Demografieexpertin ruft zu höherer Wertschätzung für Senioren auf

Alt, aber nicht unnütz

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Harpstedt - Von Ove BornholtWenn die Menschen im Alter weiser werden, dürfte die Samtgemeinde Harpstedt in Zukunft vor Weisheit überlaufen. 2030 wird jeder dritte Einwohner über 60 sein. Auch der Anteil der Hochbetagten steigt an. „Aber nicht das Alter ist das Problem, sondern die Einstellung dazu“, betonte die Dötlinger Demografieexpertin Anne-Marie Glowienka während ihres Vortrages am Donnerstagabend. Der CDU-Samtgemeindebürgermeisterkandidat Herwig Wöbse hatte Glowienka und andere zu einer Diskussion über die Demografie eingeladen.

Sie präsentierte den gut 25 Zuhörern im Restaurant „Zur Wasserburg“ ein paar Daten zur Bevölkerung und deren Entwicklung in der Samtgemeinde. Einzig die Gruppe der über 65-Jährigen wird in den kommenden Jahren größer werden. Das Durchschnittsalter wird von 45 auf 51 Jahre steigen. „Der demografische Wandel trifft auch die Samtgemeinde“, so Glowienka.

Soweit wenig neues, könnte man meinen. Aber die Expertin lieferte auch ein paar Lösungsansätze. Vor allem müssten Ältere mehr integriert werden. „Es gibt eine Baufirma in Hamburg. Dort leitet ein 70-jähriger Polier die jüngeren Handwerker an“, präsentierte sie ein Beispiel. Im Alter würden zwar physische Fähigkeiten wie Sehen und Hören nachlassen. „Aber es gibt viele Dinge, die besser werden: Lebenserfahrung, Gelassenheit und soziale Kompetenz“, zählte sie auf. Man müsse die Aufgaben eben anders verteilen. Die Alten von heute seien „gesünder, fitter und mobiler“, als ihre Vorgänger. „Viele Senioren wollen keinen Ruhestand. Und schon gar keinen, in dem sie sich nur aufs Sofa legen“, betonte Glowienka.

Wöbse hatte auch die DRK-Ortsvereinsvorsitzende Reinholde Lehmhus und Heinfried Sander vom Seniorenbeirat Harpstedt eingeladen.

„Derzeit kümmern sich die fitten Alten um die nicht so fitten Alten“, fasste Lehmhus die Situation beim Roten Kreuz zusammen. Aber es gebe zu wenig junge und aktive Mitglieder. „Manche verstecken sich auch hinter ihrer Berufstätigkeit“, so die Vorsitzende. Sie schlug vor, die Bürger über 60 zu befragen, was sie an Seniorenarbeit in Harpstedt vermissen.

Sander betonte, dass der Seniorenbeirat die Vereine unterstütze. „Sie machen eine unwahrscheinlich gute Seniorenarbeit.“

„Es macht mir Sorgen, dass das DRK Probleme hat, jüngere Leute zu finden“, meinte Wöbse. „Ich finde es ist eine gute Idee, Leute zum Beispiel zum 60. Geburtstag aktiv anzusprechen, um ihr Potenzial auszuschöpfen.“

Die von Glowienka vorgestellten Daten zur Bevölkerungsentwicklung sind zum Teil auch im Internet abrufbar.

http://www.wegweiser-kommune.de

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