Maßnahme der Landesforsten im Interesse des Trinkwasserschutzes

Aus Acker wird in Dünsen und Düngstrup Laubwald

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Björn Staggenborg und Jörg Brümmer auf der Aufforstungsfläche in Düngstrup.

Dünsen/Düngstrup - Mehr als acht Hektar Laubwald seien im Frühjahr in den Gemarkungen Dünsen und Wildeshausen-Düngstrup neu angelegt worden, teilen die Landesforsten mit.

Die betreffenden Ackerflächen habe schon vor einigen Jahren der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) in Wassereinzugsgebieten angekauft. Das Forstamt Ahlhorn habe die Areale nun „nach einem langjährig bewährten Verfahren“ mit verschiedenen Laubbäumen bepflanzt.

Die Aufforstung der beiden Flächen durch die Niedersächsischen Landesforsten sei schon länger geplant gewesen; inzwischen sei sie abgeschlossen.

„Mit einer speziellen Pflugtechnik wird die alte Pflugsohle aufgelockert und der nährstoffhaltige Oberboden abgedeckt, damit die Nährstoffe den Bäumen lange zur Verfügung stehen und nicht in das Grundwasser auswaschen“, schildert Förster Björn Staggenborg das Vorgehen. Er betreut das Projekt für die Landesforsten.

Der vorab gesäte Waldstaudenroggen unterbinde, so sagt er, Unkrautwuchs, binde Nitrat und schaffe zudem „für die empfindlichen Laubbäume ein schützendes Kleinklima“.

Zusammen mit Jörg Brümmer von der Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg begutachtete Staggenborg unlängst den Anwuchserfolg der Aufforstung, die als Ersatzmaßnahme von einem großen Netzbetreiber kofinanziert wird.

Weitere Aufforstung für Frühjahr vorgesehen

Die Erfüllung der ohnehin erforderlichen Ausgleichsmaßnahme im Wasserschutzgebiet schafft nach Darstellung der Landesforsten den Zusatznutzen des Grundwasserschutzes. Die erforderliche Inanspruchnahme von zusätzlicher landwirtschaftlicher Nutzfläche reduziere sich so erheblich. Eine weitere Aufforstung im Raum Dünsen und Wildeshausen sei im nächsten Frühjahr vorgesehen, sofern „die Ergebnisse einer intensiven archäologischen Prospektion der Wiederbewaldung nicht entgegenstehen“.

Eichen dominieren die beiden Pflanzflächen, die in Dünsen 5,7 Hektar und in Düngstrup 2,6 Hektar ausmachen. „Wir können den Eichenanteil unserer Wälder am besten auf Freiflächen erhöhen, wo die Lichtbaumart Eiche weniger mit anderen Bäumen konkurriert“, favorisiert Projektleiter Staggenborg diese Baumart. Aber mit Blick auf den Klimawandel sind auch weitere Baumarten in den Pflanzungen erkennbar: Sommerlinden, Flatterulmen sowie wärmeliebende Esskastanien. An den bis zu 20 Meter breiten Waldrändern tummeln sich verschiedene Sträucher und Wildobstbäume, die im geschlossenen Hochwald auf Dauer nicht bestehen könnten. „Breite, stufig aufgebaute Waldränder mit Stauden, Büschen und niedrigen Bäumen sind uns für die Artenvielfalt wichtig“, betont Staggenborg. „Außerdem sind blühende Waldränder für Waldbesucher in den entsprechenden Jahreszeiten ein echter Hingucker.“

In den nächsten Jahren würden im Raum Wildeshausen und Harpstedt durch die Niedersächsischen Landesforsten unter dem Aspekt des Grundwasserschutzes weitere Wälder neu angelegt.

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