Abdeckfolie im Moor soll unkrontollierte Ausbreitung verhindern

Projekt des Landkreises gegen Japanknöterich

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Die Bewohner des Deepen Moors kommen mit der Schutzplane ganz gut klar.

Prinzhöfte/Landkreis - Das Sandmoor ist ein mehrere Hektar großes Naturdenkmal im Zentralbereich der Klein Henstedter Heide. Wer den kurzen Weg in das Moor geht, traut seinen Augen nicht: Dort wo die Moorkuhlen mit Torfmoos und Sumpfcalla beginnen, wo der Moorfrosch ins schwarze Wasser springt, ist eine Fläche von rund 100 Quadratmetern mit schwarzer Folie bedeckt. Doch das ist nicht das Werk eines Umweltfrevlers, sondern eine Maßnahme der Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg, dem Japanknöterich das Licht zu nehmen.

Mit Schrecken musste die Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide vor einigen Jahren feststellen, dass sich am Rand des Sandmoors eine Pflanze aus Fernost breit macht, die eine massive Gefahr für den sensiblen Lebensraum des Moores darstellt.

Der aus Asien stammende „Neophyt“ wurde im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa teilweise aktiv in Gärten oder Wäldern angepflanzt und vermehrt sich seitdem auch unkontrolliert in der freien Landschaft. Inzwischen sind die breitblättrigen, mehr als zwei Meter hohen Sträucher keine Seltenheit mehr, denn sie treten an vielen Wegen und Straßen auf. Dies stellt eine Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt dar, die auf den „konkurrenzstarken Gegner“ nicht vorbereitet ist, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Knöterich zeichnet sich durch extrem schnelles Wachstum und Robustheit aus. Abmähen oder Ausreißen führten im Sandmoor zu wenig Erfolg, obwohl die Schutzgemeinschaft alle Pflanzenreste zur Müllverbrennung brachte. Selbst das Ausgraben der tiefliegenden Wurzeln zeigte keine Wirkung. Gift kann auch nicht zum Einsatz kommen, da das die Ökologie in Gefahr bringen würde.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises ließ darum vor rund vier Jahren 300 Quadratmeter Fläche mit einem wasserdurchlässigen Netz bedecken. Damit gelang es weitgehend, den Knöterich zu unterdrücken. Doch unter dem Rand der abgedeckten Fläche kommt die Pflanze immer wieder hervor – vor allem dort, wo viel Licht einfällt.

Deshalb bat die Schutzgemeinschaft nun die Naturschutzbehörde erneut um Hilfe. Im Deepen Moor, einem anderen Naturdenkmal der Klein Henstedter Heide, hatte die mehrjährige Abdeckung mit einer schwarzen, lichtundurchlässigen Folie Wirkung gegen den Eindringling gezeigt. „Der erfolgreiche Versuch macht Hoffnung, dass jetzt auch im Sandmoor das Problem gelöst werden kann“, erklärt Corinna Kricke, Vertreterin der Naturschutzbehörde.

Auch die Bürger ruft die Schutzgemeinschaft zur Mithilfe und Rücksichtnahme auf: Gartenabfälle enthalten oft standortfremde Zierpflanzen und sollten niemals in der freien Landschaft entsorgt werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Außerdem sollten die sensiblen Moorstandorte nicht betreten werden, um Störungen und Schädigungen der Tiere und Pflanzen zu vermeiden. Denn wer die Torfmoosteppiche betritt, läuft auch Gefahr, in alte Torfstiche einzusacken.

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