Colette Lenuweit interessiert sich für Amphibien im Oldenburger Land

„Wasserdrachen“ im Gartenteich

Interessante Funde: Tierschützerin Colette Lenuweit untersucht Amphibien in einem Teich in Sage-Haast. Foto: Faß

Sage-Haast - Von Dirk Fass. Weltweit gibt es insgesamt etwa 6 000 Amphibienarten, lediglich 21 von ihnen sind in Deutschland heimisch. Hiesige Exemplare zählen allesamt zu den Schwanz- und Froschlurchen. In einer kultivierten, ausgeräumten und trockengelegten Landschaft steht den kleinen Geschöpfen nur wenig Lebensraum zur Verfügung. „Kröten und Frösche beispielsweise haben in ihrem Bestand stark abgenommen, da es kaum noch sogenannte Trittbrettgewässer gibt“, erklärt Tierschützerin Colette Lenuweit aus Huntlosen. Damit seien kleine Vertiefungen gemeint, in denen das Wasser stehen bleibt. „Diese bieten den Tieren einen Zwischenstopp zum Kräftesammeln, um dann zu ihren Gewässern weiter zu kriechen oder zu hüpfen“, sagt sie. Ihr Anliegen ist es, wieder mehr „Kinderstuben“ für die im Nordwesten heimischen Amphibien zu schaffen.

Die Zootierpflegerin (Fachrichtung Nordseeaquaristik) beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Gattung und hat sich nun zur Aufgabe gemacht, das Vorkommen von Molchen in der Region genauer zu beobachten und zu untersuchen. Dazu hat sie für eine ihrer jüngsten Untersuchungen nicht weit fahren müssen: In Sage-Haast konnten sie an einem auf einem Privatgrundstück gelegenen Teich forschen, in dem noch zahlreiche Molche verschiedener Arten vorhanden sind. Drei bestimmte Exemplare haben es der 50-Jährigen besonders angetan, berichtet sie weiter: der hellbräunliche – und am meisten verbreitete – Teichmolch, der dunkelbraune und wegen seiner besonderen Rückenpracht auch als „Wasserdrache“ bezeichnete Kammmolch sowie der „farbliche Blickfang“ unter diesen Lebewesen, der schwarz-gelb gefleckte Feuersalamander.

„Viele Gartenteichbesitzer bevorzugen Zierfische, die aber dem Molch kein Zuhause böten“, sagt die Umweltpädagogin. „Gerade Goldfische und Stichlinge stören die Weibchen beim Laichen und fressen den Laich sowie die Molchquappen.“ Dagegen stellten Kröten und Frösche keine Bedrohung für den Molchnachwuchs dar, im Gegenteil: Diese arrangierten sich sogar gut mit den Schwanzlurchen. Weil Molche die Ruhe liebten, sei daher auch von Springbrunnen abzuraten, empfiehlt sie Gartenbesitzern, die diesen selbst gerne einen Lebensraum anbieten möchten. Um die Vielfalt der heimischen Fauna zu erhalten oder diese zu renaturieren, berate sie gerne private Teichanleger, die ihren eigenen Beitrag dazu leisten wollen, um mit natürlichen Materialien eine amphibische Welt für „Wasserdrachen & Co.“ anzulegen. Denn eine solche Arbeit am eigenen Gewässer ergebe ihrer Meinung nach nachhaltig Sinn: Zwar grüben sich Molche im Spätherbst in der Umgebung ihres Gewässers ein, um in Winterstarre zu verfallen. Doch im Frühjahr wanderten sie wieder zur Paarung dorthin zurück.

Lenuweit arbeitet unter anderem im Landesmuseum „Natur & Mensch“ in Oldenburg und bietet dort auch Workshops zum Thema an. Seit zwei Jahren arbeitet sie nach eigenen Angaben als Tierschutzlehrerin mit Grundschulen in Oldenburg zusammen.

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