1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Harpstedt

Benefizkonzert: 470 Euro für Harpstedter Flüchtlingsinitiative

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Holger Rinne

Kommentare

Ein größeres Publikum in der Harpstedter Christuskirche hätte Minako Schneegass verdient gehabt. Im ersten Teil ihres Konzertes trat die Pianistin im Kimono auf.
Ein größeres Publikum in der Harpstedter Christuskirche hätte Minako Schneegass verdient gehabt. Im ersten Teil ihres Konzertes trat die Pianistin im Kimono auf. © Rinne

Harpstedt – Die gerade mal 23 Interessierten, die am Sonntag dem Klavierspiel von Minako Schneegass in Harpstedt lauschten, ließen die große Christuskirche doch einigermaßen leer wirken. Gleichwohl erfüllte das Benefizkonzert für Kinder aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien seinen guten Zweck. Immerhin kamen nach Angaben von Klaus Corleis aus der Konzerte-AG bei freiem Eintritt 470 Euro für die Harpstedter Flüchtlingsinitiative zusammen.

Grund genug für die evangelisch-lutherische Christusgemeinde, alle Spender mit einem herzlichen Dankeschön zu bedenken.

Diejenigen, die gekommen waren, bedauerten ihren Besuch keineswegs. Unter dem Motto „Smile for you!“ gab die Pianistin Minako Schneegass ein beeindruckendes Konzert. Im ersten Teil ihres Gastspiels trat die japanischstämmige Künstlerin im Kimono auf, um mit dieser Geste zu untermauern: „Wir sind eine Welt!“ Diese Botschaft setzte sich in dem von Improvisationen geprägten Konzertprogramm fort.

„Improvisationen für den Frieden“ mit Themen aus „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ lautete das Auftaktstück, das in den Titelsong „Smile for you“ mündete.

Mit dem japanischen Volkslied „Sakura“ setzte Schneegass ein Zeichen der Hoffnung. Sakura bedeutet übersetzt Kirschblüte und steht in Japan für Hoffnung. Von diesem Stück leitete die Pianistin wiederum auf ein anderes Werk, Schuberts „Ständchen“ aus „Schwanengesang“ (D 957) in einer Klavierfassung von Franz Liszt, über.

Mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms folgte ein Klassiker der Romantik, ehe die Künstlerin mit Improvisationen über den Evergreen „Somewhere over the Rainbow“ aus „Der Zauberer von Oz“ (1939) und Themen aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ die Welt der Filmmusik betrat.

Vielseitigkeit und improvisatorisches Talent

Frédéric Chopins Fantasie-Impromptu op. 66 gestattete dem Publikum einen Ausblick auf den zweiten Teil des Programms. Dort hatte Minako Schneegass sogar gleich zwei Mazurken von Chopin im Repertoire. Allerdings begann sie nach der Pause mit einer Improvisation über eigene Leitmotive, die sie „Sounds of Love“ nannte. Filmmusiken aus „Beauty and the Beast“ und „Love Story“ bildeten die Grundlage für weitere musikalische Gedankenspiele.

Zum Abschluss servierte Schneegass ihrem kleinen Publikum zwei „Klavierhits“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: den Walzer As-dur op. 39 Nr. 15 von Brahms und als Krönung schließlich die „Ungarische Rhapsodie Nr. 11“ von Franz Liszt.

Alles in allem überzeugte die Pianistin mit großer Vielseitigkeit und improvisatorischem Talent.  

Auch interessant

Kommentare