Zweieinhalb Jahre Jugendhaft für Täter

Schlechte Drogen – Scheren-Attacke

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Mediengruppe Kreiszeitung

Ahlhorn - Zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren ist der 20-Jährige aus Großenkneten am Dienstag verurteilt worden, der vor vier Monaten auf dem Dorfplatz in Ahlhorn auf einen Gleichaltrigen aus Bakum mit einer Schere eingestochen hatte. Die Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung. Wie die Staatsanwaltschaft ließ auch das Gericht den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Totschlags fallen.

Der Angeklagte habe zwar sechsmal auf das Opfer eingestochen und einige Stiche (in den Hals) seien auch potenziell lebensbedrohlich gewesen, dann aber habe der 20-Jährige freiwillig von dem Opfer abgelassen und sei geflohen, begründete der Vorsitzende Richter Dr. Dirk Reuter den Schuldspruch.

Das, was wirklich damals geschehen war, ließ sich nur schwer aufklären. Der Vorsitzende kritisierte das Verhalten einiger Zeugen, die ganz offenkundig falsch ausgesagt und bewusst etwas verschwiegen hätten.

Die Motivlage war unklar. Der Angeklagte schwieg und die Zeugen wollen teils nichts gehört und gesehen haben. Das Opfer will den Angeklagten nicht einmal gekannt haben. Er habe nur einen Streit zwischen dem Angeklagten und einem anderen schlichten wollen und sei dann mit der Schere angegriffen worden, hatte der Bakumer ausgesagt. Doch dem war nicht so, im Gegenteil. Einer der Zeugen, den das Gericht für glaubhaft hielt, hatte von Drogengeschäften gesprochen. Hauptakteur: Das Opfer aus Bakum.

Aufgrund der Zeugenaussage, etlicher Indizien und des Verhaltens des Opfers nach der Tat war das Gericht schließlich davon überzeugt, dass der Bakumer dem Angeklagten am Tattag Drogen von schlechter Qualität verkauft hatte. So sei es zu einem heftigen Streit gekommen, so der Richter. Der 20-Jährige aus Bakum soll auch als erster zugeschlagen haben, erst dann kamen die Stiche. Von Notwehr könne aber keine Rede sein, dafür seien die Stiche zu zahlreich gewesen, schloss der Vorsitzende die Akten. Die mutmaßlichen Falschaussagen in dem Verfahren könnten aber für einige der Zeugen und für das Opfer aus Bakum noch ein juristisches Nachspiel haben.

wz

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