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Roman Pestrup sammelt fortan für „Brillen weltweit“

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Frisch ausgepackt: Kai-Uwe Jobst (r.), Geschäftsführer der Jo-Ba GmbH, lieferte den Sammelbehälter persönlich aus. Roman Pestrup (l.) sprach das Design durchaus an. - Foto: Bohlken
Frisch ausgepackt: Kai-Uwe Jobst (r.), Geschäftsführer der Jo-Ba GmbH, lieferte den Sammelbehälter persönlich aus. Roman Pestrup (l.) sprach das Design durchaus an. © Bohlken

Harpstedt - Als Kai-Uwe Jobst, Geschäftsführer der Jo-Ba GmbH (Bremen), am Dienstagnachmittag einen Sammelbehälter für nicht mehr benötigte Sehhilfen bei „Juwelier und Brillenmode Pestrup“ an der Großen Eßmerstraße 8 im Flecken aufstellte, hielt Roman Pestrup schon einen Karton mit gut 30 gebrauchten Brillen bereit.

Eine Ankündigung in unserer Zeitung, wonach der alteingesessene Harpstedter Betrieb fortan die Aktion „Brillen weltweit“ unterstützt, hatte viele Bürger bereits zum Spenden ermuntert. Die Initiative verfolgt das Ziel, Menschen rund um den Globus kostenlosen Zugang zu gespendeten Sehhilfen zu verschaffen – und zwar jenen, die sich selbst keine leisten können.

„Jo-Ba hat für diese Hilfsaktion ein Sammelkonzept für Deutschland entwickelt – nach dem Vorbild von Altkleidercontainern. ,Brillen weltweit’ war davon sehr angetan. Auch von dem Design, das wir für die Sammelbehälter kreiert haben. Inzwischen stehen bereits etliche Boxen in Koblenz und Umgebung. Wir von Jo-Ba fangen jetzt an, uns an Optiker in Norddeutschland zu wenden. Wir fragen sie, ob sie mit einem Sammelcontainer dabei sein wollen. Bei Pestrup war das Interesse auf Anhieb da. Weil wir eine Beschichtungsanlage in Bremen haben, konnten wir den mitmachenden Optikern die Gestaltung der Boxen weitestgehend nach ihren Wünschen ermöglichen. Das ,Brillen weltweit’-Logo muss natürlich zwingend drauf sein. Die Firmen, die Brillen sammeln, können sich jeweils mit ihrem Emblem auf den Behältern verewigen. Jede von ihnen zahlt einmalig 249 Euro“, erläuterte Kai-Uwe Jobst.

Im Preis inbegriffen sei die Abholung der Altbrillen. Für Sehhilfen mit einem Gewicht von rumd 30 Kilogramm reichen die insgesamt sechs Kartons aus, die in jeden Behälter passen. Die Abholung erfolgt auf Anforderung.

„Die Brillen gelangen nach Koblenz – zum Deutschen Katholischen Blindenwerk. Dort kümmert sich eine Art Behindertenwerkstatt um die Behebung etwaiger kleiner Schäden. Die Brillen werden ausgelesen und die Daten kategorisiert in einer Datenbank erfasst. Im Versand arbeitet ,Brillen weltweit’ ausschließlich mit Non-Profit-Organisationen zusammen. Angenommen, in Haiti soll geholfen werden. Dann sind dort ehrenamtliche Augenärzte und Optiker vor Ort. Sie machen öffentlichkeitswirksam auf die kostenlose Brillen-Ausgabe aufmerksam. Eine solche Aktion kann durchaus für 5 000 Menschen mit Sehschwächen ausgelegt sein. Deren Augen werden im Einzelfall ausgemessen. Auf der Grundlage der dabei zusammenkommenden Daten fordert die Non-Profit-Organisation dann bei ,Brillen weltweit’ die benötigten Stückzahlen in den jeweiligen Sehstärken an“, schildert Jobst das Prozedere. Natürlich passe nicht jede gespendete Altbrille hundertprozentig; gleichwohl werde stets eine deutliche Verbesserung der Sehleistung erreicht.

Jo-Ba hat sich vorgenommen, deutschlandweit 1.000 Sammelboxen aufzustellen. Die ersten 50 stehen schon – und sollen dauerhaft bei den jeweiligen Optikern verbleiben. „Wir sind aber auch erst Mitte Mai in die Werbung gegangen“, sagt Jobst.

Er räumt ein, dass die Sammelaktion für „Brillen weltweit“ zugleich einen Marketingeffekt für die mitmachenden Optiker hat. Wer eine alte Sehhilfe spendet und sie in die Sammelbox gibt, geht erfahrungsgemäß schon mal ins Geschäft hinein, um dort vielleicht nach einer neuen – modischen – Brille für sich Ausschau zu halten. boh

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