Rundgang immer mittwochs

„3000 Schritte“ durch Harpstedt mit HTB, DRK und Seniorenvertretung

Die Gruppe am Harpstedter Amtshof
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Am Harpstedter Amtshof war unter anderem die gesperrte Hochzeitsbrücke ein Thema. Leiterin Gudrun Heitmann (rechts) ist immer an ihrem gelben Kapuzen-Sweatshirt zu erkennen.

Harpstedt – Das gelbe Kapuzen-Sweatshirt ist ihr Erkennungszeichen. Einmal die Woche zieht Gudrun Heitmann das Kleidungsstück über, bevor sie mit ihrem Fahrrad zum Harpstedter Marktplatz aufbricht.

Dort, direkt vor der Christuskirche, treffen sich seit zwei Monaten jeden Mittwoch immer um 16 Uhr die Teilnehmer des Projektes „3000 Schritte“. Gemeinsam erkundet die Gruppe in der folgenden Stunde bei einem Rundgang den Ort. Der Name ist dabei Programm. „Wir gehen jedes Mal 3000 Schritte, manchmal auch ein paar mehr“, erklärt Projektleiterin Heitmann.

Organisiert wird die Aktion, die sich speziell an Senioren richtet, gemeinsam vom Harpstedter Turnerbund (HTB), der Seniorenvertretung und dem DRK-Ortsverein. Zusammen mit Gaby Otto (Seniorenvertretung) und Ilse zur Hellen (DRK) leitet Heitmann (HTB) die Gruppe. „Unser Ziel war es, ein Angebot für ältere Menschen zu schaffen, das ihnen Bewegung bietet und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen“, erklärt Heitmann. „Manchmal sind Senioren erst im Alter hierher gezogen und haben damit ihr gewohntes Umfeld verloren.“ Um niemanden aus finanziellen Gründen auszuschließen, ist die Teilnahme zudem kostenlos.

„Männer sind fast nie dabei“

Gewöhnlich treffen sich etwa zehn Seniorinnen mit den Rundgängen durch Harpstedt, viele von ihnen regelmäßig. „Nur Männer sind fast nie dabei. Die trauen sich nicht so recht“, berichtet Otto. Bevor sich die Gruppe in Bewegung setzt, wärmt sie sich mit etwas Gymnastik und Gehirnjogging auf. „Kennt ihr zu jedem Buchstaben im Alphabet eine Pflanzensorte?“, fragt Heitmann die Gruppe dann beispielsweise. Die kramt anschließend fleißig in ihren grauen Zellen nach botanischen Namen.

Aufmerksam sind die Teilnehmerinnen unterwegs. 

Am Mittwoch war das Ziel des Spaziergangs der Harpstedter Amtshof. Auf dem Weg dorthin – das machen die Seniorinnen immer – halten sie ihre Augen offen für die schönen Dinge des Ortes, aber auch für verbesserungswürdige. „Ein regelmäßig auftretendes Problem für ältere Menschen ist das Überqueren von Straßen. Für Rollatoren sind hohe Bordsteinkanten oft ein Hindernis“, weiß Heitmann. Eine Teilnehmerin ärgert sich zudem über „Geister-Radfahrer“, die Radwege auf der falschen Straßenseite benutzen. „In Wildeshausen gibt es entsprechende Markierungen auf den Wegen. So etwas wünsche ich mir hier auch“, sagt sie. Eine weitere Seniorin vermisst Abfalleimer und Hundekotbehälter in Harpstedt. Die Teilnehmerinnen entdecken auf ihren Rundtouren aber auch immer wieder attraktive Ecken, wie schöne Gärten oder Häuser. „Selbst wir lernen manchmal neues kennen“, erzählt Heitmann. Am Amtshof angekommen, waren die seit langem defekte und infolge dessen geschlossene Hochzeitsbrücke über den Burggraben und die nicht mehr aktive Fontäne Anlass für Kritik.

Ausgefallen ist der Rundgang nochnie

Beendet sind die Treffen nach den Rundgängen nicht unbedingt. Oft sitzen die Teilnehmer anschließend noch bei einem Kaffee zum Klönschnack zusammen. Ausgefallen ist der Rundgang bislang noch nie. „Wir treffen uns bei jedem Wetter. Bei Regen kann man sich entsprechend kleiden“, versichert Heitmann. Und sollten sich die Himmelsschleusen mal zu stark öffnen, setzt sich die Gruppe in ein Café. Auch über den Winter ist keine Pause geplant. „Der Termin an jedem Mittwochnachmittag muss verlässlich sein“, betont Heitmann.

Das Organisationstrio freut sich über weitere Teilnehmer an den wöchentlichen Rundgängen. Passend gekleidet können Interessierte einfach um 16 Uhr auf den Harpstedter Marktplatz kommen. Eine Anmeldung ist nicht möglich und auch nicht notwendig. Genauso wenig eine maximale Teilnehmerzahl.

Vom „Niedersächsischen Turner-Bund“ ins Leben gerufen

Ins Leben gerufen hat die Aktion „3000 Schritte“ der „Niedersächsische Turner-Bund“ (NTB). Mittlerweile gibt es das Projekt in zahlreichen Kommunen Niedersachsens. Der NTB unterstützt damit Sportvereine, in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen, Begegnungsstätten, Kirchengemeinden oder ähnlichen Einrichtungen der Seniorenarbeit, Bewegungsangebote im öffentlichen Raum zu schaffen.

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