Samtgemeindefeuerwehr: Zahl der Hilfeleistungen und der Einsätze nach Unfällen legt leicht zu

16 Brände weniger als im Vorjahr

Einen Rückblick in Bildern auf das vergangene Jahr hat die Samtgemeindefeuerwehr online gestellt.
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Einen Rückblick in Bildern auf das vergangene Jahr hat die Samtgemeindefeuerwehr online gestellt.

Harpstedt – Zu 113 Einsatzorten, 16 weniger als 2019, mussten Feuerwehren aus der Samtgemeinde Harpstedt im Coronajahr 2020 ausrücken. Die Zahl der Brände ging stark zurück – um 16 auf 36. Sechsmal, zweimal mehr als 2019, riefen Verkehrsunfälle die Brandschützer auf den Plan, wobei es – wie im Vorjahr – allein dreimal auf der A1 krachte. Den Schwerpunkt bildeten die 67 Hilfeleistungen (+3 gegenüber 2019) . Diese Einsatzkategorie deckt ein sehr weites Feld ab – von Türöffnungen über das Beseitigen umgestürzter Bäume und Tierrettungen bis zum Binden von Kraftstoffen. Die Zahl der Fehlalarme, durchweg ausgelöst durch Brandmeldeanlagen, schrumpfte gegenüber 2019 um drei auf vier. „Sonstige Einsätze“ verbuchte die Samtgemeindefeuerwehr 2020 nicht (–2). Trotz des heißen Sommers hielten sich die Flächenbrände in Grenzen.

Ein Jahresrückblick in Bildern aus Sicht der Samtgemeindefeuerwehr findet sich auf Youtube (youtu.be/h96OVoFZBqQ). Das Jahrespressegespräch mit dem neuen Gemeindebrandmeister Nico Sparkuhl, seinem Stellvertreter Frank Bollhorst und Pressewart Christian Bahrs ging diesmal via Telefonkonferenz über die Bühne.

Corona setzte dem Dienstbetrieb 2020 enge Grenzen. „Im Sommer wurden die Beschränkungen gelockert. Nun waren immerhin Dienste mit maximal zehn Leuten wieder möglich“, erinnerte sich Christian Bahrs. Im Jahresverlauf seien ebenso Onlinelösungen zum Tragen gekommen. „Im Sommer konnten auch die Kinderfeuerwehr und die Jugendfeuerwehren wieder Dienste machen. Als die Infektionszahlen aber zum Herbst erneut anstiegen, ging das nicht mehr“, so Bahrs. Die Folgen der Coronakrise für die Mitgliederentwicklung dürften sich nach Einschätzung von Frank Bollhorst erst im Zuge einer Re-Normalisierung des Dienstbetriebs offenbaren. „Dann sehen wir ja, wer wieder teilnimmt, wer sich zurückhält und wer vielleicht tatsächlich austreten möchte. So viel kann man wohl schon sagen: Die Pandemie wird sich sicher nicht positiv auswirken. Einen Run auf Jugend- und Kinderfeuerwehr wird es bestimmt nicht geben“, so die Einschätzung des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters. Solange Aktivitäten unterbleiben müssten, die Mädchen und Jungen anlocken könnten, habe das Anwerben kaum Aussicht auf Erfolg. Im Moment plagen das Gemeindekommando keine ernsthaften Nachwuchssorgen. „Aber der Moment zählt ja leider nicht“, räumte Bollhorst ein. „Auf lange Sicht müssen wir aktiv bleiben, um neue Mitglieder in allen Abteilungen zu gewinnen. Da kommt uns eine Pandemie natürlich höchst ungelegen, zumal sie nach meinem Eindruck bewirkt, dass die Leute generell ein bisschen down sind und oft auch die Motivation leidet.“

Für den Dienstbetrieb wünscht sich das Gemeindekommando eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität, denn nur regelmäßiges Üben garantiert einen dauerhaft guten Ausbildungsstand. Im Einsatzgeschehen werden inzwischen in der Samtgemeinde oft drei Feuerwehren tagsüber alarmiert – und nachts mitunter zwei. Das gilt aber nicht für jede „Kleinigkeit“, sondern ist von der Einstufung des Einsatzes abhängig. „Wie viele Wehren alarmiert werden, entscheidet der Disponent in der Leitstelle anhand des Stichwortes“, so Bollhorst.

Stichwort Corona: Bemerkenswert sei, dass es alle Ortsfeuerwehren geschafft hätten, die Pandemie bislang ohne Ausfälle durchzustehen, und zugleich „ihre Einsatzbereitschaft gehalten haben“. An die Aktiven sei appelliert worden, im Einsatzfall unbedingt zum Feuerwehrhaus zu kommen. Dieser Aufruf werde angstfrei und vorbildlich beherzigt. In den Fahrzeugen säßen weniger Einsatzkräfte, damit Abstand gewahrt bleibe. Konsequent werde Mund-Nasen-Schutz getragen. Der sei bei rund 90 Prozent der Einsätze nötig, so Bollhorst. Die Ausstattung mit einfachen Stoff- oder auch FFP2-Masken und Desinfektionsmittel sei gut.

Der Jahreswechsel verlief aus Sicht der Brandschützer sehr ruhig, mal abgesehen von einem kleinen Einsatz auf der A1 am Silvesternachmittag: Dort sollte angeblich ein Stromkasten zwischen Groß Ippener und Groß Mackenstedt qualmen, was sich aber nicht bewahrheitete.

Gut die Hälfte der Feuerwehrkräfte in der Samtgemeinde ist inzwischen mit neuen Einsatzjacken und -hosen eingekleidet. Die haben teils schon bei kleineren Einsätzen ihre erste Bewährungsprobe bestanden. Bollhorst: „Sie sind im Unterschied zur alten Bekleidung individuell angepasst, zudem leichter und atmungsaktiver. Sie haben einen viel besseren Sitz. Ich glaube, dass dadurch die Motivation der Feuerwehrleute noch erhöht wird und die Sicherheit der Einsatzkräfte noch besser gewährleistet werden kann.“

Von Jürgen Bohlken

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