Am alten Standort nach Abriss neu bauen?

Feuerwehrhaus Colnrade: Ausschuss befürwortet weitere Haushaltsmittel 

Colnrade - Die Samtgemeindeverwaltung soll nach dem Willen des Feuerschutzausschusses die „Verfügbarkeit eines Grundstücks“ für einen Feuerwehrhaus-Neubau in Colnrade prüfen und den Raumbedarf für das Gebäude (mit drei Stellplätzen) ermitteln.

Obendrein sollen – einer am Montag gefassten Beschlussempfehlung zufolge – 100.000 Euro in den Etat 2018 eingestellt sowie zusätzlich 150.000 Euro als Verpflichtungsermächtigung für 2019 berücksichtigt werden. Zusammen mit dem 50.000-Euro-Planungskosten-Ansatz im Haushalt 2017 stünden dann insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. 

„Das heißt aber nicht, dass wir diese ganze Summe komplett für Planung verbrauchen wollen“, stellte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse im Fachausschuss klar. „Aber wir hätten dann bei den Haushaltsmitteln so viel Reserven, dass die Handlungsfähigkeit mit Blick auf spätere Entscheidungen zur Umsetzung der Maßnahme gegeben ist.“ 

Wo der avisierte Neubau errichtet werden könnte, steht weiterhin nicht fest. Die Gemeinde Colnrade beschäftigt sich aber seit einiger Zeit mit der Wohnbauentwicklung und hatte durchblicken lassen, in diesem Zusammenhang könnte sich ein möglicher Standort ergeben.

Zwei Anbauvarianten gescheitert

Götz Rohde (Grüne) dachte darüber nach, das alte Feuerwehrhaus abzureißen und an selber Stelle ein neues zu bauen. Dann erübrigte sich das Problem der Standortsuche. Mit dieser Option konnte sich Hartmut Post (CDU) anfreunden. „Das wäre sehr gut, wenn das klappen würde.“ 

Dass Colnrade indes die Kosten für ein ganz neues Grundstück laut Gemeinderatsbeschluss nicht komplett übernehmen würde, sondern nur zur Hälfte und bis zu einer Obergrenze von 40. 000 Euro, missfiel Hartmut Post augenscheinlich. Ob diese Abweichung von der bislang gängigen Praxis gewollt sei, müsste nach seiner Ansicht eigentlich mal der ganze Samtgemeinderat diskutieren. 

Bislang habe bei Neubauvorhaben jeweils die betroffene Mitgliedsgemeinde die Fläche kostenlos bereitgestellt und oft, so etwa im Falle der dezentralen Kindergärten, zusätzlich einen Zuschuss gewährt.

Gemeinde Colnrade will Freifläche behalten

Zwei optional zu einem ganz neuen Colnrader Feuerwehrhaus durchexerzierte – größere – Anbauvarianten sind, wie Herwig Wöbse erläuterte, letztlich am Widerstand der Gemeinde Colnrade gescheitert. Die Mitgliedskommune sei nicht bereit, die für Veranstaltungen und Feste genutzte Freifläche „in Richtung Kindergarten“ zur Verfügung zu stellen. „Das wäre aus ihrer Sicht ein zu großes Opfer“, erläuterte Wöbse. 

Ebenso käme ein Teilabriss des Dorfgemeinschaftshauses zwecks Erweiterung des bestehenden Feuerwehrhauses nicht in Betracht. Das habe Colnrade im Oktober „endgültig abgelehnt“. Eine kleinere Erweiterungslösung, die ebenfalls zwischenzeitlich geprüft worden sei, könne wiederum die Verwaltung nicht empfehlen. Zum einen sei hier fraglich, ob die Feuerwehrunfallkasse mitspielen würde; zum anderen bewirkte diese Alternative nur eine geringfügige Linderung der Raumnot.

Werner Richter (HBL) fand das Ausscheiden jeglicher Erweiterungsmöglichkeiten im vorhandenen Gebäudebestand „sehr beklagenswert“. Dass die Gemeinde Colnrade noch kein Grundstück für einen Neubau anbieten können, sei zwar schade, „aber das können wir nicht erzwingen“. Allerdings – und das begrüßte Richter ausdrücklich – könne die Samtgemeinde nach Klärung der Standortfrage gleich in die Planung einsteigen; dafür ebne der Feuerschutzausschuss mit seiner Beschlussempfehlung ja den Weg. 

boh

Rubriklistenbild: © Petzold

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