75 Abgänger der Haupt- und Realschule Harpstedt gestern verabschiedet / Elf von ihnen beginnen eine Ausbildung

„Spielt fair! Sonst gibt es die gelbe Karte“

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Ehe am Abend die Abschlussparty im Gasthaus Beneking steigt, wurden die Entlassschüler feierlich verabschiedet.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Jeden Morgen in den Unterricht gehen, sich ständig auf neue Situationen und Menschen einstellen müssen, immer wieder mit neuen Sachverhalten und Aufgaben konfrontiert werden, Inhalte aufschreiben, verinnerlichen und obendrein Noten bekommen für Leistungen – wozu das alles gut gewesen sein soll, haben sich die 75 Abgänger der Haupt- und Realschule Harpstedt sicherlich schon gefragt. „Ihr werdet die Antwort in der Zukunft finden, nämlich dort, wo es nach den Sommerferien weitergeht“, versicherte ihnen heute Rektor Peter Bilski während der von der Radio-AG und Lehrer Eike Harnisch organisierten Entlassfeier in der Pausenhalle mit Ausgabe der Abgangszeugnisse.

„Keine Angst: Auch wenn ihr feststellt, dass ihr noch nicht alles gelernt habt, wird immer jemand da sei, der euch hilft. Wichtig ist nur, diese Hilfe auch anzunehmen“, fuhr der Schulleiter fort. Das Lernen höre nie auf. Für den, der neugierig bleibe und Interesse zeige, werde sich manche Tür öffnen. „Das Schwierigste wird in Zukunft sein, sich immer für den richtigen Weg zu entscheiden. Im Zweifelsfall entscheidet ihr euch am besten für den Weg, von dem ihr meint, dass ihr ihn auf jeden Fall schafft“, riet der Rektor.

Wie‘s weitergeht, zeichnet sich in vielen Fällen schon ab. Zehn bisherige Neuntklässler aus dem Hauptschulzweig durchlaufen die H10. Zwei Abgänger aus der H9, drei aus der H10 und sechs aus der R10a werden eine Ausbildung beginnen; einer aus der H9, sechs aus der H10, sieben aus der R10a sowie elf aus der R10b besuchen künftig eine Berufsfachschule und zwei aus der H10, fünf aus der R10a sowie vier aus der R10b fortan die Fachoberschule.

Die besten Abschlusszeugnisnotendurchschnitte in ihren Klassen erreichten Anna Wloch (2,31) in der H9, Sabrina Gräfe (2,50) in der H10, Vanessa Elber, Michelle Kreutz und Anna Lena Lehmkuhl (alle 1,79) in der R10a sowie Maximilian Oebker (2,07) in der R10b.

13 Hauptschüler haben ihren Hauptschul-, fünf den Sek.I-Hauptschul- und sechs den Sek. I-Realschulabschluss in der Tasche. Bei den Realschülern ergibt sich folgendes Bild: 23 schafften ihren Realschulabschluss, 24 sogar den erweiterten; drei beginnen mit dem Sek.I-Haupt- und einer mit dem einfachen Hauptschulabschluss den neuen Lebensabschnitt. „Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann“, urteilte Peter Bilski, ehe er den Abgängern gute Ratschläge anhand von Begriffen aus der Welt des Fußballs mit auf den Weg gab: „Jetzt ist euer Trainingslager Schule beendet. Ihr dürft aufs Feld, ihr seid am Ball. Stürmt vor, aber nicht zu unbedacht! Guckt auch mal nach links oder rechts, damit ihr nicht im Abseits steht und ihr eure Mitspieler nicht aus dem Blickwinkel verliert! Spielt fair! Sonst gibt es die gelbe Karte. Passt auf eure Knochen auf, damit ihr nicht vom Spielfeld getragen werden müsst! Und wenn ihr nicht gleich ein Tor schießt, nicht verzagen! Der nächste Angriff kommt bestimmt. Und damit auch eure nächste Chance.“

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse hielt seine Rede an die Abgänger ohne Manuskript – wie ein Schüler, der in einer Klausur ja auch nicht auf einen Spickzettel zurückgreifen darf. „Die Noten sind das Eine; entscheidend ist aber, aus den eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und vielleicht auch Beschränkungen das Beste zu machen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern selbstbewusst und mit Mut nach vorn zu gehen. Wenn ihr euch selbst helft, wenn ihr selbst Lösungen findet, die für euch passen, werdet ihr alle Wege offen haben“, zeigte er sich überzeugt. Er ermunterte die Abgänger, Herausforderungen anzunehmen, denn wer diese dann meistere, erfahre dadurch mehr Selbstvertrauen als derjenige, dem alles in den Schoß falle.

„Wir als Samtgemeinde bedauern, dass Sie sich noch mal verändern wollen, respektieren aber gleichwohl Ihre Entscheidung und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute“, sagte Wöbse zu Peter Bilski, der in Kürze die Wiesenhofschule in Wilhelmshaven leiten wird. Als Rektor habe der 62-Jährige „hier in Harpstedt Duftmarken hinterlassen“, spielte er auf dessen Bemühungen an, der kommenden Oberschule zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen. Die neue Schulform habe gute Chancen, den Standort Harpstedt nach vorn zu bringen, so Wöbse in der auch mit Beiträgen der Abschlussklassen gespickten Feierstunde. Die Samtgemeinde sei hoffnungsvoll, dass nach den Sommerferien das Kollegium das Oberschulkonzept sehr gut umsetzen werde.

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