Hauptredner verpasst Kneter Wirtschaftsforum

Wie Wolfgang Grupp fast in Ahlhorn gelandet wäre

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Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Auf dieser abgesperrten Fläche hätte der Hubschrauber mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp landen sollen. 

Ahlhorn - Von Ove Bornholt. Stellen Sie sich vor, das erste Wirtschaftsforum der Gemeinde Großenkneten steigt, und der Hauptredner kommt nicht. Dafür warten aber viele Firmenvertreter im „Alten Posthaus“ in Ahlhorn. Mit dieser Situation sah sich am Donnerstag Knetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke konfrontiert. Es folgt ein Protokoll des Vormittags:

9.30 Uhr: Eigentlich sollte genau jetzt der Hubschrauber mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp, einigen vielleicht aus der Fernsehwerbung mit einem Schimpansen bekannt, hinterm „Alten Posthaus“ landen. Ein mehr als 20 mal 20 Meter breiter Teil des Parkplatzes ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Offenbar bedarf es für die Landung nur einer Ausnahmegenehmigung, die der Pilot hat, und der Erlaubnis des Ordnungsamtes. Beides liegt vor, aber der Helikopter ist nicht in Sicht.

10.05 Uhr: Die meisten Gäste sind da, für 10 Uhr wurde eingeladen. Rund 60 Firmenchefs und -vertreter haben sich versammelt – von der Werkstatt um die Ecke bis hin zu „ExxonMobil“. Auch Mitarbeiter der Verwaltung und Lokalpolitiker aller Fraktionen mischen sich unter die Menge. Der Stehempfang soll der Auftakt des Forums sein. Unter den Organisatoren geht inzwischen die Info rum, dass Grupps Ankunft sich noch ein bisschen verzögern wird.

Wolfgang Grupp

10.25 Uhr: Bürgermeister Schmidtke geht ans Mikro und informiert die Gäste, die sich munter unterhalten: „Unser Ehrengast verspätet sich etwas. Er ist mit dem Hubschrauber unterwegs und musste wegen schlechten Wetters landen.“ Grupp soll gegen 10 Uhr bei Karlsruhe gewesen sein. Also rund 430 Kilometer Luftlinie von Ahlhorn entfernt. Manchem schwant, dass das knapp werden könnte, aber die Leute bleiben erst einmal stehen, schnacken weiter. Der Stehempfang wurde bewusst gewählt, damit die Wirtschaftsvertreter unterschiedliche Gesprächspartner finden.

11.20 Uhr: Bürgermeister Schmidtke tritt wieder ans Rednerpult. „Das hier hätte der erste große Aufschlag werden sollen. Wir wollten nichts dem Zufall überlassen“, fängt er an. Da ahnt mancher schon nichts Gutes. Dann lässt der Verwaltungschef die sprichwörtliche Katze aus dem Sack: „Es würde noch eine Stunde dauern, bis Herr Grupp hier ist.“ So lange muss aber niemand warten, denn der Trigema-Chef kommt nicht mehr. Ob das seine Entscheidung oder die der Gemeinde war, wird nicht ganz klar.

Auf jeden Fall soll nun in Absprache mit dem Gastwirt das Essen aufgetischt werden. „Das ist höhere Gewalt“, bittet der Bürgermeister die Gäste um Verständnis. Er könne nichts machen, wenn der Referent nicht kommt. „Ich hoffe, Sie haben sich ein bisschen besser kennengelernt.“ Zumindest können die Firmenvertreter nun zu Hause erzählen, wie sie fast einen Vortrag von Wolfgang Grupp gehört haben.

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