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Anouk Wachholder ist Harpstedts neue Kinderkönigin

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Von: Leif Rullhusen

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Eine neue Majestät: Oberst Rolf Ranke (hinten v. l.) sowie die beiden stellvertretenden Fleckenbürgermeister Horst Hackfeld und Matthias Hoffmann krönten die neue Kinderschützenkönigin Anouk Wachholder (vorne, 2.v.l.). Ihr stehen Noah Schweickart als Prinzgemahl sowie Amelie Borchers (l.) und Neele Kurzke (r.) als Ehrendamen zur Seite.
Eine neue Majestät: Oberst Rolf Ranke (hinten v. l.) sowie die beiden stellvertretenden Fleckenbürgermeister Horst Hackfeld und Matthias Hoffmann krönten die neue Kinderschützenkönigin Anouk Wachholder (vorne, 2.v.l.). Ihr stehen Noah Schweickart als Prinzgemahl sowie Amelie Borchers (l.) und Neele Kurzke (r.) als Ehrendamen zur Seite. © Rullhusen, Leif

Harpstedt – Harpstedt hat eine neue Kinderschützenkönigin. Nach drei Jahren dankte Dauermajestät Johanna Holz am Montagabend ab. Ihre überglückliche Nachfolgerin Anouk Wachholder sicherte sich den Titel mit 29 Punkten – ohne Umschießen. Die 14-Jährige legt schon seit mehr als fünf Jahren auf die Scheibe an und hat auch bereits zwei Jugendpokale in ihrem Zimmer stehen.

„Vor drei Jahren war sie noch traurig, dass es nicht geklappt hatte“, berichtete Harpstedts stellvertretender Bürgermeister Matthias Hoffmann bei der Krönung. Anouk sammelt allerdings nicht nur auf dem Schießstand Auszeichnungen. Mit ihrem Pferd Diamond Daggi ist sie seit Kurzem auch regelmäßig auf Reitturnieren unterwegs. Die ersten Schleifen hat sie dort schon bekommen.

Eine Person hat Anouk gestern mit ihrer Leistung nicht nur stolz und glücklich gemacht, sondern zugleich mächtig unter Druck gesetzt. Ihr Vater und Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder träumt ebenfalls seit Längerem vom Königstitel. „Damit hat sie die Messlatte für mich ordentlich hochgelegt“, erklärte er direkt nach der Krönung. Er wird heute Abend um die Königswürde schießen.

Als Prinzgemahl hat sich die Kinderkönigin eine ebenfalls frisch gekrönte Majestät ausgesucht. Noah Schweickart wurde vergangene Woche Kinderkönig im Schützenverein Kirch- und Klosterseelte. „Damit haben wir in Harpstedt ein richtiges Königspaar und das Haus Wachholder zum ersten Mal eine Königin“, freute sich Hoffmann. Als Ehrendamen fungieren Neele Kurzke und Amelie Borchers.

„Präsentiert das Gewehr!“: Die Kinderschützen stehen bereit zum Ausmarsch. 
„Präsentiert das Gewehr!“: Die Kinderschützen stehen bereit zum Ausmarsch.  © Rullhusen, Leif

Die Krönung von Anouk Wachholder hatte sich aufgrund der vielen Teilnehmer an den Wettbewerben ein wenig verspätet. Sonst wäre die Zeremonie wohl im Trockenen verlaufen. Den ganzen Tag über hatten sich die angekündigten Schauer zurückgehalten. Als der stellvertretende Bürgermeister mit der Krönung begann, fielen die ersten Regentropfen.

Bereits zum Start des Festes am Mittag drohten dunkle Wolken mit Regen. Doch sie hielten sich bis zum Abend zurück. Mit dem Eintreffen der ersten Kinder und ihren Eltern auf dem Marktplatz gegen 13 Uhr klarte sich der Himmel zunächst auf. Die Sonnenbrille war nun das eindeutig bessere Utensil als der Regenschirm. Noch etwas pünktlicher als die Jungen und Mädchen waren Annelen Voß und Kerstin Bahrs. Wie schon vor der Corona-Pause hatten die beiden Frauen die Ausgabe der Holzgewehre einschließlich Blumenschmuck, Blumenkränze, Zylinder und Buttons für den Ausmarsch übernommen. Mit zunehmender Dauer musste der Nachwuchs sich bei der Ausstaffierung allerdings gedulden. Die Schlange für die Ausgabe wurde immer länger und ging schließlich über den halben Marktplatz. „220 Buttons sind wir losgeworden“, berichtete Voß zufrieden. „Wir hätten allerdings ein paar mehr Holzgewehre gebrauchen können.“ Die Nachfrage sei nach den beiden Jahren Pause schwer abzuschätzen gewesen.

Die Kinder, die fertig ausgerüstet waren, nahm Werner Kracke direkt in Empfang. Bereits seit 21 Jahren macht der Korporal des I. Rotts die Mädchen und Jungen in seiner Schnellausbildung fit für den Ausmarsch zum Festplatz. Gewohnt souverän und mit der entsprechenden Prise Humor lernte nicht nur der Nachwuchs das „Einmaleins“ des Marschierens, sondern wurden die umstehenden Eltern, Großeltern und Geschwister dabei bestens unterhalten. „Wo willst du denn hin? Schon in die Kneipe?“, fragte Kracke einen kleinen Jungen, der die mehr oder weniger geordneten Reihen noch einmal kurz vor dem Eintreffen des Spielmannszuges verließ. Nach kurzer Zeit hatten die Nachwuchsausmarschierer die Befehle aber recht gut verinnerlicht, auch wenn so manches Holzgewehr noch auf der verkehrten Schulter landete oder nicht gedreht wurde.

Nachdem der Spielmannszug und die Trommler ihre Runden vor den Ausmarschierern gedreht hatten und auch die scheidende Kinderkönigin Johanna Holz unter viel Applaus und den Augen vieler Besucher die Reihen abgeschritten hatte, startete der Ausmarsch – angeführt vom Spielmannszug – zum Festplatz.

Dort wartete auf die jungen Ausmarschierer neben den Schießwettbewerben auch wieder ein Spieleparcours. Bis in den späten Nachmittag hinein amüsierten sich 346 Kinder bei schönstem Wetter an den verschiedensten Stationen neben der Koems-Schießhalle. Zahlreiche Freiwillige verhalfen dem Programm für den Nachwuchs unter der Federführung von Katja Bruns zum Erfolg.

Jede Menge Abwechslung für den Nachwuchs: 346 Kinder beteiligten sich an dem Spielparcours.
Jede Menge Abwechslung für den Nachwuchs: 346 Kinder beteiligten sich an dem Spielparcours. © Rullhusen, Leif
Jede Menge Abwechslung für den Nachwuchs: 346 Kinder beteiligten sich an dem Spielparcours.
Beim „Heißen Draht“ ist eine ruhige Hand gefragt. © Rullhusen, Leif

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