Fleischloser Festagsschmaus

Weihnachtsbraten aus Tofu oder Seitan

Ein Mann hält in einem Bio-Laden Produkte hoch.
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Zeigt fleischlose Alternativen auf: Christian Kampmann, Marktleiter des „Kornkraft“-Bioladens in Hosüne.

Hosüne – Weihnachten ist das Fest der Familie und der Geschenke, aber auch der Rituale. Und zu eben diesen gehören die Speisen, insbesondere das Essen an Heiligabend. Doch ist es möglich, den Gänsebraten, das Würstchen zum Kartoffelsalat oder die schlesische Weißwurst zu ersetzen und ein vegetarisches Weihnachtsessen zu zaubern, ohne dass der Feiertags-Genuss darunter leidet?

Das sei gar kein Problem, sagt Christian Kampmann, Leiter des Biomarktes der Firma „Kornkraft“ an deren Standort in Hosüne (bei Huntlosen). Der Bio-Großhändler beliefert rund 650 Kunden im Einzelhandel, Kantinen und Mensen in Norddeutschland, insbesondere in Niedersachsen. In den vergangenen Jahren habe sich viel in diesem Bereich getan, berichtet Kampmann bei einem Rundgang durch den Laden. „Die Hersteller haben das Thema aufgegriffen.“ Heutzutage seien viele Varianten parat. Enten-Ersatz aus Tofu? Ja, auch das gebe es, mit nachempfundenen Geschmack und ebensolcher Struktur. Dabei müsse er darauf hinweisen, dass die Produkte, die seine Kollegen und er in dem Laden anbieten, alle „Bio“ seien – und da sei nicht alles möglich oder erlaubt, was andere Hersteller in Hinblick auf Geschmack oder Textur der fleischlosen Speisen anbieten können.

„Man muss als Vegetarier nicht auf deftige und würzige Speisen verzichten“, so Kampmann. Was kommt Weihnachten bei ihm auf den Tisch? Da seine Freundin auf Fleisch verzichte, koche er für sie vegane Seitan-Medaillons. Einmal gebraten, sähen die Scheiben aus Weizeneiweiß aus wie Rindermedaillons, berichtet er. Dazu gebe es Klöße und Rotkohl.

Der Trend zum Fleischersatz sei eindeutig, so Kampmann, was sich auch an der breiten Auswahl ablesen lasse. „So was gab es früher nicht“, sagt er. In den vergangenen zehn Jahren, so schätzt er, habe das Thema im Bio-Bereich stetig an Bedeutung gewonnen. Und daher müsse heutzutage nicht mehr auf Liebgewonnenes – wie etwa Kebab oder Hotdogs – verzichtet werden. Es sei natürlich auch immer einer Frage der richtigen Zubereitung: „Ein weißer, unmarinierter Block Tofu schmeckt einfach nicht. Das ist Fakt.“ Doch lasse sich nicht nur mit Fleischersatzprodukten lecker kochen, sondern tierische Produkte auch durch Nüsse oder Hülsenfrüchte umgehen – oder etwa durch große Pilze, wie den Portobello-Champignon, der wie ein Hamburger-Patty geschnitten, gebraten und verwendet wird. „Man muss nur mal um die Ecke denken und kreativ werden“, so der Fachmann, der aber auch Bio-Fleisch in dem Laden verkauft.

Warum auf diese Produkte zurückgegriffen wird, habe viele Gründe: etwa, um den Fleischkonsum zu reduzieren. Die Mehrheit seiner Kunden seien aber keine reinen Veganer.

Eine Plastikverpackung mit Seitan-Bratlingen.
Fleischersatz aus dem dem Kühlregal: Ob Ente oder Medaillons, das Angebot ist denkbar breit.

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