Breitband-Ausbau käme für Winkelsett teuer

100.000 Euro für schnelles Internet?

Winkelsett - Das komme ja fast schon der Ausstellung eines Blankoschecks gleich, könnten böse Zungen unken: Die Gemeinde Winkelsett soll 100. 000 Euro für den Breitbandausbau in den Haushalt einstellen, ohne zu wissen, was genau sie am Ende dafür bekommt. Für die kleine Kommune ist das ein richtiger Batzen Geld.

Um diese Mittel aufbringen zu können, dachte Andreas Mikutta (Grüne) am Dienstag im Rat sogar laut darüber nach, den Radwegebau an der K5 „zurückzustellen“. Das gehe nicht, bremste Bürgermeister Willi Beneke. Die Gemeinde habe ihre Kostenbeteiligung an der Schließung der Radwegelücke zwischen Reckum und Colnrade per Beschluss fest zugesagt.

Bund und Land wollen bekanntlich den Breitbandausbau vorantreiben. So genannte „weiße Flecken“ in der Versorgung mit schnellem Internet sollen bis Ende 2018 beseitigt sein. Bei maximal fünf Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen vom Land säße der Landkreis mit drei Millionen Euro bei der Finanzierung „im Boot“; die Hälfte davon sollen die Kreiskommunen tragen. Die Samtgemeinde wälzt ihren Anteil, zumindest nach aktuellem Stand der Dinge, auf jene Mitgliedskommunen ab, die von dem Ausbau profitieren möchten. In ihrem eigenen Etat wäre die Summe aktuell auch ob der ohnehin beträchtlichen Neuverschuldung gar nicht darstellbar, so Amtshof-Chef Herwig Wöbse im Winkelsetter Rat.

Der für Winkelsett wegen des großen Ausbaubedarfs geschätzte hohe Anteil von bis zu 100.000 Euro bedeute „eine besondere Härte“. Andererseits würde die „extrem schlecht“ mit schnellem Internet versorgte Kommune stark profitieren. Vier oder fünf neue Kabelverzweiger könnten kommen – mit Verbesserungen für Reckum/Kellinghausen, Hölingen und Wohlde. Fragezeichen stünden hingegen noch hinter den Bereichen Spradau/Kieselhorst und Mahlstedt, so Wöbse. Allerdings kämen selbst in den Bereichen, in denen ausgebaut werde, nicht alle Haushalte in den Genuss hoher Datengeschwindigkeiten. Bei Bürgern, die LTE nutzen, könnte indes „das Internet schneller werden“, da im Falle eines Ausbaus des Breitbandkabelnetzes voraussichtlich weniger Nutzer an der Funkzelle hingen, als das aktuell der Fall ist.

Um Mitte Mai herum muss der Winkelsetter Rat erneut tagen, um darüber zu entscheiden, ob der errechnete 100 000-Euro-Anteil im Haushaltsplan Berücksichtigung finden soll.

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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