Absolventen einer Fortbildung dürfen sich nun Wildnispädagogen nennen

„Die Belange der Natur ernst nehmen“

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Der Spaß kam während der Fortbildung nicht zu kurz.

Horstedt - Längst etabliert haben sich in Module unterteilte Fortbildungen der Wildnisschule Wildeshausen für Menschen, die anderen Wildniswissen und Naturerlebnisse vermitteln wollen, Kenntnisse und Fertigkeiten in bestehenden oder geplanten Arbeitsfeldern erweitern möchten oder einfach nur den Wunsch haben, einem intensiveren Weg im Kontakt mit der Natur zu folgen.

In diesem Jahr absolvierten 20 Teilnehmer im Alter von 20 bis 60 Jahren die berufsbegleitende Qualifizierung zum Wildnispädagogen in sieben Wochenendblöcken – von März bis November. Sie nahmen teils längere Anreisen in Kauf. Einige kamen aus Berlin oder der Pfalz, andere aus Osnabrück, Oldenburg oder Bremen. Am vergangenen Wochenende fand die Fortbildung auf dem Gelände des Tagungshauses „Mikado“ in Horstedt ihren Ausklang. Für die Teilnehmer, die sich zuvor mit Naturmentoring und Coyote Teaching, Tieren und ihren Spuren, Fertigkeiten des Wildnislebens, „essbarer“ Wildnis oder auch Gruppenleitung in der Natur befasst hatten, standen nun fünf Präsentationen zu Projekten beziehungsweise die Abschlussarbeiten auf dem Programm – jeweils erarbeitet in Viererteams. Die erstellten Mappen umfassten teilweise sogar 100 Seiten. „Wir geben den Gruppen im Anschluss ein Feedback. Das ist sehr wichtig“, unterstrich Wildnispädagogin Judith Wilhelm. „Eine Gruppe von drei Männern möchte Waldläufe für Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren anbieten. Dabei wird sie eine Woche lang im Wald unterwegs sein – mit Gepäck, versteht sich“, erläuterte ihre Kollegin Myriam Kentrup.

Im ersten Projekt ging es darum, sich mit dem zu ernähren, was die Natur hergibt, und etwa Wildkräuter zu sammeln und zuzubereiten, ohne auf Töpfe beim Kochen zurückzugreifen. Das zweite Projekt – zum Thema innere Naturerfahrung – war ein reines Frauenprojekt. Ein weiteres hatte generationsübergreifenden und inklusiven Charakter; das vierte schlug einen Bogen von der „Wildnis“ zur Freinet-Pädagogik. Zu guter Letzt ging es um alte Kulturen, etwa die indianische, und darum, wie Wildnispädagogik von deren Wissen über die Natur profitieren kann. Das i-Tüpfelchen stand am Sonntag auf dem Programm: die Übergabe der Zertifikate. Die Absolventen dürfen sich nun Wildnispädagogen nennen.

„Im letzten Jahr haben wir zu Beginn des Seminars im März einen Baum gepflanzt. Beim Abschluss wurden dann bei dem Baum Lieder gesungen. Hierbei stellten wir uns die Frage: Der Baum ist gewachsen – und was in uns?“, blickte Wilhelm zurück.

Myriam Kentrup machte Erlerntes auch an ganz praktischen Beispielen fest, etwa daran, dass die Zubereitung eines Nierentees in der Wildnis Wissen über Pflanzen voraussetzt. Die Belange der Natur ernst nehmen – das sei eine zentrale Botschaft gewesen.

Einen Info-Abend zur nächsten Weiterbildung dieser Art gibt es am 8. Dezember, 19.30 Uhr, in der Bremer VHS (Faulenstraße 69, Bremen). Anmeldungen sind unter Tel.: 0421/ 3613636 möglich.

aro

www.wildnisschule.de

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