Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten in Weser-Ems, geht in den Ruhestand

Wald und immer wieder der Wald

Der Vorgänger und die Nachfolgerin: Rainer Städing und Wibeke Schmidt.
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Der Vorgänger und die Nachfolgerin: Rainer Städing und Wibeke Schmidt.

Landkreis – Wald und immer wieder Wald – er bestimmt und begleitet Rainer Städings Lebensweg. Als Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten in der Region Weser-Ems hat er in den vergangenen zehn Jahren über alle Aspekte des Waldes berichtet: von der Holzgewinnung, der Umweltpädagogik oder den Umbau der hiesigen Wälder im Zuge des fortschreitenden Klimawandels.

Seinen Humor hat der 65-Jährige dabei nicht verloren. Am 1. April beginnt der Wahl-Oldenburger seinen Ruhestand.

Wie ist der denn damals überhaupt in den Nordwesten gekommen? „Mit dem Auto“, antwortet Städing, lacht und wird dann wieder sachlich: Er sei damals 21 Jahre lang Revierförster am Stadtrand von Braunschweig gewesen, berichtet er. Kontakt mit der Öffentlichkeit und der Presse zu haben, sei dabei stets ein Teil seiner Arbeit gewesen. Dann haben die Niedersächsischen Landesforsten 2009 fünf Stellen für Pressesprecher ausgeschrieben und dafür erfahrene Fachleute gesucht. Er habe sich für die Bereiche Heide und Weser-Ems beworben und schließlich den Zuschlag für letzteren erhalten. „Ich habe es bis heute nicht bereut“, sagt Städing. Der Wechsel habe gleichwohl eine gewisse Umstellung erfordert, etwa das weitverbreitete Duzen in der Region. „Wenn man aus dem preußisch-hannöverschen Niedersachsen kommt, ist das schon ein anderer Umgang“, sagt der Förster humorvoll. Es habe eine Weile gedauert, bis er Land und Leute in der Region zwischen Weser und Ems kennengelernt hatte.

Am Forstamt Ahlhorn tätig

Die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen am und um das staatliche Forstamt in Ahlhorn sei sehr gut gewesen, erzählt Städing weiter. Dieses sei als Ort für Wald-Öffentlichkeitsarbeit bestens geeignet. Und so ist er nach wie vor von der Vielfalt der Wälder im Nordwesten begeistert. „Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mich schon längst dorthin beworben“, sagt der 65-Jährige, der bereits im Alter von 16 Jahren seine Forstausbildung begonnen hatte. Tätig war er dabei nicht nur in Deutschland: Ab 1977 arbeitete er – als damals jüngster Freiwilliger dort – drei Jahre lang für die Deutsche Entwicklungshilfe in Aufforstungsprojekten in Burkina Faso, später – ebenfalls als Entwicklungshelfer – anderthalb Jahre im Nordjemen.

Wie hat sich die Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren entwickelt? „Es hat sich einiges geändert“, resümiert Städing. „Auf beiden Seiten ist das Personal knapper geworden.“ Zudem: „Alles ist enger getaktet.“ Journalisten hätten mitunter weniger Zeit für Termine, viel Kommunikation laufe heute über E-Mail ab. Das Interesse habe sich in den vergangenen drei Jahren klar auf den Bereich Wald konzentriert.

Das Interesse am Wald wächst

Neugier und Informationsbedarf, insbesondere der Bevölkerung, lasse sich an den steigenden Waldbesuchen, aber auch der intensiven Nachfrage an Informationsveranstaltungen ablesen, berichtet Städing weiter. „Lernende Neugier“, nennt er diesen Wissensdurst. Nur wenige Leute seien den Landesforsten gegenüber „auf Krawall gebürstet“, blickt er zurück. Doch sei dies mitunter vorgekommen. Als eine schlimme Episode hat er die öffentliche Diskussion um den Ausbau eines Waldweges sowie Forstmaßnahmen bei Bad Zwischenahn in Erinnerung behalten: Dabei sei es fast zu einem „Shitstorm“ gekommen. „Das war eine ganz neue Form des Konflikts mit dem Bürger“, konstatiert er ruhig. Gleichwohl seien diese Anfeindungen für ihn damals schwer auszuhalten gewesen. Doch habe er gelernt, auch damit umzugehen. Als eine der schönsten Aktionen seiner Amtszeit nennt er ein Projekt am Forstamt Ahlhorn mit den ehemaligen „Kulturfrauen“, die nach dem Krieg große Teile des stark beanspruchten Waldes wieder aufgeforstet hatten. Das Zusammentreffen mit den Zeitzeuginnen sei ein berührendes Erlebnis gewesen.

Nachfolgerin aus dem Raum Göttingen

Wenn er sich abschließend etwas wünschen könnte, so Städing, wäre es unter anderem, dass die Wertschätzung für die Wälder in Weser-Ems aufrechterhalten bleibe. Und, dass das Waldbetretungsrecht für alle Bürger bestehen bleibe. Das sei in einem bevölkerungsreichen Land wie Deutschland eine besondere Errungenschaft. „Das Interesse am Wald wird bleiben“, ist er sich sicher. Das gilt auch für ihn und die nun beginnende Phase seines „Unruhestandes“, verrät er abschließend: Denn Städing firmiert künftig als einer der Bundespressesprecher der Gewerkschaft „Bund deutscher Forstleute“. Städings Nachfolgerin ist die 42-jährige Wibeke Schmidt. Die Forstwirtin kommt aus dem Raum Göttingen und kennt die Forstämter Ahlhorn und Neuenburg seit dem Jahre 2010 aus verschiedenen Tätigkeiten in den Revieren, dem Waldnaturschutz und der Waldpädagogik.  fra

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