Colnrader Rat trifft unpopuläre Entscheidung vor dem Hintergrund der Haushaltslage

Grundsteuerhebesätze steigen auf 350 Prozent an

Colnrade - Eine unpopuläre Entscheidung hat der Colnrader Rat am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus einstimmig getroffen: Die Grundsteuerhebesätze A und B steigen im kommenden Haushaltsjahr von 300 auf dann 350 Prozent an. Das bringt der Kommune jährliche Mehreinnahmen von etwa 13 000 Euro ein. Davon entfallen allein ungefähr 9 000 Euro auf die Grundsteuer B.

Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann machte keinen Hehl daraus, dass die Realsteuererhöhung schweren Herzens erfolgt sei. Die Gemeinde sei aber letzten Endes dazu gezwungen gewesen. „Wir mussten uns Gedanken machen, wie es weitergeht. Wir würden es langfristig ohne die Hebesatzanpassung nicht hinbekommen, unseren Haushalt auszugleichen. Was den Etat 2013 angeht, kommen wir so gerade hin“, äußerte sich die Bürgermeisterin gestern gegenüber der Kreiszeitung.

Einige größere Investitionen kann die Gemeinde bereits absehen: Die Quecksilberdampflampen von Straßenlaternen müssen mittelfristig umgerüstet werden. Außerdem ist die Kommune finanziell im Boot, wenn die Schließung der Radweglücke entlang der Kreisstraße 5 zwischen Reckum und Colnrade kommt. Maßnahmen an der Toilettenanlage des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) stehen zusätzlich auf dem Wunschzettel. „Es war gut, dass wir im vergangenen Jahr in das DGH investiert haben“, urteilt Anne Wilkens-Lindemann mit Blick auf die Erneuerung des Daches sowie – unter anderem – der Eingangstür. Dabei profitierte die Gemeinde vom Leader-Programm. Fördermittel in Höhe von etwa 34 000 Euro flossen. Die erfolgten Sanierungsmaßnahmen zahlen sich für die Gemeinde aus. Colnrade spart erheblich beim Gasverbrauch für das DGH. Den Haushalt für das kommende Jahr hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung bereits verabschiedet. Echte Investitionen enthält das Zahlenwerk nicht. 34 300 Euro sind für die Straßenunterhaltung eingeplant.

Bei der Hundesteuer hat die Kommune nicht „draufgesattelt“. Es bleibt bei den bisherigen Sätzen: 36 Euro für den ersten, 60 für den zweiten und 84 Euro für den dritten und jeden weiteren Hund.

Im Rat berichtete die Bürgermeisterin, dass eine Forschungsgruppe der Uni Saarbrücken vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojektes nach ihrer Kenntnis kürzlich in Beckstedt, Austen und Hölingen von Haus zu Haus gegangen sei und sehr ausgeklügelte und umfangreiche Fragebögen in die Briefkästen gesteckt habe, um die Akzeptanz des Stromnetzausbaus zu erforschen. Wie hoch die Rücklaufquote gewesen ist, vermag sie nicht zu sagen. Die unpersönliche Art der „Befragung“ empfindet sie allerdings als „sehr unprofessionell“. Einen gewissen Argwohn gegenüber der Studie verhehlt Anne Wilkens-Lindemann nicht: „Da steckt Minister Philipp Rösler mit als Auftraggeber dahinter.“

Im Rat dankte die Bürgermeisterin dem SC Colnrade für eine Spende von 400 Euro an die Gemeinde (das Geld resultiert aus Cafeteria-Erlösen, die beim Hökermarkt erzielt worden waren). Außerdem vermeldete sie, dass die Bushaltestelle Eglinger Platz in Beckstedt mit einer Leuchte versehen werde. · boh

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