Nachruf

Adolf Knapp ist tot: Unikum im Anzeigengeschäft

Adolf Knapp (†).
+
Adolf Knapp (†).

Harpstedt – In der „Rentnerbänd“, die sich fortlaufend um die Pflege des Koems-Geländes in Harpstedt kümmert, versprühte er stets gute Laune. Frohsinn, gepaart mit Ehrgeiz sowie Talent fürs Verkaufen, Reimen und Zeichnen, hatten Adolf Knapp schon als Anzeigenberater bei der Kreiszeitung zu einem Ass in seinem Beruf gemacht. In der Nacht zum Sonnabend ist der mit Harpstedt verwurzelte Ruheständler österreichischer Herkunft nach kurzer schwerer Krankheit überraschend verstorben – im Alter von 82 Jahren. Weggefährten nahmen die Nachricht schockiert auf.

„Je älter ich werde, desto zufriedener bin ich“, blickte Knapp acht Monate vor seinem Tod mit Genugtuung auf ein bewegtes Leben zurück. Damals promotete er gerade sein Buch „Da haben wir den Salat!“ mit humorvoller Alltagslyrik. Schon während seiner kaufmännischen Lehre in einem großen Gemischtwarenladen offenbarte sich, dass in dem gebürtigen Kärntner ein geborener Verkäufer steckte.

Mit Stift hinterm Ohr zum Kunden

Als er am 7. November 1977 bei der Kreiszeitung Syke anfing, hatte er vom Anzeigengeschäft keinen Schimmer. Mit Hartnäckigkeit und Freundlichkeit machte er das mehr als wett. Schickte ein Kunde ihn durch die Hintertür hinaus, kam er durch die Vordertür wieder herein, und unterwegs hatte er auf ein Stück Papier gekritzelt, wie die Anzeige aussehen könnte, die er zu verkaufen gedachte. Dazu ein flotter Reim auf den Lippen – und das Geschäft war perfekt. Der Stift hinterm Ohr fehlte bei keinem Kundengespräch. Der Kreiszeitung blieb Knapp auch nach Antritt seines Ruhestands im Sommer 2002 immer verbunden.

Nie die Bodenhaftung verloren

Mit den Erlösen aus dem Verkauf von „Ich bin zweimal geimpft“-Buttons bedachte er in der Coronakrise Menschen in Harpstedt, die beim Testen und Impfen ihr Bestes zum Wohle aller gaben: die Malteser und das Gemeinschaftsarztpraxis-Team an der Mullstraße.

Nie verlor er die Bodenhaftung. In geselligen Runden fühlte er sich wohl. Wöchentliche Knobelabende in der „alten Herberge“ genoss er bis zuletzt. Und wo immer er durch eine Tür kam, schlugen ihm Sympathien entgegen und öffneten sich Herzen. Die ehemaligen Kollegen, aber sicher auch viele Harpstedter werden Adolf Knapp schmerzlich vermissen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Wildeshauser spendet Stammzellen an Blutkrebs-Patienten

Wildeshauser spendet Stammzellen an Blutkrebs-Patienten

Wildeshauser spendet Stammzellen an Blutkrebs-Patienten
Noch darf jeder Kunde den Laden betreten

Noch darf jeder Kunde den Laden betreten

Noch darf jeder Kunde den Laden betreten
Geflügelpest im Landkreis Oldenburg ausgebrochen

Geflügelpest im Landkreis Oldenburg ausgebrochen

Geflügelpest im Landkreis Oldenburg ausgebrochen
Ein Ganderkeseer steigt weiter auf

Ein Ganderkeseer steigt weiter auf

Ein Ganderkeseer steigt weiter auf

Kommentare