Ausstellung: Erika Hormann (75) kehrt ihre künstlerische Seite nach außen

Ihre kreative Ader hat sie stets begleitet und geprägt

+
Kreativ ist sie schon seit jungen Jahren, und das hat anscheinend auch auf ihre Enkelin Wiebke Treiber „abgefärbt“: 50 Bilder stellt Erika Hormann im Hotel „Zur Wasserburg“ aus. 43 stammen von ihr selbst, sieben von ihrer Enkeltochter aus deren Kindheit.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Im DRK-Ortsverein zählt sie zu den unentbehrlichen Stützen. Politisch hat sie sich für die Harpstedter Bürgerliste (HBL) engagiert. Im Gemischten Chor Harpstedt wissen die Sangesfreunde ihre Sopranstimme zu schätzen. Nun zeigt sich Erika Hormann mal von einer ganz anderen, vielen Mitbürgern weniger bekannten Seite. Die Harpstedterin, die in jungen Jahren Modedesign studierte, offenbart mit einer Ausstellung im örtlichen Hotel „Zur Wasserburg“ ihre künstlerische Ader.

43 ihrer seit der Kindheit bis zum heutigen Tage in unterschiedlichen Techniken entstandenen Zeichnungen und Gemälde sind dort bis Ende Februar zu sehen; hinzu kommen – in einer Kinderecke – sieben Bilder ihrer Enkelin Wiebke Treiber. Die Vernissage beginnt am Sonntag, 10. Januar, um 11 Uhr im Beisein der Künstlerin.

Erika Hormann, geborene Poggenburg, kam 1940 zur Welt. Im Gedächtnis geblieben sind ihr die mit heute nicht mehr zu vergleichenden schulischen Rahmenbedingungen, unter denen in der Nachkriegszeit Unterricht erteilt wurde. Für die damalige ABC-Schützin begann der redensartliche „Ernst des Lebens“ im Herbst 1946. Eine Schultüte gab‘s anlässlich der Einschulung nicht. Papier und Bleistifte seien Mangelware gewesen, erinnert sich die Harpstedterin. „So weit ich zurückdenken kann, habe ich gemalt, wann immer ich einen Bleistiftstummel und einen Fetzen Papier fand“, erzählt sie. In der Grundschule habe sie oft ihren Mitschülern beim Zeichnen geholfen. Auch ihr Talent im Nähen und in anderen Handarbeiten brachte ihr gute Noten ein.

Nach dem Schulabschluss in Harpstedt besuchte die heute 75-Jährige eine Fachschule in Bremen. Ihr „innigster Wunsch“, Innenarchitektin zu werden, sei nicht in Erfüllung gegangen, weil das damals nicht als „mädchengerechte“ Ausbildung galt. Erika Hormann machte aus der Not eine Tugend, entschied sich für einen ihr liegenden frauentypischen Beruf und durchlief eine Ausbildung zur Maßschneiderin in Bremen – mit sehr gutem Abschluss. Nach absolvierter Aufnahmeprüfung durfte sie die Werkkunstschule in Hannover besuchen. „Meine guten Fachzeichnungen im Werkstatt-Wochenbuch aus der Lehrzeit halfen mir bei diesem Start in mein künstlerisches Studium der Fachrichtung Modedesign“, verrät sie. Nach sechs Semestern und einem Abschluss mit Auszeichnung war auch dieses Kapitel ihres Lebens passé. Zeugnisse jener Zeit sind viele Mode-, Kostüm- und Aktzeichnungen, die Erika Hormann aufgehoben hat.

Zurück in Harpstedt und inzwischen verheiratet mit Ehler Hormann, richtete sie eine kleine Nähstube ein. Sie fertigte Entwürfe für Braut- und Festtagskleider – und nähte. Drei gemeinsame Kinder wuchsen im seinerzeit neu gebauten Haus auf. Mittlerweile zählen auch sechs Enkel zur Familie.

„Meine kreative Ader hat mich ständig begleitet und auch geprägt“, sagt die Seniorin, „besonders im Gemischten Chor Harpstedt beim Malen von Plakaten und Fertigen von Dekoration für den Festsaal aus Anlass der Winterfeste – passend zum jeweils gewählten Motto.“ Die einst beliebten Veranstaltungen sind bekanntlich eingeschlafen.

Fotos und Bilder hütet

sie wie einen Schatz

Erika Hormann trauert ihnen noch heute, nach 45- jähriger Chormitgliedschaft, durchaus nach.

Genauso lange engagiert sie sich ehrenamtlich im DRK-Ortsverein. Seit über 30 Jahren betreut sie den Handarbeitskreis und die Spielenachmittage. Auch von ihren Qualitäten als Reiseleiterin profitieren Mitbürger auf Ausflügen und großen Touren immer wieder. „Die Ausarbeitung und Betreuung von Reisen für das DRK oder auch privat ist mein schönstes Hobby“, gesteht die Harpstedterin. Schöne Fotos und mitunter auch gemalte Bilder hütet sie nach eigenem Bekunden „wie einen Schatz“. Bewundert hat sie schon vor Jahren die Malkunst ihrer Enkelin Wiebke. Bilder, die das Mädchen vom vierten bis zum siebten Lebensjahr entstehen ließ, bewahrt sie ebenso auf wie ihre eigenen Werke, die sie im Alter zwischen zehn und 13 gemalt hatte. Als gestandene Frau kümmerte sie sich um die größer werdende Familie und unterstützte ihren Mann in der Firma. Selbst jetzt, als Rentnerin, habe sie „nichts aus den Augen verloren“, sagt Hormann, die sich wünscht, „dass mein Leben so lebenswert bleibt.“ Einen Überblick über die Ausstellung können sich Interessierte auch online verschaffen.

www.zur-wasserburg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Arbeiten in den Grundschulen Leeste und Kirchweyhe

Arbeiten in den Grundschulen Leeste und Kirchweyhe

Zwei Tote und viele Verletzte nach Seebeben vor Kos

Zwei Tote und viele Verletzte nach Seebeben vor Kos

„Summer in the City“ trotz Regenwetter in Weyhe 

„Summer in the City“ trotz Regenwetter in Weyhe 

56-Jähriger nach Schussgeräuschen in Kassel festgenommen

56-Jähriger nach Schussgeräuschen in Kassel festgenommen

Meistgelesene Artikel

Ferien sind nur ein Vorwand – Fahrradshop muss schließen

Ferien sind nur ein Vorwand – Fahrradshop muss schließen

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

Motorradfahrer verliert bei riskantem Überholmanöver auf der A1 Kontrolle 

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

Ein Kneipenviertel am Stellmacherplatz?

Kommentare