Alles zum Thema Hochzeit: Aussteller präsentieren sich in Dünsen

Messe für Mutige

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Für die Selfie-Box posierten diese vier Besucherinnen mit Accessoires für eine wilde Partynacht.

Dünsen - Von Ove Bornholt. Um vor den Altar zu treten und (vielleicht) den Bund fürs Lebens zu schmieden, braucht es Mut. Aber auch eine Torte, Ringe, einen Pastor, Blumengestecke, einen Fotografen und noch viel mehr. Was es da so alles gibt, zeigten am Sonntag die Aussteller bei der Hochzeitsmesse in Dünsen.

Gleich beim Eintreten in die zwei Ausstellungsräume bei „Rogge Dünsen“ fiel der Blick unweigerlich auf den Stand von Pastorin Elisabeth Saathoff. Die Geistliche war zum ersten Mal auf der Messe vertreten und hatte sich gleich nach der Sonntagspredigt auf den Weg gemacht. Im Gegensatz zu allen anderen Ständen, an denen umfangreiches Material von Tortenmodellen über Brautkleider bis zu Dutzenden Ringen auslag, schien ihr Stand eher spartanisch bestückt.

Saathoff ging direkt auf die Besucher zu und bat diese an ihre Meinungsbox. Mit einer kleinen Kugel stimmten die Brautpaare und deren Anhang – viele Frauen hatten zur Verstärkung noch die Mama oder eine Freundin mitgebracht – für einen von vier Gründen für eine Trauung. „Weil es so schön festlich ist“ und „Wir wünschen uns Gottes Segen“ lagen dabei fast gleich auf. „Wir lassen uns nicht kirchlich trauen“ war auch vertreten, lag aber mit Abstand auf Platz drei. Für „Oma möchte das gern“ erwärmte sich nur eine Handvoll der Wähler.

„So vielfältige Gewerbe habe ich nicht für eine Hochzeit erwartet“, gestand die Pastorin mit Blick auf die Stände um sie herum. Sie freue sich, bei der dritten Auflage der Messe vertreten zu sein und verstehe nun viele Anliegen der Brautpaare besser.

Gleich nebenan präsentierte Konditormeister Robert Heinzel aus Dünsen vielfältige Tortenmodelle – sogar eine Weltkugel war dabei. Und das typisch deutsche Etagerie-Model einer Sahnetorte mit dem Brautpaar aus Plastik auf der Spitze? Heinzel winkte ab. Der Trend gehe zu englischen und französischen Torten, erklärte er. Die Kalorienbombe von der Insel zeichnet sich laut dem Konditor durch den Zuckerüberzug und die Buttercremefüllung aus. Während das französische Feingebäck – Heinzel sprach von Pâtisserie – sich durch fruchtige Musfüllungen und kleine, einzelne Stücke auszeichne. Auch Marzipanblüten hätten den „Touch der 50er-Jahre“, merkte der Bäcker kritisch an. „Heute ist alles deutlich edler als früher.“

Edel ging es auch im zweiten, größeren Raum zu. Dort bot Verkäuferin Sandra Timmermann vom Wildeshauser Juwelier Meyer & Rademacher Ringe feil. Für nostalgische Leser sei hier vermerkt, dass die typischen gelbgoldenen Ringe immer noch beliebt sind.

Währenddessen vollzieht sich bei den Brautkleidern – Anzüge wurden bei der Messe mit keinem Wort erwähnt – offenbar ein Trendwechsel. Zumindest wenn man Elena Steinbrenner-Feldmann, Inhaberin des Brautmodengeschäfts „Prinzessin“ in Syke, Glauben schenken will. „Was vor zehn Jahren in Mode war, kommt jetzt wieder. Elegante Kleider. So wie Grace Kelly.“ Derzeit seien aber noch viele Kleider mit Spitze und Verzierungen wie Steinchen oder Glitzer gefragt.

Ein Glitzern in den Augen hatte auch Michaela Maruhn (32) aus Delmenhorst. Gemeinsam mit ihrem Bald-Bräutigam hatte sie die Selfie-Box entdeckt und auf ihrer Hochzeits-Wunschliste eingetragen. Durch eine grüne Leinwand hinter den Fotografierten lässt sich ein beliebiger Hintergrund in eines der Bilder, die die Box gleich ausdruckt, einfügen.

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