Willkommenskultur beim Straßenfrühstück in Großenkneten

Tafelfreuden unter freiem Himmel

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Mehr als 600 Gäste haben am Sonntag an der 250 Meter langen Tafel Platz genommen.

Grossenkneten - Von Jörg Beumelburg. Es war schon beachtlich, was am Sonntag bei dem Straßenfrüstück in Großenkneten aufgefahren wurde: 1200 Brötchen, 1300 Eier, mehr als 20 Kilo Käse und ebenso viel Aufschnitt. Aber schließlich sollten die mehr als 600 Gäste auch nicht mit knurrenden Mägen die Tafel verlassen.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr damit begonnen, die rund 250 Meter lange Tafel an der Hauptstraße aufzubauen. Nach 2007 und 2010 hatte der Bürgerverein nun zum dritten Mal diese Veranstaltung auf die Beine gestellt. „Auch wenn wir damit schon unsere Erfahrungen haben, so ist es doch immer wieder eine neue Herausforderung“, erklärte der Vorsitzende Michael Feiner. Zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Dieter Barge und Dieter Folkens hatte Feiner die Frühstücksmeile organisiert. Unterstützung erhielten sie von zehn Mitgliedern des Frauennetzwerks, zehn Helfern der Feuerwehr und 15 Mitgliedern des Bürgervereins, die bis Mittag im Einsatz waren, um die Gäste zu versorgen.

An mehreren Stellen waren Pavillons aufgestellt, in denen das Frühstücksbüfett eingedeckt war. Und erstmals gab es sogar Rührei, das schon am Abend zuvor von Heinz Oltmann-Janßen aufgeschlagen und am Sonntagmorgen in einer großen Pfanne gebraten wurde. Begeistert zeigte sich auch Irmgard Meyer aus Oldenburg, die im August ihren 100. Geburtstag feiert. „Ich war zunächst skeptisch, was das denn wohl für eine Aktion sein soll, umso mehr bin ich positiv überrascht, dass das hier alles so gut klappt. Es fehlt mir an nichts“, lobte Meyer.

Das Straßenfrühstück stand auch im Zeichen der Integration und Willkommenskultur, denn Großenknetener mit Migrationshintergrund waren ebenfalls eingeladen. Die Kosten dafür haben der Bürgerverein, die evangelische Kirchengemeinde und einige Nachbarn übernommen. „So etwas haben wir noch nicht erlebt, die Menschen sind sehr freundlich“, sagte der 18-jährige Zana aus Syrien. Er und seine Mitbewohner Naseem, Rami, Armang, Ehab und Muhammed kamen jedoch nicht mit leeren Händen. Eigens für das Frühstück brachten sie Pudding, Muffins, Butterkuchen sowie Baklawa mit und verteilten es auf den Tischen. „Eigentlich bin ich gelernter Tischler, doch zu meinem Hobby gehört das Kochen. Es war eine gute Gelegenheit, auch mal etwas zu geben“, sagte Armang aus Syrien.

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