Langjährige Erzieherin Reinhild Thies verabschiedet

Angehende Ruheständlerin sieht sich mit „Begehrlichkeiten“ konfrontiert...

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Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (l.) verabschiedete Reinhild Thies (3.v.l.) im Beisein von Maren Jehlicka, Heinrich Thies und May-Britt Mundt (von links).

Harpstedt/Beckstedt - Kaum verabschiedet, bot sich die langjährige Erzieherin Reinhild Thies für etwaige künftige Vertretungsdienste an. Ein Anruf genüge, meinte die 62-Jährige aus Beckstedt, für die am 1. Juni die Freistellungsphase der Altersteilzeit beginnt, während einer kleinen Feierstunde im Amtshof.

„Heute oder morgen?“, scherzte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. „Mit solchen Angeboten muss man vorsichtig sein“, sprach Maren Jehlicka aus Erfahrung; sie wünschte der Unruheständlerin im Namen des Personalrates alles Gute und ließ Blumen sprechen.

Der Gruppenraum - ein zweites Zuhause

Einen weiteren Blumenstrauß sowie einen bei der Kosmetikerin Georgia Hackfeld einzulösenden Gutschein überreichte Herwig Wöbse – ebenfalls in Verbindung mit den besten Glückwünschen. Er ließ den Werdegang der langjährigen Mitarbeiterin Revue passieren, die 1976 ihr Anerkennungsjahr im DRK-Kindergarten Harpstedt (heute „Waldburg“) absolviert hatte. Das sei wohl so gut gewesen, dass sie an selber Stelle gleich als Erzieherin weitergemacht habe. 

Nach der Geburt der ersten beiden Kinder blieb sie im Beruf. Als der dritte Spross kam, habe sie sich eine rund zweijährige Familienphase gegönnt. 1986 sei sie zunächst als Aushilfe wieder eingestiegen. Wöbse erwähnte auch „ein kleines Gastspiel im Colnrader Spielkreis“. Die Arbeitgeberin, nämlich die Samtgemeinde, sei in dieser Zeit dieselbe geblieben. Im Mai 1990 habe es Reinhild Thies zurück an die ehemalige Wirkungsstätte gezogen, und sie sei im DRK-Kindergarten erneut als reguläre Erzieherin angefangen. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten muss ihr der Gruppenraum der „Mäuse“ im Keller der „Waldburg“ wohl mitunter vorgekommen sein wie ein zweites Zuhause.

Enkelkinder wollen ihre Oma in Beschlag nehmen

„Ich selbst bin nicht im Kindergarten betreut worden“, so Wöbse während der Feierstunde, der neben Maren Jehlicka aus dem Personalrat auch der erste Samtgemeinderat Ingo Fichter, Kita-Leiterin May-Britt Mundt und der Mann der zu verabschiedenden Erzieherin, Heinrich Thies, beiwohnten. Sicher aber seien die Ansprüche an den Beruf mit den Jahren und Jahrzehnten gewachsen, und die Arbeit sei gewiss nicht einfacher geworden. Reinhild Thies habe sich nicht unterkriegen lassen, ihre Aufgaben stets mit Spaß und Freude ausgeführt und alle Herausforderungen gemeinsam mit den Kolleginnen „im Team“ gemeistert.

Die „Waldburg“ sei eine „feste Institution“ und lebe von der dort tätigen Mitarbeiterschaft. Die hohe Zufriedenheit mit dem Kindergarten lasse sich an „vielen positiven Rückmeldungen von Eltern“ ablesen, so der Bürgermeister. Über Jahrzehnte Kinder zu betreuen, „kann auch schon mal anstrengend sein“, meinte Wöbse.

Wenngleich sich Reinhild Thies nun ins Private zurückzieht, wird sie sich in der Großmutterrolle sicher manches Mal an den Arbeitsalltag zurückerinnern, denn die fünf Enkelkinder im Alter von zwölf, neun, sechs, drei und einem Jahr wollen natürlich zu ihrem Recht kommen. Eins hat bereits aus seinen „Begehrlichkeiten“ keinen Hehl gemacht und frohlockt: „Nun, da die Oma zu Hause ist, können wir uns jeden Tag wünschen, was es zu essen gibt, weil sie ja jetzt für uns kocht!“

boh

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