Blockhaus Ahlhorn: Projektentwickler arbeiten Konzept mit mehreren Nutzern aus

Zuversichtlich – aber noch wenig konkret

Ein Gebäude auf dem Grundstück des Blockhauses.
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Blockhaus Ahlhorn: Nachnutzer gesucht.

Oldenburg/Ahlhorn – Das Blockhaus Ahlhorn soll eine langfristige Zukunft haben. Doch wie diese konkret aussehen wird, ist auch nach einer einstündigen Pressekonferenz, die die Oldenburgische Landeskirche am Dienstagmittag anberaumt hatte, nicht vollkommen klar. Geplant ist, dass die beiden Bremer Projektentwickler Anton Brinkhege und Marcus Henke die Trägerschaft des Areals übernehmen.

Deren Ziel ist es, zunächst bis zum Sommer eine Machbarkeitsstudie auszuarbeiten. Dann sollen verschiedene geeignete Nutzer gefunden und zusammengebracht werden. Als vergleichbares Modell nannte Brinkhege das Kloster St. Benedikt in Damme: Dort hatten die beiden in Zusammenarbeit mit Stadt und Orden ein Begegnungszentrum mit Hotel, Kita, Bildungswerk, Tagespflege und Café/Bistro realisiert.

Für das Blockhaus soll zunächst ein „Ankermieter“ gefunden werden, erläuterte Henke. Um diesen herum werden dann ergänzende Nutzer gesucht. Einer davon könnte natürlich auch die Kirche sein, unterstrich er. Diese jedoch, so stellte Pressesprecher Dirk-Michael Grötzsch klar, verfolge unverändert ihr Ziel, sich aus der Trägerschaft der bisher finanziell defizitären Einrichtung zurückzuziehen – so wie die Synode es beschlossen hat. Die Finanzen waren auch für Henken das Entscheidende: Es gehe darum, dass sich das Areal über Jahrzehnte hinweg trage, „nicht nur vier oder fünf Jahre“. Gleichwohl sei das Blockhaus „nicht gerade ein einfacher Standort“. Dort sei etwa ein Bildungszentrum denkbar, das „ökologische, ökonomische und soziale Ziele“ verknüpfen könnte. Es sei nun wichtig, die unterschiedlichen Anliegen zusammenzubringen: Der „Ankermieter“ lege die wirtschaftliche Grundlage, die es ermögliche, anderen Interessenten passende Konditionen einzuräumen, etwa vergleichsweise günstige Mieten. Lasse sich nicht ein zentraler Mieter finden, ließe sich diese Aufgabe auch auf zwei oder drei Kandidaten verteilen. Zum dritten Quartal sollen die notwendigen Informationen vorliegen, so der Bremer Berater weiter. Ende des Quartals könne dann klar sein, „wo hingearbeitet werden soll“, sagte er. Danach könnten dann auch Gespräche mit der Kirche hinsichtlich eines „Übergabeszenarios“ geführt werden. „Wir gehen davon aus, dass das Ergebnis positiv ist“, so Henke auf die Frage, ob die Machbarkeitsstudie denn auch negativ ausfallen könnte. Sollte ein bestimmtes Konzept nicht greifen, lasse es sich auch anpassen. Das Wichtigste des ganzen Unterfangens sei die wirtschaftliche Tragfähigkeit. „Wir können das“, so der Projektentwickler, „das ist unser Job.“

Bischof, Minister, Hochschulpräsident, Bürgermeister

Die Runde war hochkarätig besetzt: Neben Bischof Thomas Adomeit und Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker waren der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, der Präsident der Jade Hochschule Prof. Manfred Weisensee sowie Regina Dörrie, die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn, vertreten. Hinzu kamen der Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, Thorsten Schmidtke, und Kreis-Baudezernentin Eva-Maria Langfermann. Alle lobten die Einzigartigkeit der Lage des Blockhauses, hoben die historische Bedeutung der Einrichtung und die Verbundenheit vieler Menschen mit dem Jugendheim hervor. Und alle begrüßten eine weitere Nutzung beziehungsweise Zusammenarbeit mit einem neuen Träger oder Hauptnutzer. „Das ist ein ganz toller Tag für die Gemeinde und den Landkreis“, sagte Schmidtke, „es geht im Blockhaus weiter.“ Die Gemeinde werde das, was geplant ist, „begleiten und mitziehen“.

Minister Thümler bezeichnete das Blockhaus als „inspirativen Ort“, der auch für die Hochschulnutzung eine Rolle spielen könnte und für kommende Generationen erhalten bleiben sollte. Vorstellbar seien etwa Seminare zum Thema Wald- und Gewässerökologie. Als Nutzer seien die Jade Hochschule, die Universität Oldenburg, aber auch die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim oder die Universität Göttingen denkbar. Er habe „intensive Gespräche“ mit Jade-Präsident Weisensee geführt. Zwar sei der Betrieb einer solchen Immobilie nicht die klassische Aufgabe einer Hochschule, sagte dieser. Doch gebe es „eine Reihe von Möglichkeiten“ der Zusammenarbeit mit den Projektentwicklern. Als Nutzungsmöglichkeiten nannte er das Blockhaus als Rückzugsort aus dem Hochschulbetrieb, außerschulischen Lernort oder Standort für Labors. Was sich realisieren lasse „kommt darauf an, wie wir mit reinpassen“, sagte Weisensee. Er freue sich auf die Zusammenarbeit. Konkreter wurden beide jedoch nicht.

„Große Veränderungen“

Auch Oberkirchenrat Mucks-Bücker, angesprochen auf die Zukunft der bisherigen Beschäftigten, blieb wenig konkret. „Vieles ist offen“, räumte er ein. Die Kirche habe lange gehofft, dass das Blockhaus „eins zu eins“ übernommen werde, sagte er. Dazu sei es nicht gekommen. Jetzt gelte es, sich auf die neue Situation einzustellen. Für die Menschen stünden „große Veränderungen“ an. Seit einigen Wochen gebe es „intensive Gespräche“ mit der Arbeitnehmervertretung, aber noch keine konkreten Ergebnisse im Hinblick auf die arbeitsrechtliche Situation. Die Möglichkeit, das Haus weiterzuführen, sei „eher unwahrscheinlich“. Das kirchliche Arbeitsrecht sehe aber einen „umfangreichen Schutz“ der Beschäftigten vor.

Bisheriges Eingangsschild des Blockhauses Ahlhorn.

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