Adventsfeier der Senioren-Union Harpstedt

Teils politisch und teils erheiternd

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Hatte sich in ihr „Erzählerinnengewand“ gehüllt: Helga Bürster aus Dötlingen.

Harpstedt - „Das Thema ist allgegenwärtig“, sagte die Vorsitzende Charlotte Diekmann am Donnerstag-nachmittag während der Adventsfeier der Harpstedter Senioren-Union der CDU im Hotel „Zur Wasserburg“ in Anspielung auf die Flüchtlingssituation. Das traf sogar auf die Veranstaltung selbst zu. Sowohl Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse als auch die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen widmeten sich den mit den Flüchtlingen verbundenen Herausforderungen.

Das zuversichtliche „Wir schaffen das!“ von Kanzlerin Angela Merkel, das fast schon zum geflügelten Wort avanciert ist, verknüpfen inzwischen auch Parlamentarier der CDU häufig mit einem „Aber“ oder einer ordentlichen Prise Skepsis. Bei Grotelüschen klang das so: „Wir brauchen eine Begrenzung. Wir müssen die Flüchtlingszuströme insofern kappen, als dass wir sie bewältigen können.“

Ansonsten argumentierte die Abgeordnete auf der Linie ihrer Partei. Sie rechtfertigte den militärischen Einsatz von Tornado-Aufklärern im Syrien-Konflikt, räumte aber ein, sich mit ihrem „Ja“ dazu schwer getan zu haben. Richtig sei es gewesen, „zusätzliche sichere Herkunftsländer zu formulieren“. Den Schleusern müsse das Handwerk gelegt werden – auch mit Hilfe sogenannter „Hot Spots“. Übertriebene Vorschriften, etwa im Baurecht, dürften nicht länger verhindern, dass noch mehr Asylsuchenden geholfen werden könne. Grotelüschen begrüßte den kommenden Ausweis für Flüchtlinge. Weiterhin müsse die europäische Solidarität zur Bewältigung der Zuströme eingefordert werden. „Ja, wir brauchen Zuwanderung“, sagte die Abgeordnete, aber das habe mit der aktuellen Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen, eigentlich nichts zu tun. „Ich bin ein pragmatischer Mensch. Wir müssen sehen, was wir schaffen können“, wandelte sie das Wort der Kanzlerin mit Blick auf die große Integrationsaufgabe ab, die in vielen Bereichen erhebliche Anstrengungen verlange, etwa in Kinderbetreuung, Schulwesen und auf dem Arbeitsmarkt. Bis zum Ende der Veranstaltung konnte Grotelüschen nicht bleiben. Der nächste Termin saß ihr im Nacken – die Adventsfeier der Senioren-Union in ihrer Heimatgemeinde Großenkneten.

Zum Schmunzeln animierte Autorin Helga Bürster die gut 60 Anwesenden in der „Wasserburg“. Sie hatte sich in ihr „Erzählerinnengewand“ gehüllt. Im Mittelpunkt ihrer ersten Geschichte stand Jakob Kuhschwanz, ein Landwirt, der wiederholt im Traum eine Stimme vernimmt, die ihm sagt: „In Harpstedt auf der Amerikabrück‘ wartet auf dich das Glück.“ Seine resolute Frau, die ihn regelmäßig zum Ausmisten der Ställe antreibt, hindert ihn zunächst daran, dieser Verheißung auf den Grund zu gehen. Träume sind ihrer Ansicht nach „Schäume“. Schließlich aber macht sich Jakob doch auf den Weg. Den ganzen Tag wartet er auf der „Amerikabrück‘“ auf das Glück. Am Morgen begegnet ihm dort ein reicher Kaufmann – und am Abend erneut. Der lässt sich den Grund für das lange Ausharren des Bauern schildern. „Träume sind Schäume“, erwidert der Kaufmann. Er selbst habe, so erzählt er, von einem Mann namens Jakob Kuhschwanz geträumt, der nichts von einem unter seinem eigenen Bett vergrabenen Schatz wisse. Der Bauer weiß daraufhin, was er zu tun hat, und findet an der ihm verratenen Stelle tatsächlich eine Kiste voller Goldtaler. Für diese und weitere – sehr lebendig vorgetragene – Geschichten heimste Bürster viel Beifall ein.

Fred Büchau überreichte Charlotte Diekmann und Schatzmeisterin Ute Rhode je eine Pflanze als Dankeschön für ihre ambitionierte Vorstandsarbeit.

boh

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