Ulrich Osterloh baut auf zwei Hektar Fläche fünf verschiedene Rebsorten an

Wein reift zwischen Ahlhorn und Visbek

Ulrich Osterloh (
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Ulrich Osterloh (

Halter/Ahlhorn – Bei Weinanbau in Deutschland mag mancher an die Pfalz denken, die Mosel oder Rheinhessen. Noch völlig unbekannt dürfte da allerdings die Bauerschaft Halter in der Gemeinde Visbek sein, knapp zehn Kilometer südlich von Ahlhorn. Doch das könnte sich im Laufe der nächsten Jahre zusehends ändern: Denn Ulrich Osterloh, Inhaber des gleichnamigen Erdbeerhofs in Halter, hat dort jetzt zwei Hektar Wein angepflanzt – und große Pläne. „Das ist kein Hobby, das ist ein völlig neuer Geschäftszweig“, sagt der 60-Jährige beim morgendlichen Besuch seines „Weinberges“.

Wein – vom Anpflanzen der Reben bis hin zur eigentlichen Herstellung – hätten ihn schon immer interessiert. Bislang sei an dessen Anbau im Nordwesten Niedersachsens aber nicht zu denken gewesen – doch das habe sich mit dem Klimawandel inzwischen geändert. Dass sich der heimische Boden für die Trauben eignet, habe er durch eine entsprechende Analyse bestätigen lassen.

Doch war die Umsetzung des Vorhabens gar nicht mal selbstverständlich: Denn wer Wein anbauen will, brauche dazu eine Genehmigung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Das erteilt dann die Erlaubnis, Reben auf einer bestimmten Fläche anzubauen. Und diese Areale seien von Bundesland zu Bundesland jährlich limitiert, so Osterloh: „In Niedersachsen gibt es nur fünf Hektar pro Jahr“, berichtet er. Sein Weinanbau macht also 40 Prozent der in Niedersachsen erlaubten Neu-Fläche dieses Jahres aus. Mittlerweile gebe es 22 Hektar landesweit. Darüber hinaus sei gewerblicher Weinanbau in Niedersachsen erst seit 2016 möglich. Privatleute dürften maximal 99 Reben pflanzen.

In Halter sind es weitaus mehr: In 89 sorgsam angelegten Reihen wachsen hier Trauben der Sorten Pinot Noir, Weißer Burgunder, Grauburgunder, Sauvignon blanc und Chardonnay. Seine Frau und seine Tochter hätten zusammen mit einigen Mitarbeitern das Areal von Hand bepflanzt. „Wir wollen – wann immer möglich – auf Herbizide und Insektizide verzichten“, erläutert der gelernte Landwirtschaftsmeister weiter. Zwischen den Reben befinden sich Blühstreifen, die unter anderem mit Rosenklee bepflanzt sind. Diese dienten insbesondere Bienen als Nahrungsquelle, die ihrerseits beim Bestäuben der Reben helfen. Gegen Schadinsekten kämen Pheromonfallen zum Einsatz.

Starthilfe und fachliche Unterstützung erhielt und erhält Osterloh unter anderem von einem Freund, dem Winzer und Weinexperten Fritz Waßmer aus Bad Krozingen am Kaiserstuhl (im Südwesten Baden-Württembergs). Dieser habe ihn auch für die neue Unternehmung inspiriert. Die Ernte des ersten Jahres will Osterloh erst einmal bei ihm im Breisgau keltern lassen. Später soll der Wein auch in Halter produziert sowie ausgebaut werden. Osterloh plant, direkt am Rande der Anbaufläche ein eigenes kleines Weingut entstehen zu lassen. „Wir haben den Anspruch, einen hochwertigen Wein zu machen“, sagt er. Wie die einzelnen edlen Tropfen einmal heißen sollen, mag er noch nicht verraten: „Das ist ein Geheimnis“, so Osterloh. Die Reaktionen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis sowie darüber hinaus seien jedenfalls durchweg begeistert gewesen, sagt er abschließend. „Selbst ausgesprochene Bierfreunde haben gesagt, dass sie unbedingt einen Wein aus ihrer Region trinken wollen.“ Das bereits angemeldete Interesse dürfte den Ertrag des ersten Jahres sicherlich um das Doppelte übersteigen. Doch auch dafür sorgt Osterloh schon vor: Eine Erweiterung der Anbaufläche ist bereits geplant.

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