Erste Apfelernte liegt hinter ihnen

Neue Essgarten-Eigentümer halten am bewährten Konzept fest

Schlüsselübergabe vor der gläsernen Orangerie in Barjenbruch: Voreigentümer Frits Deemter mit den neuen Betreibern des Essgartens, Nils und Malou Furch sowie Angelika Stelter (von links).
+
Schlüsselübergabe vor der gläsernen Orangerie in Barjenbruch: Voreigentümer Frits Deemter mit den neuen Betreibern des Essgartens, Nils und Malou Furch sowie Angelika Stelter (von links).

Barjenbruch – Frits Deemter kann aufatmen: Die Käufer seines bisherigen Essgartens, Angelika Stelter sowie Malou und Nils Furch, sind wild entschlossen, das, was er aufgebaut hat, in seinem Sinne fortbestehen zu lassen und weiterzuentwickeln.

Deemter wollte tunlichst verhindern, dass sich sein Lebenswerk in Barjenbruch, wie er vor einigen Monaten schmunzelnd bemerkte, binnen kurzer Zeit in einen „Tennisplatz mit Pferdekoppel“ verwandelt.Nun kann er sich mit Frau Gisela beruhigt seinem neuen Traum widmen: der Erschaffung des „Essgartens 2.0“ auf Mallorca. Dort hat das Paar eine Finca mit 7 000 Quadratmetern Grundbesitz gekauft.

Die Musikerin, Sängerin und Konzertveranstalterin Angelika Stelter, auch Inhaberin der Stelter Zahnradfabrik, aber „nicht mehr im operativen Geschäft tätig“, sowie der Feinwerkmechaniker Nils Furch und seine Frau Malou, gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin, sind seit Langem „ziemlich beste Freunde“. Sie kennen sich sogar noch aus der Schulzeit: Am Gymnasium Wildeshausen gehörten sie einem Jahrgang an. Überlegungen, gemeinsam in die Gastronomie einzusteigen, gab es schon früher.

Das Trio schielte seinerzeit auf das „Franziskaner“ in Wildeshausen. Auch die Idee, in Hackfeld später Seite an Seite alt zu werden, stand mal im Raum. Warum ausgerechnet Hackfeld? „Da steht mein Elternhaus. Da bin ich aufgewachsen“, erzählt Malou Furch. Dass sie mit Mann, Tochter sowie Freundin Angelika Stelter nun ihren Lebens- und beruflichen Mittelpunkt nach Barjenbruch verlegt, findet sie „lustig“, denn der Ort „gehört ja wie Hackfeld zur Gemeinde Winkelsett“.

Die lauten Töne bieten sich für den Essgarten nicht an.“

Angelika Stelter

Als die beiden Frauen unabhängig voneinander von Deemters Suche nach einem Käufer für den Essgarten erfuhren, stand für sie fest: „Das ist das, was wir wollen. Genau das – und nichts anderes.“

Konzerte und Kulinarik

Die gläserne Orangerie bleibt. Am bewährten Gastro-Konzept hält das Betreiber-Trio erst mal fest. Es soll Events mit Speisen auf Grundlage von Produkten aus der Essgarten-Ernte geben, die auf Anmeldung buchbar sind. Als Musikerin schwebt Angelika Stelter zusätzlich vor, Erlebniskonzerte mit eher ruhigeren Klängen in der Natur oder gelegentlich in der Orangerie zu organisieren – „gern an Sonntagnachmittagen“. Eigentlich schlage ihr Herz ja eher für Hardrock, gesteht die Mitveranstalterin der Wildeshauser „Wild-Rock“-Konzertreihe, aber ihr sei schon klar: „Die lauten Töne bieten sich für den Essgarten nicht an.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Oldenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Konzerte und Kulinarik könnten getrennt angeboten oder miteinander verbunden werden. „Wie wir"s machen, haben wir noch nicht entschieden. Vielleicht probieren wir beides aus“, sagt Stelter. Führungen über das Anwesen (auch kleinere), kombiniert mit Kaffee und Kuchen oder Snacks aus Essgarten-Ernte, planen die neuen Betreiber ebenfalls.

