Ausstellung „Echte Körper“ gastiert vom 9. bis 11. Mai in Oldenburg

Halbes Hirn hinter Glas

Eines der Exponate zeigt den Längsschnitt durch ein echtes menschliches Hirn.
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Eines der Exponate zeigt den Längsschnitt durch ein echtes menschliches Hirn.

Oldenburg - Von Ove BornholtOLDENBURG · Es ist der leichte Schauer, der dem Betrachter über den Rücken läuft, der Ausstellungen von toten Körpern wie die des Plastinators Gunther von Hagen so verlockend aber auch umstritten macht. Die Macher der Ausstellung „Echte Körper“ wollen einen anderen Weg als von Hagen gehen. „Wir zeigen die Körper und Organe sehr museal“, erklärt Sprecher Stefan Marschall. Vom 9. bis 11. Mai können sich Besucher auf dem Platz vor den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg einen eigenen Eindruck verschaffen.

„Die Exponate werden nicht in spektakulären Posen präsentiert“, betont Marschall. Die etwa 200 Ausstellungsstücke seien in Glasvitrinen aufbewahrt. Durch die anatomischen Beschreiben würden die Besucher informiert. „Zudem behandelt die Ausstellung lehrplanrelevante Themen für Schulklassen und Krankheiten“, so Marschall. „Schwerpunkt von ‚Echte Körper‘ ist nicht die theatralische Zurschaustellung, sondern die Vermittlung von Wissen“, heißt es auf der Internetseite zu der Ausstellung.

Doch bei allem Bemühen um museale Darstellung, der Schauer bleibt nicht aus. „Das sind eben die Exponate. In einem Kopf sieht es eben so aus“, meint Marschall. „Aber wir haben die Exponate nicht extra rot eingefärbt“, betont er. Und bei Nachbildungen und Modellen sei die Detailtreue und Genauigkeit eben nicht so gegeben, wie bei Originalen.

Die meisten von diesen haben übrigens lebend keinen Fuß auf europäischen Boden gesetzt – die Körper und Organe stammen von US-Amerikanern. Auch das Unternehmen, das hinter der Ausstellung steht, kommt aus den Vereinigten Staaten.

Ein besonderes Anliegen von „Echte Körper“ ist laut Marschall auch das Werben für Organspenden. Potenzielle Spender würden nicht etwa abgeschreckt. „Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die Leute werden durch die Ausstellung mit ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert.“ Die Besucher können auf der Ausstellung auch Organspendeausweise mitnehmen. „Wir stellen eine sehr hohe Nachfrage nach den Ausweisen fest“, so Marschall. Er hat auch ein persönliches Beispiel für die Wichtigkeit der Spende parat. „Unser Chef steht seit drei Jahren auf der Warteliste für Spendernieren.“

Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro (ermäßigt zehn Euro). Kinder bis vier Jahren zahlen vier Euro. Die Ausstellung ist am Freitag, 9. Mai, und am darauf folgenden Sonnabend von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Am Sonntag können Besucher von 9 bis 18 Uhr einen Blick auf die Körper und Organe werfen. Weitere Informationen gibt es im Netz.

http://www.echte-koerper-on-tour.de

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