Geschäftsführer Schmitz: Erste Symptome, aber noch liegt kein Betroffener im Krankenhaus

28 Sars-CoV-2-Infizierte im Hildegardstift

Neun Monate hielt das Hildegardstift Corona „auf Abstand“. Jetzt aber sind gleich 21 Bewohner und sieben Mitarbeitende positiv getestet.
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Neun Monate hielt das Hildegardstift Corona „auf Abstand“. Jetzt aber sind gleich 21 Bewohner und sieben Mitarbeitende positiv getestet.

Groß Ippener – Neun Monate lang blieb das Hildegardstift in Groß Ippener von der Coronapandemie verschont. Jetzt aber hat es das nahe Delmenhorst gelegene Altenpflegeheim der Caritas richtig schlimm erwischt: 28 Menschen haben sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

„Sieben Mitarbeitende sowie 21 Bewohnerinnen und Bewohner wurden positiv getestet. Das ist der Stand vom Samstagabend. Da haben wir die Ergebnisse von den am Freitag genommenen Abstrichen bekommen. Jeder in unserem Haus ist getestet worden. Das schließt auch die Kräfte ein, die nicht im Dienst waren“, so Geschäftsführer Peter Schmitz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zwei jetzt positiv getestete Mitarbeitende hätten noch zwei Tage vorher bei einem Schnelltest ein negatives Ergebnis gehabt. „Daran sieht man, wie schnell sich das entwickeln kann“, sagt Schmitz. „Unsere eigenen Schnelltests“, so fügt er hinzu, „führt eine Ärztin sehr gewissenhaft durch. Ich habe die Prozedur selbst schon über mich ergehen lassen.“

Leider sei jeder Abstrich nur „eine Momentaufnahme“. Dass die erste Ansteckung im Hildegardstift womöglich schon zwei Wochen oder länger zurückliegt und eventuell wegen fehlender Symptome unbemerkt geblieben ist, kann Schmitz nicht ausschließen.

Das jetzige Ausmaß des Infektionsgeschehens habe sich erst offenbart, nachdem eine Mitarbeiterin „außerhalb unseres Hauses“ ein positives Ergebnis bekommen habe.

Daraufhin sei sofort ein umfassender Schnelltest veranlasst worden. „Dazu muss man wissen: Das ist ein Angebot – und keine Pflicht. Schnelltests sind im Übrigen nur ein Indikator. Wir machen sie gleichwohl seit einiger Zeit. Eine Ärztin ist jede Woche bei uns im Haus. Einen großen Teil der Mitarbeitenden können wir so immer erwischen und testen. Doch es bleibt eben ein Restrisiko“, räumt Schmitz ein. Das Hildegardstift sei nun bis auf Weiteres für Besucher unzugänglich. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die Schließung mindestens 14 Tage, also bis nach Weihnachten, beibehalten werden muss. Schon an diesem Mittwoch würden die nächsten Abstriche bei „allen Beteiligten“ genommen. „Danach wird sich das Bild vervollständigen, und natürlich sprechen wir mit dem Gesundheitsamt ab, wie weiter zu verfahren ist.“ Nach den ersten Tests seien noch keinerlei Krankheitssymptome aufgetreten. Inzwischen hätten einige Infizierte „leichtes Fieber entwickelt“ und fühlten sich schlapp. „Bisher liegt aber niemand im Krankenhaus, geschweige denn auf der Intensivstation“, erläutert Schmitz.

Die positiv getesteten Mitarbeitenden seien komplett in Quarantäne. „Sie fehlen jetzt natürlich. Die positiv getesteten Bewohner sind noch alle bei uns. Wir versorgen sie separat in Einzelzimmern. Zumindest das lässt sich gut organisieren. Wir müssen jetzt von Tag zu Tag schauen, ob sich die Lage verschlimmert, und versuchen, durch konsequenten Schutz und möglichst gute Versorgung zu retten, was zu retten ist“, sagt der Geschäftsführer.

Er kann mit den Angehörigen der Heimbewohner mitfühlen, die sich große Sorgen machen, aber nicht zu Besuch kommen dürfen.

Die Situation sei wirklich alles andere als schön.

Von Jürgen Bohlken

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