Amphibienschutz „Im Langen Tal“

Dünsen: Wandern die Kröten, ist die Straße „dicht“

Um Rücksichtnahme auf wandernde Amphibien bittet die Kreisverwaltung die Verkehrsteilnehmer eindringlich.
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Um Rücksichtnahme auf wandernde Amphibien bittet die Kreisverwaltung die Verkehrsteilnehmer eindringlich.

Dünsen/Landkreis – Mit der aktuellen frühlingshaften Wärme dürften Kröten, Frösche und Molche massenhaft aus ihren Winterquartieren kommen, um sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern zu machen. So auch „Im Langen Tal“. Dort, nördlich von Dünsen, vollzieht sich jedes Jahr die kreisweit wohl bedeutendste Amphibienwanderung. Sie setzt oft schon bei Lufttemperaturen von etwas über fünf Grad Celsius ein – gern bei höherer Luftfeuchtigkeit.

„In früheren Jahren haben ehrenamtliche Helfer im Frühjahr bis zu 3 000 Amphibien über die Straße ,Im Langen Tal’ getragen. Seit 1999 wird der von der Wanderung betroffene Abschnitt nun stattdessen an mehreren Nächten – jeweils zwischen 20 und 6 Uhr – für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Vor Ort weisen Planskizzen auf die Zeit der Sperrung und die Umleitungsstrecke über Harpstedt hin“, erläutert die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Wiederkehrendes Naturereignis

Die flexible, an den tatsächlichen Wanderterminen ausgerichtete Handhabung der Sperrungen soll einerseits die Verkehrsbeeinträchtigungen in Grenzen halten und andererseits einen größtmöglichen Amphibienschutz bewirken. Die Wanderungsbewegungen sind oft bis Mitte April zu beobachten, vor allem zwischen 19 Uhr und Mitternacht – nicht selten bei Regen.

Auch nehmen die Kröten eine Schreckstellung ein, wenn Scheinwerferlicht sie anstrahlt.“

Aus einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung

Das Naturereignis zieht sich über etliche Abende und Nächte hin. Übrigens auch auf viel befahrenen Straßen, sie sich nicht „flexibel sperren“ lassen wie das „Lange Tal“. Daher bedarf es der Rücksichtnahme der Autofahrer. Darum bittet die Kreisverwaltung eindringlich. Auf Abschnitten, an denen Krötenzäune aufgestellt sind, sei überdies besonders bei Dunkelheit in den frühen Morgenstunden auf aktive Helfer zu achten, die sich zum Wohle der Amphibien engagieren. Bereiche, die besonders zahlreich von den wandernden Tieren gequert werden, seien mit Warnschildern gekennzeichnet. Weil sich die Amphibien langsam bewegen, bedeutet der Fahrzeugverkehr für sie eine besondere Gefährdung. Auch nehmen die Kröten eine Schreckstellung ein, wenn Scheinwerferlicht sie anstrahlt. Immer noch kommen massenhaft Amphibien in jedem Frühjahr auf dem Weg zu den Laichgewässern ums Leben. „Dies kann bei entsprechendem Verkehr zur Ausrottung eines Bestandes innerhalb weniger Jahre führen“, gibt die Kreisverwaltung zu bedenken.

Möglicherweise kennt der Landkreis Oldenburg noch gar nicht alle bedeutenden Wanderstrecken auf seinem Territorium. Daher dürfen Einwohner aus den Kreisgemeinden unter Telefon 04431/85283 gern mitteilen, wo sich etwaige weitere Straßenabschnitte befinden, die von zahlreichen Amphibien überquert werden.

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