Zwölf Hektar in bester Lage

Aus der ungenutzter Ackerfläche soll Ahlhorns neue Dorfmitte werden

Ein altes Stallgebäude liegt mitten auf der brachliegenden Fläche, die direkt an das Schulzentrum (oben rechts) angrenzt. Fotos:Gemeinde/Franitza(1)

Ahlhorn - Als eine der großen anstehenden Herausforderungen hatte Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke während des Neujahrsempfangs der Kommune die „Becker-Brüning-Fläche“ im Zentrum von Ahlhorn bezeichnet. Gleichzeitig sei das 12,18 Hektar große Areal gegenüber dem Schulzentrum ein „Glücksfall“: Diesen konstruktiv zu nutzen, ist unter anderem das Ziel eines gemeinsamen Antrages der CDU- und SPD-Ratsfraktionen.

Eine zentrale Hürde hat die Gemeinde in diesem Zusammenhang schon längst genommen, denn sie ist bereits seit 2017 im Besitz das Areals, berichten Schmidtke und Klaus Bigalke, Erster Gemeinderat, im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Grundstück gehörte vorher zu einem alten landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Becker-Brüning, der aber aufgegeben worden sei. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.

„Das Gebiet ist allein schon von seiner Lage her von zentraler Bedeutung“, so Bigalke. Es komme nur selten vor, dass eine Kommune einen Ort nach innen entwickeln könne. Wie auf einem Luftbild leicht zu erkennen ist, bildet die „Becker-Brüning-Fläche“ einen „weißen Fleck“ auf der Karte Ahlhorns. Im Bereich der Straßen „Am Lemsen“, dem Schulzentrum am Westerholtkamp und der Oldenburger Straße gelegen, befinde es sich zwar außerhalb des Sanierungsgebietes „Soziale Stadt“. Gleichwohl komme dem Areal auch in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, so Schmidtke: Es solle zur „neuen Mitte“ Ahlhorns werden. Der „eigentliche“ Ortskern rund um das Dorfgemeinschaftshaus funktioniere in diesem Zusammenhang gar nicht. Das Fehlen einer Ortsmitte sei denn auch im Sanierungsprogramm „Soziale Stadt“ aufgeführt worden. „Es geht also keine alte Mitte verloren“, sieht er das Potenzial für einen Neustart.

Mehr noch: Die brachliegende Fläche habe die Entwicklung des Ortes Ahlhorn gehemmt, führt der Bürgermeister weiter aus. Daher gelte es, sie dahingehend zu nutzen und so einiges „nachzubessern“. Optimaler könne die Lage gar nicht sein, „alles liegt dicht dran“, so Schmditke.

Die genaue Ausgestaltung der Fläche soll nach Vorstellung der Verwaltung, aber auch der beiden großen Ratsfraktionen, ein zweistufiger Planungswettbewerb entscheiden. Konkrete Ziele gebe es daher noch nicht, so Bigalke, jedoch ein paar Ideen: neben klassischer Wohnbebauung etwa viel Grün. „Ein bunter Mix“, so der Gemeinderat Bigalke: „Vielleicht muss man auch über sozialen Wohnungsbau nachdenken.“ „Ein Seniorenheim ist allerdings gesetzt“, ergänzt Schmidtke. Ein Regenrückhaltebecken, vielleicht sogar nach „Großenkneter Modell“ - sprich: parkähnlich - werde sich sicherlich auf dem Areal finden lassen.

Mit in das Ergebnis einfließen sollen allerdings auch die Ideen, die Studenten der Jade-Fachhochschule in Oldenburg entwickelt hatten und die im Frühjahr 2018 vorgestellt worden sind, so Schmidtke weiter. Übergrünte Parkflächen, eine Allee, oder auch Bereiche ohne jeglichen Straßenverkehr hatten die Studenten seinerzeit ersonnen.

Eine „innovative und konzeptionelle“ Planung wünschen sich denn auch CDU- und SPD im Gemeinderat in ihrem Antrag und hoffen auf eine Steigerung der Lebensqualität für alle Einwohner. „Damit die Ziele erreicht werden, sind kreative Ideen notwendig. Die Entwicklung des Einzelhandels müsse beobachtet werden. Der Planungs- und Umweltausschuss wird sich während seiner Sitzung am 14. Februar mit dem Wettbewerb befassen.  

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