Anbau für die Tagesförderstätte soll im Frühjahr fertig sein

Albertushof schafft mehr Platz

Das Richtfest wurde im September gefeiert. Foto: Albertushof
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Das Richtfest wurde im September gefeiert.

Groß  Ippener – Die Arbeiten am Anbau der Tagesförderstätte des Albertushofes in der Gemeinde Groß Ippener gehen gut voran. Für rund 450.000 Euro baut die Einrichtung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung zwei neue Beschäftigungsräume von je 50 Quadratmetern mit großzügigen Terrassen an. Ziel ist die Erhöhung der Betreuungsqualität in Kleingruppen von jeweils sechs Beschäftigten. Aktuell sind 26 Personen in die Tagesförderung integriert.

Zusätzlich zu den Beschäftigungsräumen sind eine Küchenzeile und ein Pflegebad sowie ein Therapieraum und ein Büro für den Fachbereichsleiter Christof Naber geplant. Dieser ist auf dem Albertushof seit 20 Jahren in der Heilerziehungspflege und seit drei Jahren als Heilpädagoge aktiv. „Wir möchten durch die zusätzlichen Räume erreichen, dass sowohl Musik- und ergotherapeutische Angebote als auch die Kreativität gefördert werden. Momentan ist es etwas eng, und wir wollen alles etwas entzerren“, so Naber.

Das Angebot der Tagesförderung steht allen beeinträchtigten Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf offen und ist zudem ein Angebot für jene, die nicht auf dem Albertushof wohnen. „Durch die zusätzlichen Räume und kleineren Gruppen können wir den Beschäftigten eine bessere Bildung zukommen lassen“, erklärt Naber. Jeder einzelne habe einen individuellen und zugleich speziellen Förderbedarf, dem die Einrichtung dann auch gerecht werden könne. Ein Team von pädagogisch, ergotherapeutisch und handwerklich ausgebildeten Mitarbeitern begleite die Beeinträchtigten und ermögliche Perspektiven für eine sinnvolle Tagesstruktur. Im Mittelpunkt stünden lebenspraktische und soziale Fähigkeiten.

Die Tagesförderung erledigt für Firmen kleine Aufträge wie Verpackungs-, Sortier- oder Montagearbeiten. „Wir sind immer auf der Suche nach Betrieben aus der Samtgemeinde Harpstedt, damit unsere Beschäftigten durch kleine Tätigkeiten eine Tagesstruktur vermittelt bekommen“, erläutert Naber. Firmen, die sich angesprochen fühlen, können sich bei ihm unter Telefon 04221/926211 melden.

Großen Wert legt man im Albertushof auch auf Kreativangebote, Ausflüge und Waldspaziergänge. Sehr stolz ist die Einrichtung auf eine Apfelmosterei, die im Herbst vergangenen Jahres den Betrieb aufnahm. Das Aufsammeln, Waschen und Mosten des Obstes mache allen sehr viel Spaß und fördere die Gemeinschaft. Diese ist auch gefragt, wenn es nach Fertigstellung des Anbaus, die für das Frühjahr anvisiert ist, an die Anlegung des Außenbereiches geht. Den wollen die Beschäftigten unter Anleitung eines Gärtners selbst gestalten. Und das sie dafür durchaus Talent haben, ist an bereits entstandenen Vorgärten einzelner Wohnbereiche zu sehen.

Auch der Umweltaspekt wird berücksichtigt: Das Flachdach erhalte eine Begrünung. „Und wir haben darauf geachtet, dass der Anbau optisch zu unserem Hofpark passt“, ergänzt Naber.

Die Planungen für das Projekt waren bereits im Januar 2018 angelaufen. Aufgrund der Baukonjunktur explodierten die Preise. Der Albertushof hofft, die Summe von 450 000 Euro nicht komplett alleine finanzieren zu müssen. Ein Antrag auf einen Zuschuss bei der „Aktion Mensch“ ist gestellt – mit einem Ergebnis könne jedoch erst nach der Fertigstellung gerechnet werden. Diese ist auf einem guten Weg. Im September feierte die Einrichtung Richtfest.  aro

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