Null bestätigte Nutztierrisse in diesem Jahr

Wolfsberater: „Kein Rudel im Landkreis“

Großenkneten - Keine Nutztierrisse im Landkreis Oldenburg und nur zwei unbestätigte Wolfssichtungen in diesem Jahr – das berichtete Wolfsberater Carsten Sauerwein den Mitgliedern des Großenkneter Ausschusses für Jugend, Ordnung und Soziales am Donnerstag. Die Sichtungen erfolgten am Montag in Wardenburg und im August in Hude. Da keine Fotos oder sichere Tritt- sowie Losungsspuren vorliegen, kann Sauerwein die Meldungen nicht verifizieren. Er war in die Sitzung eingeladen worden, um über das Thema „Wolf“ zu informieren.

„Bermudadreieck“ für den Wolf

Sauerwein spricht vom „Bermudadreieck“ in den Landkreisen Oldenburg, Vechta und Diepholz, in dem ein einzelner Wolf umherstreift. Das Tier könne pro Nacht 50 bis 60 Kilometer laufen. Demzufolge gibt es keinen ortstreuen Wolf, der nur im Landkreis Oldenburg aktiv ist. Auch von einem Rudel im Landkreis geht der Delmenhorster nicht aus. Dies sei aber theoretisch in Zukunft denkbar. Wenn der Wolf einen Partner findet und es Nachwuchs gibt. Doch alle der derzeit neun Rudel in Niedersachsen siedeln im Osten des Landes.

Grundsätzlich rät Sauerwein bei einer Begegnung mit dem Tier dazu, Ruhe zu bewahren. „Wer es denn kann“, merkte er mit einem Lächeln an. Die Möglichkeit eines Treffens ist realistisch. Denn die Raubtiere „laufen gern auf Wegen, weil sie dort schnell vorankommen. Der Wolf ist ein Opportunist und faul“, meinte Sauerwein. Er rät dazu, nach einem kurzen Innehalten langsam den Rücktritt anzutreten. Der Wolf sei von Natur aus scheu. Es sei auch möglich, ihn mit Klatschen und Rufen zu verscheuchen. Wenn das nichts hilft, könne ein Wurf mit einem Stock nach dem Tier Abhilfe schaffen.

„Es ist ganz wichtig, den Wolf nicht zu verfolgen“, betonte Sauerwein eindringlich. Ein Radfahrer habe ihn einmal angerufen und berichtet, er fahre gerade hinter einem der Raubtiere her. Es stellte sich dann allerdings heraus, dass es sich nur um einen Wolfshund handelte. Von diesen gebe es im Landkreis mehr, als er geahnt hätte, zeigte sich Sauerwein erstaunt. So seien viele Fehlmeldungen entstanden.

Der Berater ist unter Tel. 0157/36621396 und per E-Mail an sauerwein@jagdausbildung-delmenhorst.de zu erreichen. - bor

Rubriklistenbild: © dpa

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