Das Museum der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn öffnet am 24. Juli

Die Wiege der deutschen Rettungsfliegerei stand in Ahlhorn

Viele Ausstellungsstücke warten auf die Besucher des Museums auf dem Ahlhorner Flugplatz.
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Viele Ausstellungsstücke warten auf die Besucher des Museums auf dem Ahlhorner Flugplatz.

Ahlhorn – Fast drei Jahre lang haben die Mitglieder der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn daran gearbeitet – jetzt ist ihr Museum so gut wie fertiggestellt. Viel Engagement ist seitdem in das ehemalige Wachgebäude an der Zufahrt zum Flugplatz, dem heutigen Metroplopark Ahlhorn, geflossen. In zweieinhalb Wochen öffnet die Gemeinschaft ihre Ausstellung zum ersten Mal für die Öffentlichkeit: Am Sonnabend und Sonntag, 24. und 25. Juli, von 11 bis 17 Uhr, können sich die Besucher von der umfangreichen Sammlung und der Sanierung des Gebäudes selbst überzeugen. Der Eintritt ist kostenlos.

Und bei einem Rundgang durch die neun Ausstellungsräume dürfte so ziemlich jeder auf seine Kosten kommen, wie eine erste kurze Führung durch die (bis auf letzte kleine Details vollständige) Präsentation vorab erkennen lässt: Und das liegt nicht nur an der Fülle der Exponate, sondern ebenso an der Vielfalt der Themen, die angesprochen werden – und die allesamt mit Ahlhorn, dem Flugplatz und dessen mehr als 100-jähriger Historie zu tun haben.

So sind Teile deutscher Fluggeschichte nicht ohne Ahlhorn denkbar. Hier stiegen 1915 die ersten Zeppeline auf, hier wurden in den 1970er-Jahren die ersten Rettungshubschrauber auch für den zivilen Einsatz konzipiert, entwickelt und verbessert sowie Besatzungen mit ihren Hubschraubern in Rettungszentren – beginnend mit Hamburg – deutschlandweit stationiert, wie Hermann Wieking von der Traditionsgemeinschaft bei einem kurzen Rundgang erläutert. Ohne Übertreibung lasse sich sagen, dass das ehemalige in Ahlhorn beheimatete Hubschraubertransportgeschwader 64 die Wiege der Rettungsfliegerei in Deutschland sei, unterstreicht er. Und so ist einer der Schwerpunkte der Ausstellung denn auch die Arbeit der Flieger, die bei humanitären und Katastropheneinsätzen auch weltweit im Einsatz waren.

Facettenreiche Geschichte

Unmittelbar verbunden mit der Geschichte des Flugplatzes und seiner Nutzung ist natürlich auch die Geschichte Ahlhorns. Unter anderem an den mit historischen Fotos reich bebilderten Tafeln lässt sich dessen Historie, Entwicklung und Phasen buchstäblich ablesen. In den reich ausgestatteten Vitrinen, aber auch davor und daneben, finden sich diverse Exponate, die insbesondere (flug-)technikbegeisterte Besucher interessieren dürften: Von Werkzeugen über Bordinstrumente, vom Propeller eines Zeppelins bis hin zum Rotorblatt eines Rettungshubschraubers oder gar ganze Triebwerke – es gibt viel zu entdecken. Selbst komplette technische Zeichnungen werden präsentiert. Schaufensterpuppen, die Uniformen der in Ahlhorn stationierten Nationen (neben Deutschland waren das England und die USA) sowie kleinere persönliche Gegenstände oder größere Erinnerungsstücke schaffen immer wieder eine Verbindung zu den Menschen, die hinter den Maschinen steckten und deren Herz nach wie vor für die Luftfahrt schlägt. In einem Extra-Bereich widmet sich die Ausstellung noch der Fliegerei als Hobby: in Form von Modellbausätzen und flugfähigen Modellfliegern, Letztere sogar mit Turbinenantrieb.

Und auf dem Freigelände warten noch zwei buchstäblich „alte“ Bekannte auf die Museumsgäste: Denn die Traditionsgemeinschaft verfügt mit einer Bristol B 171 „Sycamore“ (in der Bemalung, wie sie 1964 auf den Fliegerhorst Ahlhorn kam) und einer Bell UH-1D in SAR-Ausrüstung („Search and Rescue“) aus der Zeit des HTG 64 über zwei eigene Hubschrauber.

Während der Eröffnung werden keine Führungen angeboten, können aber auf Nachfrage durch die Vereinsmitglieder erfolgen. Eine Tour durch das neue Museum dauert rund anderthalb Stunden.

Das Innere der ausgestellten Bell UH-1D: Die Rettungs-Ausstattung wurde in Ahlhorn entwickelt.
Freuen sich auf die Eröffnung: Peter Pasternak (l.) und Hermann Wieking von der Traditionsgemeinschaft.
Exponate: Hubschraubertriebwerk und eine Pilotenfigur auf einem echten Jet-Schleudersitz.

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