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Mehrere Waffen bei Großkontrolle der Autobahnpolizei gefunden

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Von: Leif Rullhusen

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Großeinsatz: Rund 60 Beamte beteiligten sich an den Kontrollen, unter anderem auf dem Autobahnparkplatz Delmetal.
Großeinsatz: Rund 60 Beamte beteiligten sich an den Kontrollen, unter anderem auf dem Autobahnparkplatz Delmetal. © Rullhusen, Leif

Prinzhöfte– Die Großkontrolle war kaum angelaufen, als die Polizei den ersten Volltreffer landete: „Wir haben Waffen gefunden und brauchen weitere Beamte zur Unterstützung. Zügig!“, meldete ein Kontrollteam ruhig, aber bestimmt, das gegen 21 Uhr einen mit drei Männern besetzten VW Touran auf dem Autobahnparkplatz Delmetal Süd gestoppt hatte.

Die Verstärkung rückte sofort an und kümmerte sich um den Fang. Der war beträchtlich: Der 36-jährige Fahrer trug ein verbotenes Messer bei sich und unter dem Fahrersitz entdeckten die Polizisten eine Schreckschusswaffe. Beim Durchleuchten der Taschen im Röntgenmobil wurden darüber hinaus ein scharfer Revolver, weitere Messer, Schlagwerkzeuge, Pfefferspray, Sturmhauben und Gegenstände zum Fesseln gefunden. Das war noch nicht alles: Der 36-jährige Fahrer stand unter dem Einfluss von Kokain, die beiden 34- und 44-jährigen Mitfahrer unter dem Einfluss von Amphetamin. Für sie war die Reise an diesem Abend beendet. Ein geplantes oder aktuell begangenes Verbrechen konnte die Polizei ihnen allerdings nicht nachweisen. So holte ein Bekannter das fahruntüchtige Trio schließlich ab. Dennoch wird der Abend für die drei noch ein beträchtliches gerichtliches Nachspiel haben.

In dem dunklen VW hat die Polizei gleich mehrere Waffen gefunden.
Volltreffer: In dem dunklen VW hat die Polizei gleich mehrere Waffen gefunden. © Rullhusen, Leif

Das erste Mal seit Ausbruch der Coronapandemie hatte die Autobahnpolizei Ahlhorn eine Großkontrolle organisiert. 22 Teams in Zivil- und Streifenwagen waren in der Nacht zu Freitag von 20 bis 3 Uhr auf der Autobahn im Einsatz. „Der Fokus dieser Kontrolle liegt auf der Bekämpfung der unterschiedlichsten Kriminalitätsformen. Wir werden insbesondere nach Drogen, Waffen und Schleusern suchen“, berichtete Polizeipressesprecher Albert Seegers zu Beginn der Aktion. „Selbstverständlich werden wir auch die Fahrtüchtigkeit der Fahrer und die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge überprüfen.“

Für die Kontrolle hatte die Polizei den an der Autobahn in Fahrtrichtung Bremen gelegenen Parkplatz zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener komplett gesperrt und in Beschlag genommen. Mobile Wachen in Containern wurden aufgestellt, ein Röntgenwagen stationiert und Flutlichtanlagen für die Nacht installiert. Eine Diensthundestaffel, der Zoll, gleich mehrere Staatsanwälte und ein Arzt zur Blutentnahme standen bereit. Zudem wartete ein Hubschrauber in der Nähe in Bereitschaft. Der Parkplatz auf dem Gebiet der Gemeinde Prinzhöfte bildete die Basis, von der aus die Teams nach der Begrüßung von Andreas Rehling, Leiter des Autobahnpolizeikommissariats Ahlhorn, ausschwärmten, um auf rund 300 Autobahnkilometern zwischen Oldenburg, Bremen und Holtorf verdächtige Fahrzeuge herauszufischen. „Dabei entscheidet meistens das Bauchgefühl“, erklärte Seegers. „Der Zustand des Autos spielt eine Rolle. Manchmal passen auch die Insassen einfach nicht zu dem Fahrzeug.“ Der VW mit dem Waffenfund zum Beispiel: „Drei jüngere Männer in einer Familienkutsche sind ungewöhnlich“, so der Pressesprecher. Mitunter spielt auch einfach die Uhrzeit eine Rolle: „Tagsüber ist ein Mietfahrzeug unverdächtig. Nachts lohnt sich dagegen eine Kontrolle.“

Verdächtiges Gepäck wird geröntgt. Auf eigenen Wunsch wurden die Gesichter der Beamten unkenntlich gemacht.
Verdächtiges Gepäck wird geröntgt. Auf eigenen Wunsch wurden die Gesichter der Beamten unkenntlich gemacht. © Rullhusen, Leif

Dennoch kann das Bauchgefühl auch mal in die Irre führen. Bei einem alten Renault, in dem ein junger Mann mit 80 Stundenkilometern hinter einem Lastwagen herfuhr, war sich Seegers sicher, einen Treffer zu landen. Die anschließende Überprüfung auf einem Parkplatz in Wildeshausen ergab aber nichts. Ein Drogentest verlief negativ, auch sonst war bei dem Mann alles in Ordnung.

22 Kontrollteams stoppten und überprüften die Fahrzeuge.
22 Kontrollteams stoppten und überprüften die Fahrzeuge. © Rullhusen, Leif

Bei einer anderen Person war das dagegen nicht der Fall: Um 0.35 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Polizei ein, weil ein Mann auf dem Überholfahrstreifen der A1 im Bereich der Anschlussstelle Cloppenburg herumlaufen sollte. Kurze Zeit später meldete sich ein Lastwagenfahrer von einem nahe gelegenen Parkplatz und berichtete von einer Person, die auf seinem Fahrzeug „turnen“ würde. Als die Streifenwagenbesatzung den Mann dort entdeckte, versuchte er zu flüchten. Anschließend leistete der offensichtlich verwirrte Mann erheblichen Widerstand. Insgesamt hat das Bauchgefühl die Polizisten in dieser Nacht nicht im Stich gelassen. Die Bilanz: Insgesamt überprüften sie 164 Fahrzeuge und 291 Personen. Sie mussten 15 Strafverfahren einleiten, darunter eines aufgrund eines weiteren Waffenfundes. In dem Auto eines 32-Jährigen fanden Beamten Munition und ein verbotenes Messer in der Mittelkonsole. Darüber hinaus bestand bei fünf Fahrern der Verdacht, dass sie unter Betäubungsmitteln standen.

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