1000 Kilokalorien pro Stunde verbrannt

„1551 Festival“: Harfenklänge und Power-Fitness auf Trampolinen

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Power-Fitness auf Trampolinen und Shiatsu-Massage, rasante Einradakrobatik und Harfenklänge – beim „1551 Festival“ sind Kontraste Programm.

Harpstedt. Von Jürgen Bohlken. „Hoch, hoch, hoch!“, feuerte eine Zuschauerin die Trainerin Jasmin Ebenthal vom Gym80-Studio Bassum und ihre „Jumping Fitness“-Kursmitstreiter am Sonnabendmittag auf dem „1551 Festival" rund um Gesundheit, Fitness und Wellness im Koems-Scheunenviertel in Harpstedt an.

Eine Viertelstunde am Stück praktizierte die aus zehn Frauen und einem Jungen bestehende Gruppe eine Art Zumba auf Trampolinen. Bis zu 1000 Kilokalorien soll der menschliche Körper bei dieser Art von Power-Fitness zu rhythmusbetonter Musik und Kommandos wie „Schere“ oder „Two on two“ in nur einer Stunde verbrennen können. „Der Puls kann schon mal auf 170 gehen“, verriet Ebenthal. „Am Sonntag gibt es hier in Harpstedt eine weitere „Jumping Fitness“-Vorführung, dann allerdings unter der Regie des Gym80-Studios Wildeshausen“, kündigte die stellvertretende Studioleiterin Steffi Tönnies an.

Dass auch Einradfahren fit hält, wissen die Mädels des Unicycle-Teams Harpstedt aus eigener Erfahrung. Für eine peppige Kür heimsten zum Festivalauftakt die „Dominos“ des Vereins viel Beifall ein. Geradezu besinnlich ging es derweil in der „Landfrauenscheune" zu: Mit Harfenklängen lockte Brigitta Wortmann Messebesucher in „Märchenstunden“. Die Leute kamen gern um zu lauschen. Mit großer Inbrunst, einfühlsamer Betonung und gekonnter Gestik entführte die Bassumerin die Zuhörer in phantastische Welten. Märchen aus vieler Herren Länder trug sie frei vor und erfüllte dabei sogar Wünsche der Zuhörer.

 „Ich frage immer, was die Leute hören möchten. Mal soll's was Witziges sein, mal was fürs Herz, mal was aus China. Hier auf der Messe haben die Besucher nicht so viel Zeit zum Zuhören. Daher wähle ich kurze Märchen aus. Mittlerweile kann ich etwa 130 aus dem Stegreif frei vortragen. Ich mache das ja schon seit 20 Jahren“, sagte Wortmann. 

Als Märchenerzählerin komplett den Lebensunterhalt zu bestreiten, stellt sie sich schwierig vor. „Hätte ich nicht einen normal verdienenden Mann zu Hause, müsste ich sicher viel mehr auf Tour sein. Aktuell trete ich zwischen 50- und 70-mal im Jahr auf“, erläuterte die 47-Jährige. Ihre Erzählkunst weckte in Harpstedt Begeisterung. „Wir kommen nochmal wieder“, sicherten Messebesucher zu.

Shiatsu-Praktikerin hat viele Zuhörer

Reichlich Kundschaft informierte sich derweil im Koems-Saal bei Shiatsu-Praktikerin Ruth Große-Wilde vom „Sinnwerk“ und ihrer Berufskollegin Agne Kania; die eine praktiziert in Bremen und Wildeshausen, die andere in Bremen-Lesum. Shiatsu beruht auf der traditionellen chinesischen Medizin; diese Art der Heilmassage arbeitet mit der Stimulierung der „Meridiane“ durch ganzheitliche Berührung und Druck, will aber ebenso mit Dehnungsübungen die Energie im Körper „ins Fließen bringen“. Das „fasziale Gewebe wird angeregt“, erläuterte Ruth Große-Wilde. Ihre Stammkundschaft bestehe überwiegend aus Präventivklienten, aber auch Männer und Frauen mit ganz verschiedenen Beschwerden kämen zu ihr. Die Bandbreite reiche von innerer Unruhe und Schlafstörungen über Ängste und „Unzufriedenheit mit sich selbst“ bis hin zu Verspannungen.

„Senf macht nicht doof, sondern schön!“ Diesen Standpunkt vertrat derweil der frühere Restaurantkoch Ralf Hartmann, der mit seiner Frau Anke aus Worpswede auf das „1551 Festival" nach Harpstedt gekommen war, um Mostrich aus eigener Herstellung zu verkosten und in stylischen Gläsern zum Kauf anzubieten. Besonders wichtig bei der Produktion sei das frühzeitige Vernässen, unter anderem mit Essig, damit die ätherischen Öle der Senfkörner erhalten blieben. „Das ist übrigens die erste Messe, die wir besuchen“, verriet das Ehepaar.

Das Rote Kreuz, vertreten durch Orts- und Kreisverband, rückte besonders das Thema Blutspende in den Fokus – und versuchte herauszufinden, aus welcher Motivation heraus sich Bürger „Lebenssaft“ abnehmen lassen. „Blut rettet Leben“, „medizinische Vorteile“, „Solidarität gegenüber dem Nächsten“ und „Als Dank: Gutes Essen“ stand auf vier Zylindern geschrieben, die von Standbesuchern mit kleinen Bällen „gefüttert“ werden wollten. Insgeheim hofften die Rotkreuzler, dass sich nicht zuerst die Säule mit der Anspielung auf den kostenfreien Imbiss für Blutspender füllen würde. Die Messe bot dem DRK auch Gelegenheit, Mitgliederwerbung zu betreiben und auf Angebote wie Hausnotruf oder Essen auf Rädern aufmerksam zu machen.

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