Fleckenpolitiker diskutieren erneut über Zufahrt zum Rosenfreibad / Drei Anträge der Grünen

Ausschuss befürwortet neue Geschwindigkeitsmesstafel

Die Situation am „Tielingskamp“ bleibt vorerst offen. Bei einem Ortstermin im September diskutierten Politiker und Wohnmobilisten über ein Konzept. archivFoto: boh

Harpstedt – Der Bau- und Wegeausschuss des Fleckens Harpstedt hat sich am Montagabend für die Anschaffung einer neuen Geschwindigkeitsmesstafel ausgesprochen und die Verkehrssituation am „Tielingskamp“ sowie die Begrünung in Wohngebieten diskutiert. Irene Kolb (Grüne) hatte mit drei Anträgen die Tagesordnung gefüllt, wohnte der Sitzung jedoch nur als Einwohnerin bei – sie hat mit der neu in den Gemeinderat eingezogenen Melanie Bühnert (Grüne) die Ausschussposten getauscht.

Tempomessgerät

Als Ersatz für die seit Längerem defekte Geschwindigkeitsmesstafel des Fleckens beantragten die Grünen bereits im Juni, zwei neue Geräte anzuschaffen und dafür 3 000 Euro im Haushalt zu veranschlagen. Sie sollten den Verkehrsteilnehmenden mit Smileys anzeigen, ob sie das vorgeschriebene Tempo einhalten oder nicht. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, eine Tafel anzuschaffen, die in beide Richtungen die Geschwindigkeit messen kann. „Das hat einerseits Informationswert für uns und andererseits hat es immer mal gut getan, das an der Schulstraße aufzustellen – das hat einen erzieherischen Effekt“, begründete Rolf Ranke (HBL) sein Ja.

Vorsitzender Klaus Budzin erinnerte die Mitglieder an die an der Schulstraße gemessene Höchstgeschwindigkeit: 123 Stundenkilometer. Unter Vorbehalt eines positiven Haushaltsbeschlusses sagte er: „Ich gehe davon aus, dass wir das Gerät bis Anfang 2020 haben.“

Verkehrssituation am „Tielingskamp“

In der Freibadsaison mutiere die Straße Tielingskamp zum Parkplatz und der rege Verkehr erinnere an Wildwechsel, schreiben die Grünen in einem Antrag, in dem sie die Einrichtung einer temporären verkehrsberuhigten Zone für diesen Bereich fordern. Besonders für Fußgänger, Radfahrer und Kinder sei die Situation gefährlich. Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss am Montagabend, beim zuständigen Landkreis Oldenburg eine Anordnung zur Geschwindigkeitsbegrenzung zu beantragen.

Hermann Schnakenberg (SPD) zeigte sich nicht überzeugt: „Ich sehe die Notwendigkeit nicht, da was zu machen.“ Auch die Idee einer saisonalen Verkehrsregelung kam nicht gut an: „Ein Schild für eine begrenzte Zeit bringt nur Verwirrung“, kommentierte Klaus-Dieter Westphal (CDU). Dass die Lage am „Tielingskamp“ problematisch ist, bekräftigte jedoch Fleckenbürgermeister und Anwohner Stefan Wachholder (CDU): „Es ist baulich bedingt, dass es da zu brenzligen Situationen kommt. Für Kinder ist das eine ganz haarige Sache.“ Unklar blieb, ob der gepflasterte Streifen auf der linken Seite (von der Amtsfreiheit aus gesehen) ein Gehweg ist – der dann konsequenterweise nicht zugeparkt werden dürfte, wie es im Sommer häufig geschehe, merkte Gemeindedirektor Ingo Fichter an.

Hinzu komme die Frage, was in Zukunft mit den ebenfalls an der Straße gelegenen Wohnmobilstellplätzen geschehen soll, erinnerte Ranke. Im September hatten Ratsmitglieder und Caravanbesitzer bei einem Ortstermin über die Lage diskutiert. „Wir müssen das insgesamt betrachten“, sagte Ranke und schlug vor, den Antrag zu vertagen, bis es ein Konzept für das ganze Gebiet gebe. Die Ausschussmitglieder entschieden einstimmig dafür.

Begrünung in Wohngebieten

Unzufrieden zeigten sich die Grünen in ihrem dritten Antrag an den Ausschuss mit der Tatsache, dass auf den von den Anwohnern gepflegten Grünflächen an der Hannoverschen Straße Anfang Juni erst ein Baum gepflanzt worden war. Hintergrund ist der neue Gestattungsvertrag, den der Flecken mit Bürgern schließt, die eine Patenschaft für eine öffentliche Fläche übernehmen wollen. Im Gegenzug zahlt er einmalig zehn Euro pro Quadratmeter für Materialkosten.

Die Bereitschaft halte sich jedoch – gerade in den Neubaugebieten – in Grenzen, berichtete Jens Hüfner aus der Verwaltung. Eine Kontrolle dessen, was dort gepflanzt werde, nach der Bühnert (Grüne) fragte, gebe es nicht. Inzwischen stünden jedoch drei weitere Bäume an der Hannoverschen Straße. Vorsitzender Budzin appellierte während der Sitzung an die Bürger: „Wir haben den Klimawandel, das ist Fakt. Dagegen können wir mit jedem Baum etwas tun.“  

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