Zuvor Freiluftgottesdienst bei der Windmühle am „Tag des offenen Denkmals“

Hans Lampe stellt detailgetreues Modell des Kirchendachstuhls vor

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Die Harpstedter Mühle wird am Sonntag zum Gottesdienstschauplatz und „offenen Denkmal“.

Harpstedt - Den bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“, 8. September, nimmt die evangelische Christusgemeinde zum Anlass, ihren 10-Uhr-Sonntagsgottesdienst mal nicht im Gotteshaus, sondern stattdessen unter freiem Himmel bei der Harpstedter Windmühle zu feiern. Am Nachmittag können Interessierte dann ein Modell des Christuskirchendachstuhls bewundern.

Das Gottesdienstambiente hat sicherlich seinen Reiz, blicken die „Schäflein“ doch auf das vor noch nicht allzu langer Zeit renovierte Harpstedter Wahrzeichen von Müller Helmut Nienaber an der oberen Freistraße. Werner Richter wirkt gewissermaßen in doppelter Funktion mit – als über den Wind predigender Pastor und als Vorsitzender des Mühlenvereins. Der Geistliche tauft auch drei Klein- und zwei größere Kinder. Der Harpstedter Posaunenchor begleitet den Gemeindegesang. Der Kinderchor „Kirchturmspatzen“ trägt ebenfalls zum Gelingen bei.

Nach dem Gottesdienst bieten Gästeführer Führungen durch die Windmühle, einen dreigeschossigen Galerie-Holländer, an. Sie erklären Interessierten dann das funktionsfähige technische Wunderwerk aus dem Jahr 1871. Gutes Wetter hat die Kirchengemeinde nach eigenem Bekunden bestellt. Ignoriert Petrus die „Bestellung“ und schickt Bindfadenregen, so weichen die Besucher in die Christuskirche aus. Dort wiederum ist am „Denkmaltag“ während der Kirchenöffnungszeit, also von 13.30 Uhr bis 17 Uhr, erstmals ein großes Modell des komplizierten Dachstuhls des Gotteshauses zu sehen. Inspiriert vom Tag des offenen Denkmales im vergangenen Jahr, als es um Holz und in Harpstedt auch um den Dachstuhl ging, hat der Harpstedter Hans Lampe ein Modell des Balkenwerkes ein halbes Jahr lang gebaut. In etwa ebenso viel Zeit hatten zuvor das Aufmessen und die Planung in Anspruch genommen.

Das 1,20 Meter mal 1,20 Meter große Modell zeigt detailgetreu die Sparren und Balken, Sprengriegel und Säulen. Der auf den Kirchenmauern lediglich aufliegende Dachstuhl hält zugleich – und das ist durchaus bemerkenswert – die 600 Quadratmeter große Gotteshausdecke, die durch keine Säule von unten abgestützt wird. Als „Kirchenöffner“ Hans Lampe dies einem Besucher 2012 erklären musste, merkte er, dass für eine wirklich gut nachvollziehbare Erklärung ein Modell als Anschauungsobjekt her muss. Der Bastler machte sich an die filigrane Arbeit. Er weilt am Sonntag von 13.30 Uhr bis 17 Uhr sowie auch am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr in der Kirche, um das Modell gegebenenfalls zu erläutern. Lampe wird zu diesen Zeiten bis Erntedank, 6. Oktober, immer jeweils dafür da sein; so lange bleibt das große Modell im Langschiff der Christuskirche unten ausgestellt. gsa

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