Auch in Harpstedt gibt es nun ein „Café Kinderwagen“ für Mütter (und Väter) mit Säuglingen im ersten Lebensjahr

Reichlich Gesprächsstoff rund ums Baby

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Martina von Döllen (r.) und Jeannine Emmerich (l.) stehen den Müttern und ihren Babys bei den Treffen begleitend zur Seite.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Mit der Geburt eines Kindes dreht sich von einem Tag auf den anderen das gesamte Familienleben um den „Wonneproppen“. Wie entwickelt sich das Baby? Wie schnell lernt es dazu? Schläft es durch? Leidet es unter Blähungen? Solche Fragen sorgen seit rund zwei Monaten im „Café Kinderwagen“ für jede Menge Gesprächsstoff. Einmal wöchentlich, jeweils montags von 9.30 Uhr bis 11 Uhr, kommen Mamas mit ihren Sprösslingen in der Harpstedter Delmeschule zusammen.

Mit Jeannine Emmerich und Martina von Döllen stehen der Gruppe eine Familienhebamme und eine Erzieherin zur Seite. Das Angebot der beim Landkreis Oldenburg angesiedelten Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“, das über eine gleichnamige Bundesinitiative finanziert wird, führt im Prinzip inhaltlich fort, was in Form eines von den Hebammen Silke Roth und Hanneke Windhusen betreuten „Baby-Cafés“ zehn Jahre lang im Monatsturnus Bestand in Harpstedt hatte. Der Unterschied: Das „Café Kinderwagen“, das sich speziell an Mütter und Väter mit Säuglingen im ersten Lebensjahr wendet, fußt nicht auf privatem Engagement, sondern auf einer Initiative des Kreisjugendamtes.

„Das hier ist schon unser siebter Standort. Angefangen hatten wir im Dezember 2011 in Ahlhorn mit dem ,Café Kinderwagen‘. Inzwischen sind wir damit in allen Kreiskommunen außer Dötlingen vertreten. In Ganderkesee gibt es sogar einen zweiten Treff dieser Art, den die Gemeinde allerdings selbst eingerichtet hat“, erläuterte an diesem Montag Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs, der zusammen mit weiteren Gästen ein wenig die Werbetrommel für das Angebot rührte. Es gebe eine echte Nachfrage. Die bislang gemachten Erfahrungen seien sehr gut. Die Kombination aus Hebamme und Erzieherin bei der Begleitung habe sich als sinnvoll erwiesen. „Ich freue mich darüber, dass sich auch hier in Harpstedt eine so bunte Gruppe gebildet hat“, sagte Ahlrichs. Das Domizil der „Happy Kids“ mit gemütlicher Sofa-Ecke, das die Samtgemeinde Harpstedt für die Treffen zur Verfügung stellt, sagte dem Amtsleiter außerordentlich zu. Beate Pollak, Netzwerkkoordinatorin „Frühe Hilfen“, dankte dafür, „dass wir hier so herzlich empfangen worden sind“. Der Samtgemeinde Harpstedt lägen passgenaue Angebote für Familien mit Kindern am Herzen, unterstrich Bürgermeister Herwig Wöbse, der sich – wie auch Sozialamtsleiterin Edda Masemann – ein persönliches Bild machte und für jedes Kind eine kleine Überraschung mitgebracht hatte. „Wir sind froh und glücklich darüber, dass der Treff schon jetzt so gut angenommen wird. Wir wünschen den Müttern gute Gespräche und nette Kontakte. Vielleicht kommt ja auch mal ein Vater dazu“, wünschte sich der Verwaltungschef. „Es war sogar schon einer da“, verlautete aus der Gruppe.

Die Treffen beginnen jeweils mit einem Begrüßungs-Singkreis. Auch zwischenzeitlich stimmen die Mütter gelegentlich jahreszeitlich angepasste Lieder an. Ihre Babys können sie bei Bedarf wiegen lassen. Ansonsten steht der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. „Die Gespräche drehen sich um Ernährung, Schlaf, Babyschwimmen und viele weitere Themen. Es entwickeln sich sogar Freundschaften untereinander. Und für die Kinder ist die Gesellschaft anderer Babys total schön“, so Jeannine Emmerich im Gespräch mit unserer Zeitung. Gelegentlich sollen Referenten oder Moderatoren die Treffen mit Erläuterungen zu Themen rund ums Baby bereichern.

Was, wenn die Säuglinge aus dem Treff „rausgewachsen“ sind? „Es gibt in Ahlhorn und Bookholzberg bereits das ,Café Bobby-Car‘ für Kinder im Alter von einem bis zwei Jahren – mit zwei Erzieherinnen als Betreuerinnen. Damit wird dem Wunsch vieler Eltern entsprochen. In Harpstedt haben wir dieses Nachfolgemodell noch nicht. Hier sind wir ja gerade erst angefangen“, erläuterte die Familienhebamme.

Für die Mütter und ihre Babys ist der Treff kostenfrei. In den Ferien ruht das „Café Kinderwagen“.

Näher informieren über das Angebot können sich Interessierte bei Beate Pollak (Tel.: 04431/85323).

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