„Landhaus Dünsen“ bleibt vorerst dicht / Verkaufsabsicht hat mit Corona nichts zu tun

Abstandsregel verhindert Wiedereröffnung

Steht zum Verkauf: das „Landhaus Dünsen“.
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Steht zum Verkauf: das „Landhaus Dünsen“.

Dünsen – Die Gastronomie in der Samtgemeinde Harpstedt lebt zu einem guten Teil vom Saalbetrieb. Das erklärt, warum in der Pandemie trotz „Lockerungen“ noch nicht alle Lokale wieder geöffnet haben. Udo Sandkuhl will sein „Landhaus Dünsen“ spätestens aufmachen, wenn die Abstandsregel fällt. Noch hofft er, dass er zumindest Feiern anlässlich der in den September verschobenen Konfirmationen realisieren kann. „Das hängt aber von der Größe der Gesellschaften ab“, sagt er.

Im Moment sei ihm ein wirtschaftlicher Betrieb unter Einhaltung des geforderten Mindestabstands leider nicht möglich, bedauert der Gastronom. „Wegen Corona ist das Gasthaus schon seit dem 16. März geschlossen, und damit gingen die Einnahmen runter auf null. Uns stehen ein größerer und zwei kleinere Räume zur Verfügung. Weil wir keinen richtig großen Saal haben, bekommen wir bei Feiern im Moment immer ein Problem mit der Abstandsregel. Fällt das Abstandsgebot, können und werden wir wieder öffnen“, kündigte Sandkuhl im Gespräch mit unserer Zeitung an. „Vorher wollen die meisten Leute im Übrigen sowieso gar nicht feiern. Das merken wir ja an den Buchungen“, fügte er hinzu.

Die Haupteinnahmequelle seien Familien- und andere Feste. „Das Lokal liegt in Dünsen, einem beschaulichen Dorf. Da lohnt sich das A-la-Carte-Geschäft allein nicht. Der Aufwand stünde in keinem gesunden Verhältnis zu den Einnahmen“, weiß Udo Sandkuhl. Am 1. April 1992 hatte er das bereits 1968 von seinen Eltern erworbene „Landhaus Dünsen“ übernommen. Rund 40 Jahre Arbeit in der Gastronomie liegen mittlerweile hinter ihm. Von daher verwundert es nicht, dass er so langsam ans Aufhören denkt.

Schon deutlich bevor Corona ein Thema war und sich zu einer Pandemie „auswuchs“, hat Sandkuhl begonnen, sich um einen Käufer für die Gaststätte zu bemühen. „Das heißt aber nicht, dass ich jetzt schon aufhöre“, betont er. „Ich bin 57 Jahre alt, habe noch keinen Nachfolger und rechne damit, dass es schon drei bis fünf Jahre dauern wird, das Lokal zu verkaufen. Das geht ja nicht mal eben so. Das ist schon etwas anderes, als ein Einfamilienhaus zu veräußern. Deshalb kann ich nicht erst mit 63 oder 64 anfangen, mich um einen Nachfolger zu bemühen.“ In Dünsen und weit darüber hinaus genießt das „Landhaus Dünsen“ einen ausgezeichneten Ruf – als gemütliche Gastwirtschaft, die Feiern mit bis zu gut 100 Personen möglich macht und obendrein mit klassischer deutscher Küche punkten kann.

Sicherlich wünschen sich viele Ortsansässige, aber auch Gäste „von außerhalb“, dass ihnen das Lokal so, wie sie es kennen, noch möglichst lange erhalten bleibt.

Von Jürgen Bohlken

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