doppelhaus im Kundenauftrag fertiggestellt werden soll.“ Dabei werde mit Ausnahme der Erdarbeiten nur mit ortsansässigen Betrieben kooperiert.

Von einem Bauboom in Harpstedt wollen Ranke und Keller nicht sprechen. Die Nachfrage habe aber spürbar angezogen. In der Region, so ihr Eindruck, „boome“ derzeit Oldenburg sogar mehr als Bremen. In Donnerschwee soll „Ranke Bau“ auf dem ehemaligen Kasernengelände für eine Investorengruppe den Rohbau für einen Komplex mit 15 Wohneinheiten und Tiefgarage erstellen. „Der Auftrag ist erteilt. Wir warten auf die Baugenehmigung“, erläutert Keller.

Auch öffentliche Aufträge haben die Firmen von Keller und Ranke in den vergangenen Jahren in der Region an Land ziehen können – vom Grundschulanbau bis hin zum Bahnhofsumbau.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Tim Borowski: Seine Karriere in Bildern

Tim Borowski: Seine Karriere in Bildern

Erdbeben auf Ischia: Aus Trümmern befreite Kinder gesund - Elfjähriger rettete Bruder

Erdbeben auf Ischia: Aus Trümmern befreite Kinder gesund - Elfjähriger rettete Bruder

Auto in Aschenstedt von Zug erfasst

Auto in Aschenstedt von Zug erfasst

Meistgelesene Artikel

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

50 Jahre Altenpflege aus Familienhand

50 Jahre Altenpflege aus Familienhand

Audi fährt seitlich in Gespann und bringt dieses zum Umkippen

Audi fährt seitlich in Gespann und bringt dieses zum Umkippen

Kommentare