Seit gut zwei Wochen ruht der Publikumsverkehr / Keine neuen Sitzungstermine

Amtshof arbeitet per E-Mail und Telefon

Außen ruhig, innen geschäftig: Die Arbeit im Amtshof geht trotz geschlossener Türen weiter, versichert Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Foto: Backhaus

Harpstedt – Volle Parkplätze, ausgenommen vor dem Supermarkt, sind mit der Coronakrise selten geworden. Doch am Amtshof, dem Verwaltungssitz der Samtgemeinde Harpstedt, ist kaum noch etwas frei. Arbeiten von zuhause aus sei dort kein Thema, erläutert Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Die Mitarbeitenden achteten auf ausreichend Abstand. Also alles ganz normal beim Amtshof – außer, dass die persönlichen Besuche ausbleiben?

„Die erste Botschaft ist: Hier wird weitergearbeitet“, bestätigt Wöbse. Einiges sei allerdings etwas umständlicher geworden. Seit dem 16. März ist das Verwaltungsgebäude für den Publikumsverkehr geschlossen. Das bedeutet, dass sämtliche Anliegen nun per Telefon oder schriftlich, also per Post oder E-Mail, abgewickelt werden müssen. Eine Umstellung bedeute das etwa für das Melde- und das Sozialamt, wo normalerweise viele Menschen direkt vorstellig werden. „Die Nutzung digitaler Medien ist das, was uns im Moment ein bisschen rettet“, findet der Bürgermeister.

In Ausnahmefällen kämen zwar noch Menschen zu einem Termin vorbei, doch das sei selten. Der fehlende Kontakt von Angesicht zu Angesicht bringe allerdings durchaus Schwierigkeiten mit sich: „Das persönliche Gespräch ist oft schneller und führt schneller zum Ergebnis.“ Wer etwa ein Formular ausfüllen müsse und etwas vergessen habe, erhalte es nun per Post zurück und müsse es dann erneut schicken. Das sei sonst mit einem kurzen Hinweis vor Ort erledigt. Mit dem schriftlichen Austausch wachse auch die Gefahr von Missverständnissen.

Andere Arbeitsbereiche nutzten die freie Zeit, die durch den ausfallenden Publikumsverkehr entstehe, um nachzuarbeiten – das Standesamt zum Beispiel, berichtet der Bürgermeister. Dort gebe es noch viele alte Unterlagen auf Papier, die eigentlich digital verfügbar gemacht werden sollten. In der Regel werde das nebenbei erledigt, wenn die Bürger mit einem Anliegen kämen. Nun hätten die Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich in Ruhe damit zu beschäftigen.

Nicht über Langeweile klage das Bauamt, das derzeit die Bauantragsunterlagen für die Erweiterung der Kita „Zwergnase“ vorbereite. Für dieses Projekt liegen bereits alle erforderlichen Gremienbeschlüsse vor – andernfalls würde es auch schwierig, sagt Wöbse. Denn die Samtgemeinde hat wegen der Coronakrise ihren Sitzungskalender bis zum 18. April komplett geleert. Wann es wieder Termine für Ausschüsse oder den Rat geben wird, weiß der Bürgermeister noch nicht. Das würde „je nach Dringlichkeit“ und der Entwicklung der Lage entschieden. Derzeit sei angedacht, die Ratsleute im Juli wieder zusammenkommen zu lassen. Fraglich sei allerdings, wo: Im Amtshof gebe es keinen Raum, der groß genug dafür wäre. Und wie lange das Hotel „Zur Wasserburg“, in dem die Politiker normalerweise tagen, noch geschlossen bleibt, sei ebenfalls offen.  

Kontakt

Die Verwaltung der Samtgemeinde ist unter Telefon 04244/820 oder per E-Mail an gemeinde@harpstedt.de erreichbar.

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