Die ersten Umzugskisten haben sie schon gepackt und in das erworbene Wohnhaus gebracht. „Bis wir komplett in Barjenbruch leben, wird es aber schon noch etwas dauern. Malou und Nils ziehen mit ihrer Tochter ins Erdgeschoss. Ich selbst werde oben im Haus wohnen“, verrät Angelika Stelter.

Baumwürger macht sich schnell breit

Im Garten gibt es derzeit einiges zu tun. Viele Pflanzen wollen zurückgeschnitten werden – und der Baumwürger zurückgedrängt oder sogar ganz entfernt, denn er macht sich schnell breit. Frits Deemter hatte das Klettergewächs ursprünglich im Zusammenhang mit einem Projekt mit Schülern gepflanzt.

Das Kapitel ist abgeschlossen. Wir fangen was Neues an.“

Frits Deemter

„Auf dem Parkplatz gibt es ein Infohäuschen. Dem werden wir erst mal unsere persönliche Note verleihen. Da stellen wir dann auch ein paar Flaschen Apfelsaft rein, die man bei uns käuflich erwerben kann“, kündigt Malou Furch an. Die erste Apfelernte haben die neuen Eigentümer schon hinter sich. An Leidenschaft für Pflanzen mangelt es nicht.

„An meinem Wohnhaus in Wildeshausen habe ich mich in den letzten Jahren im Bio-Gärtnern geübt. Meine Küche stand gefühlt immer voller Jungpflanzen“, erinnert sich Angelika Stelter. Mit den Grundzügen der Permakultur, nach denen die Deemters den Essgarten mit seinen über 1 000 essbaren Arten entwickelt hatten, ist das Betreiber-Trio vertraut. Der kommende Winter bietet Gelegenheit, tiefer in die Materie vorzudringen. Unter Regie der „Neuen“ eröffnet wird der Essgarten im kommenden Frühjahr – im Rahmen eines Tags der offenen Tür.

Auf Land- und Seeweg zurück nach Mallorca

Frits Deemter ist indes am Tag nach der Schlüsselübergabe zurück nach Mallorca gekehrt, und zwar auf dem Land- und Seeweg. „Unsere Hündin Nikki mag das Fliegen nicht“, weiß der 60-Jährige. Nein, die Wehmut packe ihn beim Zurückdenken nicht. Das Kapitel Barjenbruch sei abgeschlossen. „Wir fangen was Neues an.“

Im Oktober will das Ehepaar Deemter auf Mallorca mit dem Pflanzen für den „Essgarten 2“ beginnen. Die Flora aus der norddeutschen Region will und kann der gebürtige Niederländer nicht eins zu eins übernehmen. „Der Klimawandel ist auf Mallorca deutlich zu spüren. Seit über zehn Jahren hat es dort keinen Bodenfrost mehr gegeben“, weiß der Neu-Mallorquiner. Damit eröffnen sich ihm vollkommen andere Möglichkeiten hinsichtlich der Auswahl an Gewächsen. Tropische Früchte wie Mango und Papaya stehen ganz oben auf seiner Liste.

„Das Klima ähnelt dem in Kalifornien. Ideale Bedingungen zum Beispiel für die Bananen-Yucca, einem der Hauptnahrungsmittel der Ureinwohner Amerikas“, schwärmt Deemter, der wie in Barjenbruch eine Art Orangerie bauen möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“
Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen

Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen

Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen
Scheune brennt nieder: Feuerwehr-Einsatz bis in den frühen Morgen

Scheune brennt nieder: Feuerwehr-Einsatz bis in den frühen Morgen

Scheune brennt nieder: Feuerwehr-Einsatz bis in den frühen Morgen
Alte Liebe: Martin Reiser besitzt eine außergewöhnliche Ducati

Alte Liebe: Martin Reiser besitzt eine außergewöhnliche Ducati

Alte Liebe: Martin Reiser besitzt eine außergewöhnliche Ducati

Kommentare