Hochkaräter unter den Springreitern

Aachen im Kleinen auf der Anlage von Sören Pedersen

Das Turnier bot auch Janne-Friederike Meyer-Zimmermann Gelegenheit, Nachwuchspferde auf Gras zu testen. Mit „Joy“ schob sie sich im Zwei-Phasen-S-Springen zunächst an die Spitze, fiel aber dann auf Platz sechs zurück.

Wohlde - Von Jürgen Bohlken. „Das hier ist wie Aachen in Klein“, zeigte sich Gilbert Böckmann, ehemaliger Deutscher Mannschaftsmeister im Springreiten, beeindruckt von den Turnierbedingungen, die renommierte Reitsportler Dienstag bei Sören Pedersen in Wohlde vorfanden. Der Gastgeber überließ nichts dem Zufall.

„Es gibt auch andere Berufsreiter, die unter der Woche Turniere dieser Art organisieren. Aber so perfekt wie Sören kriegt das sonst niemand hin“, gab Janne-Friederike Meyer-Zimmermann, Mannschaftseuropameisterin von 2011, gern zu. Schon die professionelle Aufwärmzone und der Allwetter-Abreiteplatz ließen erahnen, auf welchem Niveau hier Springsport betrieben wird. Erst recht der mit Hindernissen bespickte Grasplatz, der nach jeder Prüfung sofort gewalzt wurde, die Profi-Beschallung und die riesige, sogar aus der Ferne problemlos zu lesende Digitalanzeige. Viele Größen im Reitsport kamen gern –von Sandra Auffahrt über Mario Stevens und Felix Haßmann bis hin zu Marco Kutscher, der in Kürze beim Weltfest des Pferdesports (CHIO) um den Großen Preis von Aachen reitet. Wie auch Janne-Friederike Meyer-Zimmermann; sie holte diesen begehrten Titel 2011 mit „Cellagon Lambrasco“. „Ich versuche mich aktuell für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Im Großen Preis will ich gut abschneiden – in der Hoffnung, mich mit ,Goya’ fürs EM-Team zu empfehlen“, verriet sie.

Felix Haßmann, hier auf „Cantara“, startete im Turnierverlauf ebenfalls mit mehreren Pferden.

Das Springreitturnier bei Sören Pedersen bot Berufsreitern und Amateuren eine willkommene Gelegenheit, Nachwuchspferde auf einem anspruchsvollen Parcours zu testen. „Sören hat die Springprüfungen aufgeteilt. Getrennt beweisen sich die Youngster und die älteren Pferde. Ich starte mit ,Joy’, einem achtjährigen belgischen Hengst, und ,Fortuna’, einer achtjährigen Stute aus Schweden. Sie können hier in Wohlde gehen wie auf einem internationalen Turnier. Sich auf Gras beweisen. Das ist sehr wichtig, um sich in Aachen bei der Tour für junge Pferde zu behaupten“, weiß Meyer-Zimmermann. Ob sie dort auch in der Mannschaft ran muss, entscheidet sich erst in Kürze. „Das ist ja sozusagen das ,Länderspiel’ – der Nationenpreis. Ich hoffe, dass ich dabei bin und am kommenden Wochenende vom Bundestrainer benannt werde“, verriet die 36-Jährige.

Janne-Friederike Meyer-Zimmermann mit den Gastgebern Sören und Imke Pedersen. Den anspruchsvollen Parcours (im Hintergrund) hatte Werner Tapken aus Ganderkesee aufgebaut.

Unter den Zuschauern gab es ein Mädel aus dem Reitclub „Sport“ Harpstedt, das ihr besonders die Daumen drückte: „Ich finde Janne-Friederike toll“, gestand Anne Sophie Wöhler. Ihre Freundin Laura Rohlfs, die ebenfalls im RC „Sport“ reitet, outete sich indes als Fan von Sandra Auffahrt. Im morgendlichen Zwei-Phasen-S-Springen für sieben und achtjährige Pferde gelangen Meyer-Zimmermann zwar zwei Null-Fehler-Ritte, aber die Zeiten reichten nicht fürs „Treppchen“. Auf „Joy“ belegte die 36-Jährige immerhin Rang sechs – und auf „Fortuna“ Platz sieben.

Hier wird der Platz für den nächsten „Durchgang“ gewalzt.

Reitsportfan Heinz Nienaber staunte über das hohe reiterliche Niveau. Ebenso über das, was sich Sören Pedersen und seine Frau Imke in Wohlde aufgebaut haben. Diese Leistung brachte den Groß Köhrener auf eine Idee: Er fände es gut, wenn innerhalb der Samtgemeinde Harpstedt jährlich der „Unternehmer des Jahres“ gekürt würde. Wer für Nienaber wohl als erster Anwärter auf diesen Preis infrage käme, ließ sich aus seiner Bewunderung für Sören Pedersen unschwer heraushören.

Das Turnier hätte indes angesichts der mitmischenden Hochkaräter, des passablen Wetters mit nur kurzen Regenphasen und des tollen Caterings eine noch bessere Resonanz verdient gehabt, wenngleich Markus Beerbaum wider Erwarten nicht startete. Im morgendlichen M-Springen für sechs- bis achtjährige Pferde gewann in der ersten Abteilung die Paarung Frederick Troschke/„Limbarto“ – und in der zweiten das Paar Mathias Noerheden Johansen/„Conrisiko“. Das Zwei-Phasen-S-Springen/Youngster-Tour (Sieben- und Achtjährige) entschied Felix Haßmann auf „Horse Gym’s Landino“ für sich – vor Marco Kutscher auf „Charco“. Das M-Springen/Große Tour (Neunjährige und älter) gewann in der ersten Abteilung Marvin Drenkhahn auf „Tailormade van de Fruitkorf“ vor Koki Saito auf „Chacclina“ – und in der zweiten Hartwig Rohde auf „Huub“ vor Marco Kutscher auf „Quadros“.

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