Johanniter brachten todkrankes Ehepaar in serbische Heimat

Sie haben es geschafft

24 Stunden dauerte die Reise von Zivorad Kojic und seiner Frau Zlatija in die serbische Heimat. Unser Bild zeigt den todkranken Mann auf seinem Weg in den Krankentransportwagen der Johanniter, die ihn in Ahlhorn abholten.

Ahlhorn - (ck) · Sie haben es geschafft – selbst wenn ihre „Tortour“ durch halb Europa fast acht Stunden länger dauerte als geplant: Der kostenlose Krankentransport der sieben Johanniter für den todkranken Zivorad Kojic aus Ahlhorn und seine ebenfalls unheilbar erkrankte Ehefrau Zlatija (wir berichteten gestern) ist gestern Vormittag in deren Heimatort Valjevo in Serbien am Haus der Familie eingetroffen.

Hier möchte das Ehepaar sterben und bestattet werden.

Insgesamt hat die Fahrt 24 Stunden gedauert. Das lag vor allem an dem Schneetreiben mit einer bis zu 20 Zentimeter dicken Schneedecke auf der Straße, das kurz hinter Kroatien eingesetzt hatte. „Schwierigkeiten gab es sonst keine, an allen Grenzen wurden die Fahrzeuge durchgewunken“, berichtete Stephan Siemer, Dienststellenleiter der Oldenburger Johanniter. Er organisierte und begleitete die humanitäre Aktion. Vorher hatte er mit den Grenzbehörden Kontakt aufgenommen und Auskünfte zur Abfertigung eingeholt. Offensichtlich waren die Beamten bereits über die Ankunft informiert gewesen.

Während der Fahrt gab es einen medizinischen Zwischenfall, als der 80-jährige Kojic nach einem Hustenanfall aufgrund seines Lungen-Karzinoms Atemnot bekam. Der Konvoi stoppte sofort und begann mit der Sauerstoff-Versorgung. Nach etwa einer halben Stunde ging es weiter. Bis auf diesen Zwischenfall hat das Ehepaar die Fahrt sehr gut überstanden, Zivorad Kojic macht auf die Kollegen einen sehr guten Eindruck. „Er ist regelrecht aufgeblüht und wir hoffen, dass er noch ein paar Tage länger als erwartet im Kreise seiner Familie bleiben kann“, schilderte Siemer.

Die Schwiegertochter empfing die beiden Senioren. Sie kümmert sich auch zukünftig um die Versorgung der beiden. Einen Pflegedienst wie in Deutschland gibt es in Serbien nicht. Gestern Abend sollte die Familie zu Besuch kommen – insgesamt zwölf Gäste, darunter auch die Urenkel, die Kojic noch nie gesehen hat. Mehr Menschen passen nicht ins Haus, weil dort nur 35 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Die sieben Johanniter bekamen nach der Ankunft ein Essen und Kaffee zur Stärkung serviert. Diesen Energie-Nachschub hatten sie auch nötig, denn sie brachen danach sofort wieder zur Rückfahrt auf, um zum Wochenbeginn wieder an ihren Arbeitsplätzen zu sein. Neben den persönlichen Medikamenten des Ehepaars ließen die Ehrenamtlichen Stecklaken, spezielle Pflegebettwäsche, sterile Handschuhe und Katheterbeutel als Geschenke da.

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