Gitarrist Anton Torstensson über „The Bland“

Die Anspielung im Namen auf „The Band“ ist kein Zufall

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Ein Sextett im „Liberty’s“? Das gab’s noch nicht. Die schwedische Formation „The Bland“ wird am Montag, 9. Oktober, schon ein wenig zusammenrücken müssen, wenn sie in dem Burger-Imbiss ein Konzert gibt.

Harpstedt - „The Bland“? Das klingt fast wie „The Band“ – jene Formation um Robbie Robertson, die in den 1960er- und 1970er-Jahren mit Bob Dylan, Eric Clapton, Neil Young und anderen Größen auf der Bühne stand. Reiner Zufall?

„Mitnichten“, sagt Anton Torstensson, der Rhythmusgitarrist des schwedischen Sextetts. Unsere Zeitung hat mit ihm über „The Bland“ und das kommende Konzert im „Liberty’s“ in Harpstedt am Montag, 9. Oktober, 20 Uhr, gesprochen. Die Fragen stellte Jürgen Bohlken.

Das „Liberty’s“, ein Burger-Imbiss im Bistro-Ambiente, wäre mit etwa 50 Leuten brechend voll. Ihr seid zu sechst. Da müsst ihr wohl zusammenrücken.

Torstensson: Oh, das kennen wir. Wir haben schon in der „Alten Post“ in Sandhatten gespielt. Das war eine sehr spezielle Location, aber auch ein sehr schöner Gig.

Was bringt ihr an Equipment mit nach Harpstedt?

Schlagzeug, Keyboards, Gitarren, Verstärker. Ich glaube nicht, dass es ein Problem wird, das unterzubringen. Wir werden die Lautstärke-regler aber nicht so weit aufreißen in dem kleinen Lokal.

Auf eurer Website nennt ihr euch eine schwedische Americano-Band. Und es heißt dort, die Mitglieder hätten gerade ihre Studien beendet.

Ja, genau. Unser Leadsänger ist ein Doktor. Ich bin Lehrer.

Welche Vorgeschichte hat „The Bland“? Wie habt ihr euch als Band gefunden?

Sänger Axel Öberg und ich kommen aus Örebro. Auf einer Party erzählte er mir, er wolle nach Neuseeland. Auch bin dorthin gereist. Wir haben uns da getroffen und in Neuseeland sowie im australischen Sydney zusammen auf den Straßen Musik gemacht. Unser beider Absicht war es, in Uppsala zu studieren. Dort hat sich der Stamm der Band gebildet. Zusammen mit Keyboarder und Bassist waren wir eine ganze Zeit lang zu viert. In uns wuchs dann immer mehr der Wunsch, die Musik in professionellere Bahnen zu lenken. Dafür brauchten wir zusätzlich einen Schlagzeuger und einen E-Gitarristen. Beide kamen vor einigen Jahren hinzu. Anfangs hatte Axel, der Sänger, Schlagzeug gespielt. Genau wie der mittlerweile verstorbene Drummer Levon Helm, der zugleich sang.

Levon Helm, einer der Mitstreiter von The Band, auch bekannt aus dem Konzertfilm „The last Waltz“.

Exakt. Die Musik von The Band hat uns immer besonders inspiriert.

A ber bei euch klingt weit mehr durch. Das lassen die online gestellten Musikvideoclips erkennen. Ihr legt einen gekonnten Spagat zwischen „ein bisschen altmodisch“ und „ausgesprochen modern“ hin. Banjo und Mandoline sorgen dabei für die traditionelle Note. Aber auch Indie-Pop mischt sich in eure Musik. Augenfällig ist das bei „The Winners“. Den Titel könnte man wohl einen melodischen Gute-Laune-Song nennen.

Ja, bei uns kommen verschiedene Wurzeln zusammen. Bob Dylan, The Band, die Beatles und die Stones haben uns ebenso inspiriert wie viele Acts aus jüngerer Zeit.

Der Song „Head oh“ hätte vielleicht sogar aus der Feder der Gallagher-Brüder stammen können.

Oh, vielen Dank für die Blumen. Ich liebe Oasis.

Euer Titel „Pålsboda Jam“ klingt hingegen eher nach „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ von den Beatles.

Wohl nicht von ungefähr. Ich halte diese Scheibe für eine der besten überhaupt.

Witzig: das Stück „Changes“ mit Tempi-Wechsel und einem unerwarteten Übergang von Ballade zu „Skiffle-Shuffle“. Liebt ihr es, eure Fans zu überraschen?

Ja, durchaus. Manche unserer Stücke leben regelrecht von ihrer Dynamik. „Head oh“ gehört sicher auch dazu. Gleichwohl sind wir bestrebt, unseren Wurzeln immer treu zu bleiben.

Ihr wollt mit der Musik euren Lebensunterhalt verdienen. Geht ihr noch anderen Jobs nach?

Fast alle von uns leben schon jetzt nur für die Musik. Axel und ich haben anderthalb Jahre in der Region Örebro damit verbracht, an Titeln zu feilen. Die anderen Bandmitglieder sind jeweils beim Einspielen und den Aufnahmen dazugestoßen.

Ein neues Album ist in Vorbereitung?

Ja, es soll 2018 erscheinen. Und es wird für unsere Verhältnisse recht rockig ausfallen. Wir werden uns aber ganz sicher nicht auf Heavy-Metal-Terrain begeben.

Ihr habt schon einen Longplayer veröffentlicht?

Zunächst die EP „The Winners“. Und zwei Jahre später „Strangers on the side of the street“, unser Debüt-Album.

Wie bekannt seid ihr in eurem Heimatland?

Titel von uns sind schon recht oft im Radio gespielt worden. Aber die Hörfunkstationen werden natürlich eher auf Bands aufmerksam, die bei einem renommierten Label unter Vertrag stehen.

• Der Gig von „The Bland“ am 9. Oktober beendet eine Reihe von vier zusätzlichen „Montagskonzerten“ anlässlich des vierjährigen Bestehens der Reihe „Kultur am Donnerstag“.

Das Sextett „The Bland“ besteht aus Linus Kallin (Keyboards), Linus Hasselberg (Leadgitarre), Johan Sund (Bass), Axel Öberg (Gesang), Anton Torstensson (Rhythmusgitarre) und Simon Schaffhauser (Schlagzeug).

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